
Wie wertvoll Spielzeug für die Kleinsten ist, merkt man am stärksten dort, wo es fehlt. Foto: Kindernothilfe/Engel
Die Siedlungen der Ärmsten hier in der Eastern Cape Provinz in Südafrika sind trostlose Orte. Vor den kleinen Häuschen gibt es keinen Spielplatz, wo sich die Kinder austoben können. Es gibt weder Klettergeräte noch Rutschen. Ganz zu schweigen von Geschicklichkeitsspielen oder Bilderbüchern. Die Kinder hier haben nichts, womit sie spielerisch die wichtigsten Grundlagen für ihr Leben erlernen könnten (Projekt 7241AB).
Die Journalistin Katharina Nickoleit über ihre Reiseeindrücke: „Es war so deutlich, dass alles fehlt, was ein Kind braucht, um neugierig die kleine Welt zu begreifen: kein Spielzeug weit und breit; und auch niemand, der den Kindern zur Seite steht. Diese Trostlosigkeit hat mich besonders betroffen gemacht. Dabei wäre es so wichtig, dass Kinder früh lernen, ihre kleinen Finger zu koordinieren, damit sie später in der Schule den Stift richtig einsetzen können."

Spielen heißt lernen, Erfahrungen sammeln, die Welt entdecken. Foto: Christian Nusch
In Spielzentren können Kinder lernen
Ein innovatives Hilfsprojekt der Kindernothilfe hilft diesen Kindern, den ersten Puzzlestein ihres Lebens erfolgreich zu setzen: ein Kinderzentrum mit Spielzeug und Verleih. Mit Puzzles und anderen Spielsachen trainieren die Kinder ihre Geschicklichkeit und ihre Kreativität. Dadurch lernen sie schon im Spiel, was ihnen später in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung nützt. Die ärmsten Familien bekommen hier einen Platz, wo sie sich zum Spielen treffen und sogar Spielsachen für zu Hause ausleihen können. So kann schon eine kleine Anzahl von bunten Rasseln, Puppen und Puzzles sehr vielen Kindern Fertigkeiten ermöglichen, die sie später so dringend brauchen.
Vatiswa Jony, die 35-Jährige Vorsitzende der der achtköpfigen Frauenselbsthilfegruppe, die das Spielzentrum betreibt erklärt: „Wir haben an unseren eigenen Kindern gesehen, wie viel sie über das Spielen gelernt haben und wie viel leichter ihnen nachher in der Schule alles fiel", erzählt sie. „Deshalb fanden wir die Idee, ein Spielzeugzentrum zu betreiben, großartig." Untergebracht ist das Projekt in einem bunt bemalten Haus, das in dem grauen Township nicht zu übersehen ist. Das Geld für dieses Zentrum kommt von Spendern der Kindernothilfe, die Arbeit darin leisten die Frauen ehrenamtlich. Die Frauen der Selbsthilfegruppe wurden vom Centre for Social Development geschult und übernehmen die Verantwortung für das Spielzeugzentrum weitgehend selber.

Helfen Sie mit! Ziel ist es, den ersten Puzzlestein für eine bessere Zukunft für 500 Kinder in den Armensiedlungen zu legen. Foto: Kindernothilfe/Klar
Eltern machen mit
Bei dem Förderprojekt für Vorschulkinder spielen auch die Eltern eine entscheidende Rolle: Hier lernen sie, wie wichtig Bildung und frühkindliche Erziehung für die Zukunft ihrer Kinder ist. Jeweils acht bis zehn Elternteile nehmen an Schulungen zu Themen wie Erziehung und Hygiene teil und lernen dabei oft auch selbst Lesen und Schreiben. Außerdem werden Workshops veranstaltet, in denen die Eltern lernen, wie sie mit einfachen Mitteln Spielzeug basteln können.
Ihr Hilfe ermöglicht wichtige frühkindliche Förderung! Vielen Dank!
Andreas Wagner