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Armutsbekämpfung

Bedürfnisse von Kindern berücksichtigen

Armutsbekämpfung heißt das zentrale Anliegen der Kindernothilfe Österreich. Weltweit sterben täglich 26.000 Kinder unter 5 Jahren an Hunger oder leicht vermeidenbaren bzw. behandelbaren Krankheiten. In Armut lebende Eltern sind oft durch eigene Abhängigkeiten handlungsunfähig. Sie können ihre Kinder nicht schützen und ihnen schon gar keine Zukunftsperspektive schaffen. An Kind gerechte Förderung, Schulbildung und Geborgenheit ist hier nicht zu denken. Ständig hungernd, ausgebeutet und oft in dieselben Abhängigkeiten getrieben wie die Eltern fristen die Kinder ihr junges Leben.

Weltweit leben rund 600 Millionen Kinder in Armut. Foto: Alexandra Höner

Das muss nicht so sein!
Eine gerechtere Verteilung der Recourcen würde allen Menschen ausreichend Ernährung sichern.

Der Armutsbekämpfung verpflichtet
Die Kindernothilfe fühlt sich dem Ziel der Armutsbekämpfung verpflichtet: Mit dem Ziel der Nachhaltigkeit tragen die lokalen Kindernothilfe-Partner in ihren Ländern zur Bekämpfung der Armut und der Schaffung sozialer Gerechtigkeit bei. Das wichtigste Ziel von Projekten zur Armutsbekämpfung ist die Befriedigung von Grundbedürfnissen. Dazu gehören bessere Gesundheitsdienste, Trinkwasserversorgung und eine ausgewogene Ernährung.

Das Recht auf Bildung wird durch den Zugang zu Grundbildung und schulischer Förderung verwirklicht. Da Mädchen in vielen Bereichen immer noch benachteiligt sind, werden Mädchen und junge Frauen in der Projektarbeit gezielt gefördert.  Die Kindernothilfe hat sich zum Ziel gesetzt, Hilfe zu geben, die auch dann noch wirkt, wenn ein Projekt abgeschlossen ist. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir von Beginn an auf die Mitarbeit der lokalen Bevölkerung. Im Dorf werden Gruppen gebildet, die sich mit den Problemen auseinandersetzen und Lösungen suchen. Jede Gemeinschaft arbeitet auf diese Art ihr ganz spezielles Projekt aus. Das fördert die Eigenverantwortung und stärkt das Selbstbewusstsein. Letztendlich hilft es dabei, neue Wege zu finden und Abhängigkeiten zu überwinden.

Ermächtigung macht Mut

Seit 2002 unterstützt die Kindernothilfe den sogenannten Selbsthilfegruppen-Ansatz in Afrika. Dabei werden überwiegend Frauen sozial, wirtschaftlich und politisch gestärkt. Das neue Wissen kommt besonders den Kindern zugute.

Die drei Phasen des Selbsthilfegruppen-Ansatzes (Auszug aus unserem Folder)

Bevor mit der Arbeit in Selbsthilfegruppen (SHG) begonnen wird, nimmt der Kindernothilfe-Partner mit den lokalen Führungspersonen wie Dorfvorstehern und Bürgermeistern Kontakt auf und stellt das Konzept vor, um sie als Befürworter zu gewinnen. Das unterstützt den späteren Erfolg. In einem nächsten Schritt werden die Ärmsten in der lokalen Gemeinschaft ausgewählt und eingeladen, Mitglied einer Selbsthilfegruppe zu werden.

 In der ersten Phase werden die einzelnen Gruppen gegründet. sie bestehen aus jeweils 15 bis 20 Mitgliedern - meist Frauen. Jede Gruppe entwickelt im Laufe der zeit ihre Ziele und legt gemeinsam fest, wie viel gespart werden soll, welche Projekte sie durchführen will - zum Beispiel das anlegen eines gemeinsamen Gemüsegartens - und wie sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen, wenn jeamand krank wird. Und vieles mehr.Das Sparen hat auch den Zweck, den Umgang mit Geld zu üben, was für die Ärmsten der Armen vorher nicht möglich war.

Zweite Phase: Wenn die Gruppen etabliert sind, werden übergeordnete Interessensvertretungen - Cluster level Associations (CLAs) - gegründet. Diese vernetzen die Selbsthilfegruppen und kümmern sich um übergeordnete Anliegen. Das kann zum Beispiel der Bau einer Brücke sein, damit die Kinder über den Fluss zur Schule gelangen. Oder es kann auch eine regionale Kampagne zur HIV/Aids-Aufklärung sein. Und vieles mehr. Diese CLAs werden Ansprechpartner für die lokalen Behörden, zum Beispiel wenn es darum geht, Impfkampagnen für die Kinder zu organisieren. Die Vertreterinnen der CLAs fungieren als Multiplikatoren.

Nach etwas drei Jahren wird in der dritten Phase eine Föderation gegründet. Dazu schließen sich in der Regel mindestens 10 CLAs zusammen. Sie repräsentieren rund 100 Selbsthilfegruppen mit 1.500 bis 2.000 Mitgliedern und ihre Familien. Diese zahl wächst, je mehr SHGs und CLAs in einem Gebiet gegründet werden und sich der Föderation anschließen. Föderationen haben Bildungs- und Lobby-Aufgaben und regeln die Abwicklung der Finanzen undanfragen an Behörden zur Unterstützung von Gemeinschaftsprojekten. die Föderation konzentriert sich auf Probleme, die in der gesamten Region von Bedeutung sind. Das kann zum Beispiel die Wasserversorgung sein und eine Verbesserung des Schulsystems für die Kinder.

Ein wichtiges Ergebnis der ersten Evaluierungen in Ruanda, Äthiopien, Südafrika und Swasiland im Jahr 2005 ergab, dass besonders die Kinder von den erreichten Fortschritten ihrer Mütter profitieren - durch verbesserte Ernährung, Gesundheitsversorgung, Wohn- und Familiensituation und den Zugang zu Schulbildung.

Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Folder zum Download.

 


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