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HIV/Aids

Aids - Kinder sind besonders verletzlich

AidswaisenfamilieDieses Mädchen aus Sambia hat seine Eltern durch Aids verloren. Foto: Kindernothilfe/Engel

Auch wenn die HIV-Pandemie aus den internationalen Schlagzeilen geraten ist - für die Kinder hat sie ihren Schrecken noch nicht verloren. HIV und Aids haben für sie in mehrfacher Weise traumatische Auswirkungen.

Schon zu Lebzeiten ihrer an Aids erkrankten Eltern lasten Pflege, wachsende Armut und nicht zuletzt soziale Ausgrenzung schwer auf den Kindern. Der meist unvermeidbare Verlust von Vater und Mutter lässt diese Kinder schutzlos, verstört und ohne Einkommen zurück. In einer wachsenden Zahl von Kinderhaushalten kämpfen etwa Zwölfjährige für sich und ihre kleineren Geschwister schlicht ums Überleben. Diese verletzlichen Kinder laufen besonders in Gefahr, missbraucht, ausgebeutet oder um ihr Zuhause gebracht zu werden.

Bereits fünfzehn Millionen Kinder trifft dieses Schicksal weltweit. Diese Zahl entspricht nahezu der zweifachen Einwohnerzahl Österreichs. Nach wie vor werden täglich rund 1.500 Kinder mit dem HI-Virus geboren, obwohl es bewährte Verfahren gibt, um eine Übertragung während der Geburt zu verhindern. Ohne rechtzeitige medizinische Behandlung gibt jede dritte HIV positive Mutter bei der Geburt das Virus an ihr Baby weiter. Auch beim Zugang zu lebensverlängernden anti-retroviralen Medikamenten sind die Jüngsten besonders benachteiligt. Fast 90 Prozent der weltweit an Aids erkrankten Kinder erhalten nicht jene Behandlung, die sie dringend benötigen würden. Vielerorts fehlt für sie noch eine einfach anzuwendende, kindgerechte Therapie.

Bei weltweiten Maßnahmen im Kampf gegen Aids wird den Anliegen der Kinder zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Für sie ist jedoch besonders wichtig, möglichst früh in kindgerechte Aidsprogramme aufgenommen zu werden. Für die Kindernothilfe ist eine Strategie, die gleichzeitig Prävention, uneingeschränkte Behandlung von Aids-Kranken und Lebensperspektiven für Waisenkinder ermöglicht, am besten geeignet, die Pandemie einzudämmen. Viele von Aids Betroffene bekommen so wieder eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben. Deshalb setzt sich die Kindernothilfe Österreich als Koordinationstelle des Österreichischen Aktionsbündnisses gegen Aids dafür ein, dass Regierungen und Pharmaindustrie endlich die versprochenen Maßnahmen für Kinder im Kampf gegen Aids einleiten. Nicht zuletzt deshalb, weil die Betroffenen selbst nicht über ausreichende politische Macht verfügen, damit ihren Problemen von der Politik die nötige hohe Priorität eingeräumt wird.

Die Kindernothilfe selbst fördert gemeinsam mit Partnerorganisationen Projekte, die Aufklärungsarbeit leisten und gleichzeitig von Aids Betroffene, insbesondere Kinder, unterstützen. In Selbsthilfegruppen können sich diese Menschen gegenseitig unterstützen und gemeinsam auch besser ihre Rechte auf Bildung und Gesundheit einfordern. In einigen Pilotprojekten werden auch an Aids erkrankte Kinder mit kindgerechten anti-retroviralen Medikamenten behandelt. Diese lebensrettende Therapie ist für diese Mädchen und Buben wie ein neu geschenktes Leben.  

 

 


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