
Cover: Campus Verlag
Zielgruppe:
Jugendliche und Erwachsene.
Inhalt:
„Rückkehr ins Leben - Ich war Kindersoldat", der autobiographische Roman des 27-jährigen Ishmael Beah, ist zugleich die literarische Verarbeitung eines ganz persönlichen Kriegstraumas wie ein Sprachrohr für all diejenigen Kinder, die überall auf der Erde noch immer als Kindersoldaten in bewaffnete Konflikte verwickelt sind.
Der Autor ist gerade zwölf Jahre alt, liebt Fußball, Rapmusik und das Zusammensein mit seinen Freunden, als RUF-Rebellen (bewaffnete Oppositionelle) sein Heimatdorf im Süden Sierra Leones überfallen und nichts als Tod und Zerstörung zurücklassen.
Heimatlos und getrennt von seinen Eltern sowie den beiden Brüdern, die ihr Leben in den Kämpfen lassen müssen, irrt Beah monatelang ziellos durch das verwüstete Land - auf der Flucht, doch ohne zu wissen, wo diese endet, auf der Suche nach Sicherheit, doch ohne je sicher zu sein. Er sieht Massaker, niedergebrannte Dörfer, Freunde sterben - doch ihm bleibt keine Zeit zu trauern, wenn er selbst überleben will. In einem Militärlager der Regierungsarmee glaubt Beah sich schließlich in Sicherheit, die Qualen seines Hungers und Durstes finden vorübergehend ein Ende. Er sammelt neue Kraft, doch nur, um wenig später selbst als Kindersoldat zwangsrekrutiert zu werden.
Drogen, Kriegsfilme, vor allem aber der Glaube daran, den Tod der eigenen Familie rächen zu können, treiben Beah an, über drei Jahre lang den Kampf gegen regierungsfeindliche Rebellen durchzustehen. Jeden Tag ist der Tod dabei allgegenwärtig. Seine Einheit wird für Beah zur Familie, das Gewehr ernährt und schützt ihn und er mordet, um nicht selbst ermordet zu werden. Übernächtigt und von stechender Migräne geplagt kämpft er ohne jegliche Empfindungen für seine Gegenüber, bevor er mit fünfzehn auf Bemühungen UNICEFs hin endlich aus der Armee entlassen und in ein Rehabilitationscamp für ehemalige Kindersoldaten gebracht wird.
Durch geduldige Fürsorge, therapeutische Unterstützung, besonders aber die freundschaftliche Zuwendung der Krankenschwester Esther gelingt es Beah in kleinen Schritten, wieder Vertrauen in seine Mitmenschen zu fassen und über die Brücke der Musik einen Weg zurück ins Leben zu finden.
Er hat das große Glück, von der Familie seines Onkels wie ein Sohn aufgenommen zu werden und wieder die Schule besuchen zu dürfen. Noch immer holen Kriegserlebnisse ihn ein, doch die Abstände zwischen seinen Albträumen werden größer und mit der Zeit gelingt es Beah, auch Versöhnliches aus seiner Kindheit in sich wachzurufen. Man wählt ihn aus, nach New York zu reisen, wo Beah im Dezember des Jahres 1996 als eines von 23 Kindern auf dem Ersten Internationalen Kinderparlament der Vereinten Nationen über seine Erlebnisse als Kindersoldat und die Situation in seiner Heimat spricht. Als kurz nach seiner Rückkehr dorthin die Kämpfe erneut ausbrechen, lässt Beah Sierra Leone ganz hinter sich und flieht mit Unterstützung der Amerikanerin Laura Simms, die ihn schon in New York betreut hatte, über Guinea zurück in die USA.
„Rückkehr ins Leben - Ich war Kindersoldat" ist ein ehrliches und direktes Buch, dessen ungefilterte Darstellung den Leser schonungslos mit hinein nimmt in die unvorstellbaren Grausamkeiten des Krieges, denen, trotz internationaler Abkommen, weltweit noch immer mehr als 250.000 Kinder ausgesetzt sind. Es ist, als sähe man selbst all das Leid, höre die verzweifelten Schreie, rieche Verbranntes und schmecke den Rauch in der Luft - zugleich aber fühlt man den Appell des Buches, dass es in der Verantwortung jedes Einzelnen von uns liegt, das Schweigen über das Schicksal tausender Kindersoldaten endlich zu brechen und alles zu tun, damit Mädchen und Jungen überall auf der Erde in ihren Rechten gestärkt werden und gewaltfrei aufwachsen können.
„A Long Way Gone", das amerikanische Original, belegte über mehrere Wochen Platz 1 der Bestsellerlisten.
Campus Verlag, Frankfurt, 2007.
Umfang:
271 Seiten
Preis:
19,90 Euro.
Bezug:
Über den Buchhandel; ISBN: 978-3-593-38264-7.