Der Traum von einer besseren Zukunft als Hausmädchen in Bangkok oder Übersee entpuppt sich für die oft erst zehnjährigen Mädchen im Norden Thailands schnell als Alptraum. Von skrupellosen Kinderhändlern aus ihren Dörfern weggelockt, werden sie fern der Eltern sexuell ausgebeutet und missbraucht. Der Kindernothilfe-Partner DEPDC bietet diesen Mädchen Schutz und Ausbildung und informiert die ganze Grenzregion über die Machenschaften der Menschenhändler (Projekt 30321).

Foto: Kindernothilfe/Klasen
Die Armut der Familien
Im abgeschiedenen Grenzgebiet zu Burma und Laos im Norden Thailands leben viele Familien nur davon, dass sie fremdes Ackerland bewirtschaften und den Großteil des Ertrages als Pacht abführen müssen. Da bleibt kaum etwas zum Leben. Erst recht nichts, um den eigenen Kindern eine Ausbildung und damit eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Ein Abschied in großer Hoffnung
„Für mein eigenes Leben kann ich hier nicht mehr viel erwarten, aber meine Kinder sollen es einmal besser haben." Diesen einfachen aber verständlichen Wunschtraum haben die Eltern für ihre Kinder. Doch skrupellose Menschenhändler nutzen diesen Traum schamlos aus und setzen die Familien gezielt unter Druck. Sie versprechen den Eltern eine gute Anstellung als Hausmädchen für ihre Töchter. Sie schließen sogar einen Vertrag mit den Eltern ab, um das Vertrauen zu erschleichen. Die Eltern sehen darin die einzige Chance auf eine bessere Zukunft und lassen ihre Mädchen ziehen.
Das Erwachen der Mädchen im Alptraum
Für diese Mädchen wendet sich der Traum der Eltern schnell zum Albtraum. Sie werden in ein fremdes Land verschleppt, wo sie sexuell ausgebeutet und misshandelt werden. Schutzlos und verzweifelt verlieren sie das Vertrauen in die Erwachsenen-Welt. An wen sollen sie sich dann wenden? Die Eltern sind weit entfernt und für die Mädchen unerreichbar. Es dauert oft Jahre, bis die Eltern überhaupt erfahren, was mit ihren Kindern wirklich geschehen ist.

Foto; Kindernothilfepartner
Tröstende Botschaft per Radio: Kinder informieren Kinder
„Meldet euch! Unter dieser Telefonnummer bekommt ihr Hilfe - das versprechen wir!" Die tröstende Botschaft wird über ein eigenes Radioprogramm mit dem Titel „Die Stimme des Kindes" verbreitet, das die Kinder selbst gestalten. Die Mädchen erzählen in allen Sprachen der Grenzregion von den Machenschaften der Menschenhändler und warnen damit auch die Eltern. Fachleute wie Sozialarbeiter, Psychologen oder Polizisten kommen in der Sendung ebenfalls zu Wort. Die aufrichtigen Berichte schaffen Vertrauen und geben anderen Kindern Mut, sich ebenfalls zu melden.
Notruftelefon: Hilfe rund um die Uhr
Das Notruftelefon ist rund um die Uhr für die verzweifelten Mädchen besetzt. Hier erhalten die Kinder vertrauensvoll Beistand und Hilfe in allen Regionalsprachen. Die Hotline ist der wichtigste Rettungsanker, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
Foto: Kindernothilfepartner
Ein Zufluchtsort für verletzliche Kinder
Im Schutzzentrum finden die missbrauchten Mädchen einen sicheren Zufluchtsort und Menschen, denen sie vertrauen können. Um das Erlebte verarbeiten zu können, werden die Mädchen psychologisch betreut. Sie erhalten warme Mahlzeiten und werden darin unterstützt, in die Schule zu gehen und eine Ausbildung zu machen - die Schlüssel zu einer besseren Zukunft. Die Schulbesuche sowie Sport und Spiel sorgen dafür, dass die Mädchen in einen geregelten Alltag finden.
Mit Ihrer Spende helfen Sie aktiv, Mädchen vor Missbrauch und Gewalt zu schützen!
Andreas Wagner