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Lateinamerika

Migranten-Kinder unterstützen 

Viele Menschen kommen in der Hoffnung hier Arbeit zu finden aus den umliegenden Ländern in die chilenische Hauptstadt Santiago. Erst wenn die Einwanderer eine Arbeit gefunden haben, können sie ihre Kinder nachholen. Doch einen Arbeitsplatz zu ergattern, ist nicht einfach. Zudem bedeutet Arbeit nicht automatisch, dass die Migranten Rechte haben und deshalb werden sie häufig ausgebeutet. Zeit für Erziehung und ein gemeinsames Leben bleibt dabei nicht. Die Eltern müssen versuchen, genug zu verdienen, damit ihre Familien überleben können. Die Kindernothilfe Österreich setzt sich für die Rechte der Kinder und ihrer Familien ein. (Projekt 92047)

Foto: SchübelinMigranten-Kindern helfen!
Patenschaft
Strikte Gesetze erschweren Integration
Erst wenn die Eltern sich schon eine Weile im Land aufhalten und zumindest eine Unterkunft und Arbeit haben, können sie daran denken, auch ihre Kinder nach Chile zu holen. Für die Kinder ist das besonders schwierig: Zuerst müssen sie den Verlust der auf unbestimmte Zeit wegziehenden Eltern verkraften, dann verlieren sie auch noch ihre gewohnte Umgebung und Freunde. Im neuen Land sehen sie ihre Eltern kaum, weil diese bis zu zwölf Stunden am Tag arbeiten müssen, um genug zu verdienen, dass sie und ihre Familien überleben können.

Aufgrund der sehr strengen Einwanderungspolitik in Chile dauert die Beschaffung von Papieren sehr lange. Solange die Armutsflüchtlinge jedoch keine Papiere haben, verfügen sie über keinerlei Bürgerrechte, keinen Zugang zum staatlichen Gesundheits- und Bildungswesen oder Sozialleistungen. Das heißt, dass weder die Kinder in die Schule gehen können, noch, dass die Eltern Rechte am Arbeitsplatz in Anspruch nehmen können. Ausbeutung gehört deshalb zum Arbeitsalltag.

Keine Chance auf Bildung
Die Kinder sind dadurch während des ganzen Tages auf sich allein gestellt. Es hat weder jemand Zeit sich um sie zu kümmern, noch können sie eine Ausbildung absolvieren. Aber auch jene Kinder, die schon über die notwendigen Papiere verfügen und zur Schule gehen können, haben es schwer. Sie werden diskriminiert und bekommen von ihren Eltern keine Unterstützung beim Lernen oder bei der Lösung von Problemen, weil die Eltern den ganzen Tag arbeiten. 

Die Mitarbeiter des Projekts der Kindernothilfe Österreich helfen den Migranten bei Behördengängen, dem Stellen von Anträgen und dem Ausfüllen von Formularen. Sie unterstützen die Kinder beim Schulbesuch und setzen sich für die Rechte der Migranten ein.

Foto: SchübelinMigranten-Kinder vemitteln ihre Kultur und bauen Vorurteile ab. Foto: Jürgen Schübelin Hürden überwinden
Individuelle Hilfe, psychologische Beratung und Nachhilfeunterricht erhalten die Kinder und ihre Eltern von geschulten Projektmitarbeitern. Um den Kindern bei der Bewahrung ihrer kulturellen Identität zu helfen, wird in Theater- und Folkloregruppen gemeinsam die Schwierigkeit der Integration thematisiert. Die Kinder organisieren eigenständig die Auftritte der Gruppen bei Veranstaltungen, um der chilenischen Gesellschaft ihre Kultur zu vermitteln. Sie treten damit aktiv gegen Diskriminierung und Vorurteile auf. Die Kinder übernehmen selbst die Rolle der kulturellen Vermittler und werden dadurch gleichzeitig in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. 

Die Kinder werden auch dabei unterstützt sich selbst zu organisieren, um gemeinsam Dinge zu unternehmen und ihre Aktivitäten eigenständig zu planen und durchzuführen. 

Rechte kennen und nutzen
Die meisten kennen ihre Rechte als Migrantinnen und Migranten nicht, so dass sie auch nicht einfordern können, was ihnen zusteht. Daher ist die Beratung in rechtlichen Angelegenheiten, die im Projekt angeboten wird, besonders wichtig. Sie steht allen Zuwanderern offen. Durch konkrete Information und Behördenhilfe lässt sich die Lage der Familien oft erheblich verbessern. 

Foto: SchübelinAuch die Eltern helfen mit, die Situation zu verbessern. Foto: Jürgen Schübelin Mitarbeiter des Projekts organisieren Informations- und Diskussionsveranstaltungen über Themen wie Kinderrechte oder Probleme in den Familien, um mit den Eltern in Kontakt zu treten. Die Eltern können auch an Fortbildungskursen teilnehmen. Es werden zum Beispiel Schneider- oder Konditorkurse angeboten. Dies schafft Arbeitsalternativen und hilft somit, die Situation der Migranten zu verbessern.

Öffentlichkeit informieren
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist es, die Öffentlichkeit auf die dramatische Situation der Migranten-Kinder aufmerksam zu machen. Die Mitarbeiter stehen in engem Kontakt mit den städtischen und staatlichen Behörden, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Auch Veranstaltungen, in denen die Rechte der Migranten eingefordert werden, um das Zusammenleben zwischen Chilenen und den Einwanderern zu verbessern, sind Teil des Projekts. Den Kindern soll ein leichterer Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung ermöglicht werden. Auch ihre Eltern können sich besser um sie kümmern, wenn sie sich in einer besseren rechtlichen Situation befinden und sich vor Ausbeutung schützen können.

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