Der kleine Wasim lebt auf der Straße in der Stadt Peshawar im Norden Pakistans. Er sammelt Müll und hilft am Busbahnhof, um sich über Wasser zu halten. Alles was er besitzt, trägt er am Körper. Nur sein Schlafzimmer in Form eines Pappkartons versteckt er jeden Morgen hinter einer Mauer. Es ist ein hartes Leben. Und im Winter ist es besonders hart. (Maßnahme 2580/AC)
Kinder auf der Straße kennen keinen Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung. Foto: Kindernothilfe/Engel
Kein Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung
Wie Wasim leben in Peshawar Schätzungen zufolge etwa 10.000 Kinder auf der Straße. Doch die Armut hier im Norden Pakistans ist so groß, dass sich kaum jemand um die Straßenkinder kümmern kann. Ein soziales Auffangnetz gibt es nicht. In Peshawar betreibt der Staat nur ein einziges Heim für Straßenkinder, in dem nur ca. 25 Kinder betreut werden.

Für ein paar Münzen: Am Busbahnhof bieten sich die Kinder für Hilfsarbeiten an. Foto: Kindernothilfe/Engel
Ein Leben voller Gefahren
So schlagen sich diese Kinder alleine durch. Der zentrale Busbahnhof ist der Haupttreffpunkt der Kinder. Hier halten sich regelmäßig etwa 1.500 bis 2.000 Straßenkinder auf. Sie betteln, sammeln im Müll nach Verwertbarem oder bieten sich am Busbahnhof für Hilfsarbeiten an.
Wer auf der Straße lebt, muss mit allem rechnen. Statt ein paar Münzen für eine Hilfsarbeit, kann es schon vorkommen, dass man ein paar Schläge einstecken muss. Und selbst für einen erholsamen Schlaf gibt es keinen sicheren Platz. Straßenkinder sind das schwächste Glied der Gesellschaft.

Essen, Geborgenheit und Zuversicht - für Kinder, die bisher nur Hoffnungslosigkeit gekannt haben! Foto: Kindernothilfe
Das Kinderzentrum als Zufluchtsort für Straßenkinder
Ein sicherer Ort - voll Verständnis, Wärme und Geborgenheit. Das ist das Kinderzentrum des lokalen Kindernothilfe-Partners SPARC in der Nähe des Busbahnhofs. Hier erhalten die Kinder eine warme Mahlzeit, einen Platz zum Ausruhen und zum Waschen. Im gemeinsamen Spiel erleben sie ein Stück Kindheit und bekommen an diesem sicheren Ort psychologische Unterstützung. Trotz der schwierigen Situation werden sogar schulische Grundkenntnisse vermittelt. Die Kinder lernen auch, wie sie sich gegenseitig helfen können. Das bringt Selbstvertrauen und Zuversicht!
Zurück zur Familie
Seit Anfang 2008 steht die Kindernothilfe den Straßenkindern in Peshawar zur Seite. Mittlerweile sind es über 300 Kinder, die im Kinderzentrum liebevoll betreut werden. Auch die Öffentlichkeit soll für die Situation der Straßenkinder und ihre Rechte auf Schutz sensibilisiert werden. Deshalb sind auch die Polizei und die Verwaltung des Busbahnhofes eingebunden und unterstützen die Arbeit im Kinderzentrum. Wo es möglich ist, suchen wir nach Verwandten, um den Kindern die Rückkehr in ihre Familie zu ermöglichen. Inzwischen wurde das Projekt als "Best Practice"-Modell von der Nationalen Kommission für Kinder- und Jugendfürsorge ausgezeichnet.
Schenken Sie Straßenkindern Wärme und Geborgenheit!
Andreas Wagner