Roça Grande liegt am Rande der brasilianischen Provinzsstadt Sabará. Es gibt hier kaum medizinische Einrichtungen und wenig Arbeitsplätze mit ausreichender Entlohnung. Viele müssen hier mit 30 Euro im Monat ihre Familien versorgen. Hunger und Armut bestimmen den Alltag. Ausbildungsmöglichkeiten sind so gut wie nicht vorhanden: für alle Kinder in der Stadt gibt es nur eine staatliche Grundschule. Statt zur Schule, gehen die Kinder arbeiten, damit ihre Familien überleben können. Die Kindernothilfe Österreich setzt sich für den Schutz der Kinder und die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in Roça Grande ein. (Projekt 94317)

Kinder schützen und stärken!
Kinder versuchen zu helfen
Die kleine Renata bittet vor der Wallfahrtskirche um Almosen. Sie hat großen Hunger. Renata weiß, sie muss am Abend ein paar Münzen mit nach Hause bringen. Denn ihre Mutter verdient zu wenig, um davon die ganze Familie zu ernähren. Schon die Miete für eine Bretterhütte, ohne fließend Wasser und sanitäre Einrichtungen, verschlingt einen großen Teil des monatlichen Lohns. Für eine gesunde Ernährung bleibt kein Geld: Oft reicht es nicht einmal für die Grundnahrungsmittel Reis und schwarze Bohnen, geschweige denn für Gemüse, Obst, Fleisch und Milch.Viele der Kinder sind mangelernährt und ihr Immunsystem geschwächt. Kinder wie Renata ertragen den Hunger und versuchen ihren Eltern zu helfen - so gut es geht: Sie waschen Autos, bewachen Parkplätze, putzen Schuhe oder bitten um Almosen. Jede Münze ist dringend notwendig.
Ohne Arbeit bleibt die Armut
Das Angebot an Arbeitsplätzen reicht bei Weitem nicht aus für die vielen Arbeitsuchenden. Diese Menschen sind in die Stadt gezogen, weil sie als Landarbeiter durch den Abbau der Kaffeeplantagen oder eine fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft arbeitslos geworden sind. Doch auch in der Stadt finden sie nicht die erhofften Arbeitsplätze. Meist bleibt den Männern nur die Möglichkeit als Gelegenheitsarbeiter oder als Bauhilfsarbeiter einen kleinen Beitrag zum Familienunterhalt beizutragen. Die Frauen versuchen als Wasch- und Putzfrauen Geld hinzu zu verdienen. Eine soziale Absicherung ist nicht möglich.

Gemeinsames Spielen und Basteln fördert das Selbstbewusstsein der Kinder. Foto: Jakob Studnar
In Workshops und Diskussionsrunden lernen die Mütter der Kinder, wie sie mit geringen Mitteln ausgewogene Mahlzeiten zubereiten und auch verkaufen können. Es wird auch eine Gemeinschaftslehrküche gebaut, in der die Mütter gemeinsam ihr Wissen umsetzen können. Um die Ernährung weiter zu verbessern, wird den Eltern gezeigt, wie sie einen eigenen Hausgarten anlegen können. Gartenwerkzeuge, Setzlinge und Saatgut für beispielsweise Kürbis, Kohl, Bohnen oder Karotten werden den Familien zur Verfügung gestellt. Auch Ausbildungskurse in Kunsthandwerk oder Text- und Videoerstellung wird für die älteren Kinder und Erwachsenen angeboten. Dadurch wird ihre Chance auf eine besserbezahlte Arbeit gesteigert.
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Katharina Schabasser