(Wien, Sept. 2010) Karl Kahane Stiftung leistet wirkungsvollen Beitrag für eine gesunde Entwicklung von 3.000 Waisen und besonders schutzbedürftigen Kindern in Malawi
Projektdaten
Integrated Mobilizing Orphans and Vulnerable Children for Life
Kindernothilfe-Projekt-Nr. 62291
Projektträger: World Relief Malawi (WMR) ist seit 1996 als eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation in Malawi registriert.
Projektgebiet:
30 Dörfer in zwei Regionen des Ntchisi-Distrikts in Malawi: Chilooko (68.227 Bewohner) und Malenga (30.407 Bewohner). In den abgelegenen Dörfern leben über 90% der Familien von der Subsistenzwirtschaft und von weniger als 1 US $ pro Tag.
Malawi hat ca. 13 Mio. Einwohner. Ntchisi ist ein Distrikt in Zentral-Malawi,
96 km nördlich der Hauptstadt Lilongwe, mit 212.000 Einwohnern. Die Menschen leben überwiegend von der Subsistenzwirtschaft. Traditionelle Anbaumethoden und mangelhafte Bewässerungssysteme führen zu geringen Ernten und in Folge oft zu Lebensmittelknappheit.
Schul- und Gesundheitssysteme sind unzureichend. Im Distrikt gibt es nur ein Krankenhaus und 10 Gesundheitsstationen mit wenig Personal. Im gesamten Distrikt ist lediglich ein Arzt tätig. Die hohe HIV- und Aids-Rate führt zu einer hohen Anzahl Waisen und Verarmung der Großfamilien.
Projektziel
In der Projektarbeit setzt die Kindernothilfe auf die Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner World Relief Malawi, der mit den Bedürfnissen vor Ort vertraut und in der Arbeit mit Kindern erfahren ist. Durch das Projekt sollen 30 lokale Gemeinden befähigt werden, die bei ihnen lebenden Waisen und besonders schutzbedürftigen Kinder versorgen zu können.
Betreuung, Förderung und Traumaarbeit für Waisen und besonders schutzbedürftige Kinder
Für die Kleinsten werden in jeder Gemeinde Kinderzentren ausgestattet, umgebaut oder neu errichtet, um mindestens 3.000 Kindern Platz zu bieten. Dort erhalten die Mädchen und Buben eine stärkende Mahlzeit und werden kindgerecht gefördert. Die Zentren werden mit Tischen, Stühlen, Spielmaterial, Erste Hilfe-Sets, Töpfen, Geschirr etc. ausgestattet und können zusätzlich als Veranstaltungsräume für Selbsthilfegruppen genutzt werden.
Die Versorgung und Betreuung der Kinder übernehmen Freiwillige aus den Dorfgemeinschaften, die Schulungen über frühkindliche Entwicklung, Schutz von Kindern, Hygiene, Ernährung, Gesundheit, HIV/Aids sowie Management eines Zentrums erhalten.
Insgesamt 150 Personen in 20 Selbsthilfegruppen werden zu den Themenbereichen „positives Leben mit HIV/Aids" und „Erinnerungsbücher" geschult. Diese „Erinnerungsbücher", die für die Kinder erstellt werden, haben eine besondere Bedeutung für Waisenkinder, denn die Eltern geben darin ihre Erfahrungen und Erinnerungen an die Kinder weiter. Oft ist es das einzige, was den Kindern von den Eltern bleibt.
Einrichtung und Betrieb von zehn „Children of Hope Clubs"
In Familien, in denen ein Elternteil oder beide an Aids erkrankt oder verstorben sind, steht oft der Überlebenskampf der restlichen Familie im Mittelpunkt. Die älteren Kinder zwischen 6 und 12 Jahren haben meist keine Möglichkeiten, sind auf sich alleine gestellt, traumatisiert und überfordert. In den „Children of Hope Clubs" werden diese Kinder intensiv betreut und begleitet.
Ausgewogene Ernährung für die ärmsten Kinder und Familien
Mangelernährung und die Verbreitung bzw. der Verlauf von HIV/Aids unterliegen vielfältigen Wechselwirkungen. Ausgewogene Ernährung begünstigt eine Stabilität des Immunsystems. Deshalb ist die nachhaltige Ernährungssicherung ein zentrales Anliegen des Projekts.
Um die Ernährung der Kinder in den Kinderzentren auch nach dem Ende der Projektlaufzeit zu sichern, werden in den Kinderzentren Einkommen schaffende Maßnahmen gestartet. Dies können sowohl landwirtschaftliche Aktivitäten als auch Ziegen- und Hühnerzucht sein. Mitarbeiter der Kinderzentren werden geschult, Saatgut, Dünger und Jungtiere werden in Form von Krediten verteilt. Das Wissen der Mitarbeiter der bereits bestehenden Kinderzentren wird in Auffrischungskursen erneuert. 200 Familien werden beim Anbau von Nutzpflanzen unterstützt.
Einkommen schaffende Maßnahmen durch Dorfspargruppen
In allen 30 Dörfern wird eine Dorfspargruppe gestartet, die sich wöchentlich trifft. Der in der Woche einbezahlte Betrag wird einem Mitglied als Darlehen für eine Geschäftsidee zur Verfügung gestellt und muss mit einem bestimmten Zinssatz zurückbezahlt werden. Die Frauen lernen marktfähige Geschäftsideen und darüber hinaus werden ihr Selbstbewusstsein und das soziale Miteinander gestärkt. Von dieser Aktivität profitieren in weiterer Folge 600 Familien, die Waisen und besonders schutzbedürftige Kinder zu versorgen haben. Die Schulung und Begleitung der ersten Gruppen erfolgt durch Mitarbeiterinnen des Projekts.
Ihre Spende wirkt in die Zukunft!
Durch den Beitrag der Karl Kahane Stiftung ist der Grundstein für das Gelingen der umfassenden Hilfsmaßnahmen in den 30 Dörfern in Ntchisi/Malawi für die kommenden vier Jahre gelegt. Helfen auch Sie!
Kostenbeispiele
Link:
Projekt-Halbjahresbericht Jänner bis Juni 2010
Isabelle Mennig