Die Kinder in Chilmarca, einem kleinen Dorf in Bolivien, leben in größter Armut und haben wenig Perspektiven für die Zukunft. Die Kindernothilfe Österreich unterstützt ein Gemeindezentrum, in dem die Kinder unterrichtet werden. Die Tagesstätte eröffnet den von Armut und Vernachlässigung bedrohten Kindern und Jugendlichen eine neue Perspektive. Ziel ist es, die Mädchen und Buben möglichst bis zum Abschluss ihrer individuell unterschiedlichen Schullaufbahn zu begleiten und zu unterstützen (Projekt 90021/AJ/21).
Bildung für eine bessere Zukunft

Pate werden. Zukunft schenken.
Chilimarca ist ein kleiner Ort mit 5000 Einwohner und liegt nahe der Stadt Cochabamba, der drittgrößten Stadt des Landes. Die Bewohner von Chilimarca sind überwiegend Kleinbauern und Landarbeiter sowie zugezogene Minenarbeiter mit ihren Familien. Viele der Minen imLand wurden in den achtziger Jahren geschlossen. Sie kommen nach Chilimarca in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden, um ihre Kinder und Familien ernähren zu können.
Die Arbeitsmöglichkeiten im Raum Cochabamba sind jedoch auch sehr eingeschränkt. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit versuchen viele Familien, ihren Lebensunterhalt durch Gelegenheits- und Saisonarbeiten - z. B. in der Landwirtschaft - oder durch Kleinhandel zu bestreiten. Für die meisten reicht das jedoch nicht, um sich und ihre Kinder ausreichend ernähren zu können. Zeit für die Erziehung und Fürsorge bleibt dabei kaum. Eine Schule haben viele der Kinder noch nie besucht. Die meisten verwahrlosen, leben in bitterster Armut und haben ohne Hilfe kaum Chancen auf eine bessere Zukunft.

Die Kinder musizieren gemeinsam. Foto: Jürgen Schübelin
In der Tagesstätte bekommen die Kinder die notwendige Zuwendung, regelmäßige Mahlzeiten und werden unterrichtet. In kleinen Gruppen werden die Kinder individuell betreut und gefördert. Ziel ist es, sie bis zum Abschluss ihrer unterschiedlichen Schullaufbahn zu begleiten und zu unterstützen. In verschiedenen "Lernecken" können die Kinder ihr Denkvermögen, Verständnis, kritisches Bewusstsein etc. verbessern. Spielend lernen sie die Eindrücken, die für ihr Leben wichtig sind, zu verarbeiten. Durch gemeinsames musizieren und das Aufführen von Theaterstücken wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt und sie sind Teil einer Gemeinschaft.
Eltern sind Teil des Erfolgs
Selbst die medizinische Grundversorgung ist für die meisten Bewohner zu teuer, weshalb die Folgen von mangelhafter und einseitiger Ernährung, wie Magen-Darmerkrankungen und Hauterkrankungen nur mit traditionellen Hausmitteln behandelt werden können. Für die durch Hunger geschwächten Kinder sind Krankheiten deshalb besonders gefährlich. Die Eltern werden deshalb ebenfalls einbezogen. In kleinen Gruppen diskutieren sie über Gesundheit, Ernährung, Erziehung und Familienplanung. Sie lernen voneinander; können über ihre Probleme sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Außerdem bietet das Zentrum Ausbildungskurse für Frauen an. Sie können Lesen und Schreiben lernen oder handwerkliche Fertigkeiten wie Nähen, Stricken oder Frisieren. So können die Frauen später besser zum Lebensunterhalt der Familien beitragen.