
Statt in der Schule auf der Straße. Foto: Kindernothilfe/Burmann
Wer als Kind in San Miguel Petapa südlich der Hauptstadt Guatemala City aufwächst, hat kaum Chancen auf eine lebenswerte Zukunft. Mangelhafte Ernährung und schmutziges Trinkwasser verursachen schon bei den Kleinsten Krankheiten. Bildungsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Die fehlenden Perspektiven führen dazu, dass viele Kinder und Jugendliche die Tage auf den Straßen verbringen, wo sie oft unter negativen Einfluss von Straßenbanden geraten. In der Tagesstätte der Kindernothilfe werden diese Kinder ganztags sinnvoll betreut: sie erhalten nahrhafte Mahlzeiten, medizinische Versorgung und Unterricht. (Projekt 80006)
Täglicher Kampf ums Überleben
Die Familien hier sind sehr arm. Viele sind mit der Hoffnung auf Arbeit von ländlichen Gegenden in die Region nahe der Hauptstadt gezogen. Gelandet sind die meisten aber im Armenviertel, wo die Eltern mit ihren Kindern auf engstem Raum in Hütten aus Wellblech, Holz und Karton wohnen. Die Luft in den Hütten ist stickig, Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt es hier kaum. Tag für Tag kämpfen die Familien ums Überleben. Denn das tägliche Leben ist sehr teuer. Gesunde Nahrungsmittel wie Fleisch, Obst und Gemüse sind für diese Familien unerschwinglich. Die einseitige Ernährung führt schon bei Kindern zu Magen- und Darmerkrankungen und Mangelerscheinungen. Oft bleiben Krankheiten unbehandelt, denn für die medizinische Betreuung der zahlreichen Einwohner steht lediglich ein kleiner Gesundheitsposten bereit.
Ohne Bildung keine Perspektiven
Die Hälfte der Erwachsenen hier kann weder lesen noch schreiben. Auch für die Kinder ist ein regelmäßiger Schulbesuch schwierig. Es gibt nur wenige öffentliche Schulen, die nicht alle schulpflichtigen Kinder aufnehmen können. Viele Kinder sind frustriert, ohne Förderung und ohne Hoffnung! Oft landen sie deshalb auf den Straßen, wo sie in den gefährlichen Einflussbereich von Straßenbanden kommen.
Gesunde Ernährung und medizinische Versorgung
In der Tagesstätte des Kindernothilfepartners finden die Kinder von San Miguel Petapa Halt und Unterstützung: Hier bekommen sie eine vitamin- und mineralreiche Mahlzeit am Tag und sauberes Trinkwasser. Die Projektmitarbeiter kümmern sich auch um die medizinische Versorgung der Mädchen und Buben.

Bildung bringt die Kinder weg von der Straße. Foto: Kindernothilfe/Burmann
Bildung bringt die Kinder weg von der Straße
In den Räumlichkeiten der Tagesstätte erhalten die Kinder Unterricht und wenn nötig Nachhilfe. Für viele ist es das erste Mal, dass sie regelmäßig lernen - und sie sind mit großem Spaß und Eifer bei der Sache! In Sprach-, Handwerks-, Koch- und Computerkursen erhalten sie wichtige Fähigkeiten, die sie für einen späteren Beruf gut brauchen können. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz: Sport und unbeschwertes Spielen entlasten die Kinder und festigen ihr Selbstbewusstsein. Die Projektmitarbeiter bemühen sich, die Kinder sinnvoll fürs spätere Leben vorzubereiten, um sie weg von der Straße zu bringen.
Mikrokredite für Frauen
Auch die Eltern der Kinder werden in die Aktivitäten miteinbezogen. Sie werden in der Lösung alltäglicher Probleme unterstützt und können kostenlos an Alphabetisierungskursen teilnehmen. Im Gegenzug helfen sie aktiv an der Instandhaltung und bei Reparaturarbeiten der Tagesstätte mit. 300 Frauen aus der Gemeinde erhalten außerdem Kleinkredite, mit denen sie ein kleines Unternehmen gründen können, um Schritt für Schritt der Armut zu entkommen.
Begleiten Sie ein Kind in San Miguel Petapa! Werden Sie Pate!
Katharina Schabasser