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Humanitäre Hilfe

Wiederaufbau in Haiti - Die ersten neuen Mauern stehen

Alvaro Arriagada:Ende Juni können Coupeaus Kinder in einer erdbebensicheren Schule lernen und spielen.
Foto: Pohl
(7.6.2010) Große Freude im kleinen haitianischen Bergdorf Coupeau: Die Rohbauarbeiten für das neue Schulgebäude sind inzwischen fast abgeschlossen. Dank des großen Einsatzes der gesamten Dorfgemeinschaft ist das von Kindernothilfe finanzierte Wiederaufbau-Projekt sehr weit voran geschritten. Während vielerorts immer noch riesige Schuttberge, die das Beben vom 12. Januar hinterlassen hat, abgetragen werden müssen, können Coupeaus Kinder voraussichtlich schon Ende Juni in das neue, erdbebensichere Gebäude einziehen.


"Die Menschen in Coupeau packen deshalb so engagiert mit an, weil sie wissen, dass es um die Zukunft ihrer Kinder geht", berichtet Jürgen Schübelin, Haiti-Koordinator der Kindernothilfe, "und weil die ganze Gemeinde hinter diesem Wiederaufbauprojekt steht, kommen wir hier so zügig voran." In nur drei Tagen hatten die Gemeindemitglieder gemeinsam mit den Kindernothilfe-Mitarbeitern 150 Eisenarmierungen, 198 Zementsäcke, Holz und Wellblech in das abgelegene Bergdorf südlich von Carrefour transportiert. Und zwar zu Fuß und mit Mauleselkarawanen. Dabei mussten zwei Flüsse mit dem gesamten Material durchquert und zwei Steilaufstiege bewältigt werden, denn einen anderen Zugang nach Coupeau gibt es nicht.

Großes Interesse an erdbebensicherem Bauen

Auch der Architekt des Kindernothilfe-Partners Habiterra ist begeistert von der guten Zusammenarbeit: "Die Leute hier, auch die Kinder, sind nicht nur daran interessiert, dass hier so bald wie möglich wieder eine Schule steht, sondern sie wollen auch wissen, wie sie entsteht", erzählt Alvaro Arriagada aus Chile, der die Planung des erdbebensicheren Gebäudes leitet. "Sie bitten immer wieder darum, dass ich die Pläne erkläre, um die Techniken, die wir benutzen, auch beim Wiederaufbau ihrer zerstörten oder beschädigten Häuser einzusetzen."

Der Schulneubau in Coupeau stößt auch bei den Bewohnern aus den Nachbarorten auf reges Interesse. Die Kindernothilfe wird in den kommenden Monaten zusammen mit ihrem Partner EPPMPH nach und nach auch alle weiteren zerstörten Schulen in den kleinen Bergdörfern südlich von Carrefour wiederaufbauen helfen - und zwar nach dem gleichen Prinzip wie in Coupeau: unter Beteiligung der Dorfgemeinschaften.

Obwohl die derzeitigen starken Regengüsse die Arbeit auch in Coupeau schwieriger machen, treiben alle Beteiligten den Wiederaufbau unvermindert voran. "Wenn es weiterhin so zügig geht, werden schon Ende Juni über 80 Kinder in zwei Klassenzimmern lernen und spielen können", so Schübelin. Bis dahin findet der Notschulbetrieb weiterhin täglich unter Zeltplanen auf dem Platz vor der Baustelle statt. Und eines lassen sich die Mädchen und Buben dabei nicht nehmen: Jeden Nachmittag holen sie Wasser vom Fluss, das die Maurer zum Zementmischen benötigen, und bringen es zur Baustelle. „Dafür braucht Ihr uns nicht danke zu sagen", meint Natascha (12), eines der Kinder aus Coupeau, selbstbewusst: „Das hier ist ja schließlich unsere Schule."

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Es dauert nicht mehr lange,
Es dauert nicht mehr lange,
dann können Coupeaus Kinder ins neue Schulgebäude einziehen. Foto: Pohl
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