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Besuche vor Ort

Der Duft von frisch gekochtem Kaffee

Helmut Schindler, Pate der Kindernohilfe Österreich mit seinem Patenkind Hanna Mohammed Twefa.Helmut Schindler mit seinem Patenkind Hanna
Foto: Schindler

Helmut Schindler, Pate der Kindernothilfe Österreich
Nach drei Jahren des regen Briefkontakts ist es nun soweit: Helmut Schindler aus Waidhofen lernt bei einer Äthiopienreise seine 14-jährige Patentochter Hanna Mohammed Twefa in Addis Abeba persönlich kennen. Aufgeregt und voller Vorfreude fliegt er im November 2007 nach Äthiopien.

Als wir die Wellblechhütte von Hanna erreichen, strömt uns der Duft von frisch gekochtem Kaffee entgegen. Die herzliche Art ist berührend, mit der Hanna mich und meine Bekannte Renate empfängt. Ich glaube, wir spüren alle die Besonderheit dieser Begegnung.
Durch den Briefkontakt konnte ich mir schon ein wenig vorstellen, wie Hanna lebt. Sie hat von ihrem Alltag berichtet und ich habe ihr viele Fotos von mir und meinem Land geschickt. Und nun sitze ich in ihrer kleinen Hütte. Dort hängt nur ein einziges Stromkabel von der Decke, an dem eine Glühbirne hängt. Steckdosen oder fließendes Wasser gibt es nicht.
Hier lebt sie mit ihrer Schwester. Wenn die beiden von der Schule nach Hause kommen, hat die Nachbarin bereits ein einfaches Mittagessen für die Mädchen gekocht. Zur Feier des Tages serviert sie uns den köstlich duftenden Kaffee und einen leckeren Germkuchen.

Nachdem wir viel miteinander geredet und Hanna und ihrer kleinen Schwester die mitgebrachten Geschenke überreicht haben, gehen wir mit Herrn Robel Dagne, dem Sozialarbeiter des Projekts, in ein typisch äthiopisches Restaurant zum Abendessen ein. Bei fein gewürzten Gerichten mit Injera - einem typisch äthiopischen Fladenbrot - und Honigwein klingt dieser besondere Tag aus. Als Gegeneinladung machen wir zwei Tage später einen Ausflug zu den Kraterseen von Debre Zeyt, 50 Kilometer südlich von Addis Abeba. Kurz vorher lernen wir Melkamu Mamo kennen, der als Kind ebenfalls durch das Projekt der Kindernothilfe unterstützt wurde. Er ist Reiseleiter bei einem lokalen Reiseunternehmen. Dank seiner Hilfe können wir den Ausflug mühelos organisieren und einen wunderschönen Tag erleben. Leider vergehen die Tage bei meinem Patenkind viel zu schnell. Wir müssen uns nach einer eindrucksvollen Woche von Hanna, ihrer kleinen Schwester und allen, die uns beim Gelingen dieses Treffens geholfen haben, verabschieden.

In den insgesamt drei Wochen in Äthiopien habe ich das Land und die Kultur meiner Patentochter etwas näher kennengelernt. Die meist armen, aber immer freundlichen Menschen gaben uns das Gefühl in ihrem Land willkommen zu sein. Die wunderschöne Landschaft und die vielen kulturellen Orte haben meine Begeisterung für das Land noch verstärkt. Ich blicke mit Freude auf diese schöne Reise zurück. Der Duft von frisch gekochtem Kaffee wird mich immer an das wunderschöne Treffen mit meinem Patenkind erinnern.

 


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