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HIV/Aids

Bei Aids steht alles auf dem Spiel

Jeden Tag sterben 1.400 Kinder an der Immunschwäche. Fast 600.000 Säuglinge werden jedes Jahr durch ihre Mütter mit dem Virus neu infiziert. Bislang haben 15 Millionen Kinder einen oder beide Elternteile durch die Krankheit verloren. Obwohl jedes sechste Opfer der Pandemie ein Kind ist, gibt es noch keine kindgerechten Medikamente. Weltweit werden bis zum Jahr 2010 rund 45 Millionen neue HIV-Infektionen erwartet, der Großteil davon in Afrika und Asien.

Orange Farm, Squatter Camp bei JohannesburgMädchen im Tennyson House, einer Bleibe für Aids-Waisen und Straßenkinder in Südafrika. Foto: Christoph Engel

Aids trifft vor allem die Armen. Wer Aids hat, rutscht noch tiefer in die Armut:
Dieser verhängnisvolle Zusammenhang führt dazu, dass heute neun von zehn HIV-Infizierten in den Entwicklungsländern leben. Die Menschen dort können sich einen Schulbesuch nicht leisten, wissen über die Gefahren von HIV nicht Bescheid. Zwei Drittel der jungen Frauen im südlichen Afrika wissen nicht, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Eine ärztliche Behandlung können sich viele Menschen nicht leisten. Wenn Eltern an Aids sterben, bleiben Kinder unversorgt zurück. Sie müssen für den Lebensunterhalt ihrer jüngeren Geschwister sorgen und wachsen ohne Fürsorge auf.

 

Diaz erklärt Schülern das Benutzen eines KondomsAufklärungsunterricht in Uganda. Foto: Christoph Engel Prävention, Behandlung der Infizierten und Lebensperspektiven für Aids-Waisen schaffen:
So lautet die Strategie, um die Pandemie einzudämmen und Betroffenen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Kindernothilfe fördert Projekte, die Aufklärungsarbeit leisten sowie HIV-Infizierte und von Aids Betroffene unterstützen. Dazu gehören auch Selbsthilfegruppen. Dort arbeiten Menschen, deren Familien durch Aids auseinander gerissen wurden, gemeinsam für Bildung, Gesundheit und Lebensunterhalt.

Herausforderung Prävention
Durch Enthaltsamkeit, Treue und mit Kondomen können sich die Menschen vor einer Infektion mit HIV schützen. Um sinnvolle Präventionsarbeit zu leisten, muss in Schulen und der Öffentlichkeit offen über Infektionsrisiken und über Schutzmöglichkeiten gesprochen werden. Nur so gibt es eine Chance, die Aids-Epidemie einzudämmen. Eines der wenigen Beispiele für erfolgreiche Präventionsarbeit ist Uganda. Dort gehen dank der guten Aufklärungsarbeit die Infektionsraten zurück.

Foto: Jens Großmann Behandlung gibt Hoffnung
Seit einigen Jahren gibt es auch in Entwicklungsländern bezahlbare Medikamente für die antiretrovirale Therapie (ART). Immer mehr Menschen lassen sich beraten und auf HIV testen. Ein Problem ist aber die dauerhafte Finanzierung der ART. Die Patienten müssen ihr Leben lang täglich einen Cocktail aus mehreren Medikamenten einnehmen. Die wechselnde Zusammensetzung muss von gut ausgebildeten Gesundheitsfachkräften festgelegt haben. Weltweit fehlen jedoch 500.000 medizinische Fachkräfte. Die Kosten der Medikamente sind zwar deutlich gesunken. Neu entwickelte Medikamente sind aber noch immer so teuer, dass sie den Hauptanteil der Haushalte von Gesundheitsministerien der Entwicklungsländer ausmachen.

Die Selbstbeteiligung an den Kosten, aber auch die tägliche Einnahme ist für die Betroffenen das größte Problem. Wer mit der ART aussetzt, riskiert, dass sich Resistenzen gegen Medikamente bilden. Bei einigen Menschen wirken die Medikamente nicht, für sie müssen weiterführende Präparate entwickelt werden.

Keine Medikamente für Kinder
Besonders aber fehlt es an speziellen Medikamenten für Kinder. Sie wurden immer noch nicht entwickelt. Um Kinder überhaupt behandeln zu können, stellen Ärzte Sirups selbst zusammen oder zerbrechen Pillen. Der Nachteil bei letzterer Methode ist vor allem der: Nicht nur die Dosierung der Medikamente ist bei Erwachsenen und Kindern unterschiedlich, auch die Zusammensetzung muss auf den kindlichen Körper abgestimmt sein.

Aids-Waisen bei Women for ChangeAids-Waise in Sambia.
Foto: Ralf Krämer
Aids-Waisen brauchen Unterstützung

Die Zahl der Aids Waisen wächst weiter. Heute gibt es bereits 15 Millionen Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind. Im Jahr 2025 werden es rund 40 Millionen Aidswaisen sein. Davon gehen Schätzungen der UN aus. Ein Konzept zur Dorfentwicklung und für die Entwicklung von Lebensperspektiven für Aids-Waisen ist schon allein deshalb notwendig, um die traumatisierten Kinder aufzufangen und neue Lebensgrundlagen für sie zu schaffen.


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