Ohne Ausbildung kein guter Arbeitsplatz – dieser Satz gilt überall auf der Welt. In Entwicklungsländern sind immer mehr Menschen auf Erwerbsarbeit angewiesen. Denn die Landwirtschaft bringt nicht mehr genug ein, um sie zu ernähren. Deshalb fördert die Kindernothilfe Österreich berufliche Ausbildungsangebote für Kinder und Jugendliche.
Bildung verbessert die Zukunft. Foto: Christoph Engel
Vom Land in die Stadt
In den Ländern des Südens ziehen mehr Menschen vom Land in die Städte. Von den Erträgen in der Landwirtschaft können sie nicht mehr leben. Noch arbeiten knapp 60 Prozent aller Erwerbstätigen in diesem Sektor. Doch das wird sich ändern: In Zukunft werden die Menschen vor allem in der Industrie und in der Dienstleistungsbranche Arbeit finde. Niedrige Löhne in den Entwicklungsländern begünstigen die Landflucht. Die Folge: Die schon heute hohe Arbeitslosigkeit und die prekäre Armut in vielen Städten nehmen weiter zu.
Berufliche Qualifizierung bereits in der Grundschule?
Der größte Teil der Jugendlichen kann nur rund sechs Jahre zur Schule gehen. Weltweit erreichen rund 64 Prozent der Kinder eine weiterführende Schule. In den ärmsten Regionen schafft es nicht einmal jedes dritte Kind soweit. Außerdem ist der Schulbesuch oft die einzige Bildungsmöglichkeit. In den Schulsystemen vieler Länder wurde dies bereits in den Lehrplänen der Grundschulen berücksichtigt: berufliche Bildung soll schon früh auf dem Stundenplan stehen. Doch in den Schulen fehlen Lehrer, Geld und Unterrichtsmaterial.
Dieses Mädchen hatte Glück und hat eine Arbeit gefunden. Foto: Christoph Engel
Was tut die Kindernothilfe Österreich?
Die Kindernothilfe sieht die Lösung darin, die gesamte Gemeinschaft zu fördern. Mögliche Potenziale des lokalen Gemeinwesens müssen erkannt und dadurch der Inhalt der Programme bestimmt werden. Also: Was können Menschen in einem Dorf gemeinsam unternehmen, um neue Perspektiven für alle zu schaffen? Selbsthilfegruppen, die Geld sparen und sich gegenseitig kleine Kredite gewähren, sind ein Beispiel dafür, wie solche Projekte funktionieren können. Auch Weiterbildungen für alle oder gezielte Förderung von Handwerkern können helfen, ein Dorf zu stärken.
In den vergangenen Jahren finden auch Absolventen von Berufsausbildungs-Programmen nur schwer Arbeit. Deswegen fördert die Kindernothilfe kleine, auf lokale Bedürfnisse zugeschnittene Programme statt große Ausbildungszentren. So können die Partner vor Ort auf Marktnischen schnell reagieren und eng mit lokalen Handwerkern und Kleinbetrieben zusammen arbeiten.
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