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Asien

Indien: Leben nach der Flut

Indien-Flut 2008 Geschwister (94,7 KB)Foto: Kindernothilfe/Stanley Bihar ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens. Zwei Drittel der Menschen hier im Norden des Landes arbeiten in der Landwirtschaft oder sind Tagelöhner. Auch viele Kinder müssen auf dem Feld mitarbeiten, eine Chance auf Ausbildung haben sie nicht. Die Situation der Familien wurde nach dem Dammbruch des Kosi-Flusses im August 2008 noch zusätzlich verschärft. Durch die große Flut wurden Dörfer und Felder zerstört (Projekt 22602).

Die Kindernothilfe hat direkt nach der Katastrophe humanitäre Hilfe in den überfluteten Gebieten geleistet. Lebensmittel und warme Decken wurden verteilt und die Familien medizinisch versorgt. Für zehn Dörfer auf einer künstlich entstandenen Insel geht die Unterstützung weiter.

Künstliche Insel, die nach Flut in Indien 2008 entstanden ist. Der Flusslauf wurde durch die Flut geteilt und ließ diese Insel entstehen. Das kultivierbare Land hier wurde unter einer dicken Decke von Sand und Schlamm bedeckt. Noch immer fallen überlebenswichtige Ernten aus. Die Familien müssen ihre bedrohte Existenz neu aufbauen. Auch der Verbindungsweg zur nächsten Stadt und damit zur medizinischen Versorgung ist unterbrochen. Zahlreiche Brunnen wurden durch das Hochwasser verschmutzt. Das verseuchte Wasser verursacht Durchfallerkrankungen und Hautausschläge, worunter die Kinder besonders leiden.

 

Indien Flut Bihar Katastrophenhilfe Foto: Kindernothilfe/Stückrath Ernährung, sauberes Wasser und medizinische Versorgung
Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen versorgt die Kindernothilfe ein Jahr lang 500 Kinder mit stärkenden Mahlzeiten. Für die Kleinsten wird in jedem der zehn Dörfer ein Kindergarten eingerichtet. In jeder Ortschaft wird eine ärztliche Anlaufstelle organisiert, um die dringend notwendige medizinische Versorgung zu sichern. Die Kinder werden hier geimpft und behandelt. Die zerstörten Brunnen werden wieder repariert.

Indienreise von Norbert Blüm und Enkelin Lilian Beck - Tamil Mozhi mit ZiegeFoto: Kindernothilfe/Rothe

Alternative Einkommensquellen und selbstständige Versorgung
Um die Ernährung und das Einkommen der Familien langfristig zu verbessern und sie weniger abhängig von den Erträgen aus der Landwirtschaft zu machen, werden mit Kleinkrediten Anschaffungen, z.B. zur Ziegen- oder Hühnerzucht, unterstützt. 50 Jugendliche bekommen eine Berufsausbildung als Tischler oder Schneider oder in der Metallverarbeitung. Um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, verteilen wir Schulkleidung und Schulmaterial. Ein Team pro Dorf wird in Bezug auf Katastrophenvorbereitung und -management geschult.

 

 

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