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Meldungen 2010

Haiti verletzt die Rechte seiner Kinder - Trotz guter Gesetzgebung muss in Haiti jedes fünfte Kind unter 14 Jahren arbeiten.

(Port-au-Prince/Wien/Duisburg 9. Juni) Anlässlich des Internationalen Tages gegen ausbeuterische Kinderarbeit am 12. Juni ruft die Kindernothilfe Österreich den haitianischen Staat auf, seine Kinder besser zu schützen und zu fördern. Nach Angaben der Vereinten Nationen muss in Haiti jedes fünfte Kind unter 14 Jahren arbeiten.

Besonders dramatisch ist die Situation für die rund 300.000 Restavèk-Kinder. Sie leben als Hausangestellte wie Sklaven in fremden Familien. Das Beben vom 12. Januar hat ihre Situation drastisch verschärft. „Dabei ist die Jugend- und Sozialgesetzgebung des Landes absolut vorbildlich", sagt Jürgen Schübelin, Haiti-Koordinator der Kindernothilfe. „Haiti hat die wichtigsten internationalen Abkommen zum Schutz von Kindern vor wirtschaftlicher Ausbeutung ratifiziert." So verpflichtete sich der Karibik-Staat etwa im Jahr 2007 Kinder mit den schlimmsten Formen von Arbeit auszubeuten. Dazu zählen die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen der Restavèk-Kinder. Bereits 2003 wurde in Haiti per Gesetz beschlossen, alle ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse zu bekämpfen.

Ein System zur Ausbeutung von Kindern
„Diese Gesetzgebung ist nichts wert, wenn sich niemand um deren Einhaltung kümmert", so Schübelin. „In den Armenvierteln von Port-au-Prince ist es an der Tagesordnung, die Restavèk-Kinder zu schlagen und sie bis zu 16 Stunden am Tag schuften zu lassen. In der Regel dürfen diese Kinder keine Schule besuchen. Die so genannten Gastfamilien müssen hingegen keine Angst davor haben, für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dieses System von Ausbeutung und Gewalt an Kindern ist Jahrhunderte alt."

Investitionen in Bildungs- und Aufklärungsprogramme sowie in den Kinderschutz sind jetzt dringend notwendig, um zu strukturellen Veränderungen für Haitis Kinder zu kommen. Die Kindernothilfe engagiert sich seit 1997 für Haitis Restavèk-Kinder. Mit Bildungseinrichtungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für die „Gastfamilien" konnten vor dem Beben 450 Kinder geschützt und gefördert werden. Seit dem Beben hat die Kindernothilfe ihre Unterstützung ausgebaut und betreut mittlerweile rund 2.500 Restavèk-Kinder.

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Gottfried Mernyi, Kommunikation
01/513 93 30 - 20 DW
0650/408 80 73

 

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