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Projektpatenschaftsprojekte

Hand in Hand - Zusammen aus der Armut

Foto: KrämerGemeinsam gegen die Armut!
Projektpate
Ruanda - das kleine ostafrikanische Land ist geprägt durch Völkermord und Bürgerkrieg. 1994 fielen fast eine Million Menschen den Grausamkeiten zum Opfer. Dieses nationale Trauma bestimmt auch heute noch das Leben der Menschen in Ruanda, es hat gesellschaftliche Strukturen zerstört und viele Waisen und Witwen hinterlassen. Weil während des Völkermordes viele Schulen zerstört und Lehrer umgebracht wurden, ist die Analphabetenrate sehr hoch. Im Projekt der Kindernothilfe Österreich erhalten die Menschen Hilfe, um ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen zu können. (Projekt 67002)
 

Mit Selbsthilfegruppen Armut bekämpfen
Um die Ärmsten der Armen zu erreichen, arbeiten die Mitarbeiter des Projekts seit 2002 mit dem Selbsthilfegruppen-Ansatz in fünf Regionen Ruandas (Kigali, Butare, Rwamagana, Byumba und Gitarama). Die Schwerpunkte des Selbsthilfegruppen-Ansatzes liegen auf der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Stärkung der Ärmsten der Armen.

Die Hilfe richtet sich an Kinder und Jugendliche, die mit ihren Geschwistern ihren eigenen Haushalt führen müssen und Witwen, die sich um viele Waisen kümmern. Sie schließen sich zu Gruppen von je 15 bis 20 Teilnehmern zusammen und treffen sich wöchentlich: zum Reden, zum Ideen sammeln, zum sich gegenseitig Mut machen und Geld sparen. Die Gruppe hilft ihren Mitgliedern aus Einsamkeit und gesellschaftlicher Isolation. In der Gemeinschaft erfahren alle Solidarität und Stärkung, sie entwickeln ein nie gekanntes Selbstvertrauen. Gerade in Ruanda kann so intensiv zur Traumabewältigung und Versöhnungsarbeit nach dem Völkermord beigetragen werden. Wenn ein Gruppenmitglied krank wird, helfen die anderen bei der anstehenden Feldarbeit und stellen in Notfällen Geld zur Verfügung.

Foto: KrämerGemeinsam geht vieles leichter. Foto: Krämer  Selbstbewusstsein und Eigeninitiative statt Ausgrenzung
Neben der sozialen Entwicklung ist auch die wirtschaftliche Stärkung der Menschen wichtig. Das angesparte Geld wird reihum als Kredit vergeben, damit sich Einkommen schaffende Maßnahmen durchführen lassen. Denn die Mitglieder sollen selbst für ihre Familien und Kinder sorgen können. Jede Gruppe hat ihr eigenes Bankkonto. Ein weiterer Schwerpunkt ist die politische Stärkung. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppen wählen dazu Vertreter in übergeordnete Gruppen, die sich dann um Anliegen der gesamten Gemeinschaft kümmern, z.B. Verbesserung der Wasserversorgung oder Impfkampagnen. Durch die große Zahl von Menschen, die sie nun vertreten, finden sie eher Gehör bei Regierungsstellen.

Die Mitarbeiter des Projekts helfen in der Gründungsphase, indem sie die Gruppen intensiv betreuen. Die Mitarbeiter nehmen an den wöchentlichen Gruppensitzungen teil. Workshops zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel Gesundheitsvorsorge, HIV/Aids, Konfliktbewältigung oder organischem Landbau werden veranstaltet. Im Laufe der Zeit nimmt die Intensität der Betreuung jedoch ab, da die Gruppen selbständig werden sollen. Sie organisieren selbst Alphabetisierungskurse oder Kinderbetreuung für die Kleinsten. Die Projektmitarbeiter stehen dann aber immer noch als Ansprechpartner zur Verfügung. Ganz wichtig ist dabei, dass die Initiative von den Menschen selbst ausgeht. Darin werden sie durch den Selbsthilfegruppen-Ansatz gefördert und so wird nachhaltige Entwicklung erreicht.

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