Spendenshop Suche
Pate werden Jetzt spenden Spendenshop
Seit 25 Jahren setzen wir uns für Kinder in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. (Grafik: Martin Renner)

"Ich würde meine Pateneltern gerne treffen"

Die Geschichte von Esha klingt wie eine von vielen. Durch den Tsunami im Dezember 2004 stand die Familie der damals 14-Jährigen vor dem Nichts, alles war verloren, von den Wassermassen mitgerissen. Esha besuchte gerade die 10. Schulstufe und für ihren Vater war sofort klar, dass sie sie Schule abbrechen und Geld verdienen müsse. Doch die Jugendliche nahm ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie bat nach dem Tsunami ein Rettungsteam um Hilfe, die brachten sie nach „Gnanapoo Illam“, dem von der Kindernothilfe finanzierten „Haus der Weisheit“. Ab diesem Moment änderte sich ihr Leben und Eshas Geschichte ist nicht mehr nur eine von vielen.

Das ehemalige Patenkind aus Gnanapoo Illam hat ihren Weg gemacht. (Foto: Kindernothilfe)
Das ehemalige Patenkind aus Gnanapoo Illam hat ihren Weg gemacht. (Foto: Kindernothilfe)

Der 2. Jänner 2005 wird Esha für immer in Erinnerung bleiben. Es war der Tag, an dem die 14-Jährige nach Gnanapoo Illam übersiedelte und in dem Mädchenwohnheim ein neues Zuhause fand. „Mein einziges Ziel war es, meine Ausbildung fortzusetzen, eine Arbeit zu finden und später für meine Eltern sorgen zu können“, erinnert sich die heute 30-Jährige. „Nur durch das Kindernothilfe-Projekt bin ich zu dem geworden, was ich werden wollte.“

Im „Haus der Weisheit“ werden gemeinsam mit dem Kindernothilfe-Projektpartner TELC Mädchen wie Esha aus ärmlichsten, schwierigsten Verhältnissen betreut. Rund 200 Mädchen leben in dem Wohnheim in Tamil Nadu, sie alle stammen aus Familien, die ihren Töchtern keinerlei Zukunftsperspektiven bieten können. Ihr Alltag Zuhause ist in den meisten Fällen von Gewalt und Vernachlässigung geprägt. Denn noch immer glauben viele Eltern, dass es sich nicht lohnt, in ihre Töchter zu investieren, da diese nach der Heirat in den „Besitz“ und Haushalt der Schwiegerfamilie abwandern. Umso wichtiger ist es, diese benachteiligten Mädchen zu unterstützen, damit sie später einmal aus eigener Kraft den Teufelskreis aus Armut, Diskriminierung und Ausbeutung durchbrechen und ein selbstbestimmtes führen können.

Gute und ausgewogene Ernährung steht auf dem täglichen Speiseplan.
Gesunde und ausgewogene Ernährung steht
auf dem täglichen Speiseplan der Mädchen.
Bildung als Grundvoraussetzung für eine selbstbestimmte Zukuft.
Bildung als Grundvoraussetzung für eine
selbstbestimmte Zukuft.

„Unser Ziel ist es, dass die Mädchen nach dem Verlassen des Heims in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen und ein gutes, eigenständiges Leben zu führen“, betont auch Heimleiterin Katharinal Punithavathy. Gnanapoo Illam ist also vor allem eines: ein Ort der Sicherheit und liebevolles Zuhause. Hier wird täglich frisch gekocht und auf eine ausgewogene Ernährung geachtet. Medizinische Versorgung und Beratungen zu Gesundheits- und Hygienethemen gehören genauso zum neuen Alltag wie Sport und Musik sowie natürlich die Ausbildung der Schülerinnen.

Esha hat es geschafft!
Esha freut sich auf ihre Zukunft, in die sie gut gerüstet gestartet hat.

„Ich habe immer sehr hart gearbeitet, um gute Noten in der Schule zu bekommen“, lacht Esha heute. Nach ihrem Schulabschluss war es ebenfalls das Team von Gnanapoo Illam, das ihr half, den richtigen Weg zu finden: Gemeinsam wurden Bewerbungen für ein Technikkolleg in der Großstadt Chennai geschrieben – mit Erfolg. Die junge Erwachsene schloss dort ihr Bachelor-Studium in Informatik ab, erwarb dann noch einen Master-Abschluss und einen MBA in Human Ressource Management. Heute arbeitet das ehemalige Patenkind als Professorin einer Ingenieurschule südlich von Porayar. „Jeden Tag denke ich an die Menschen, die wie Eltern für mich waren und an meinem Leben beteiligt sind. Ohne sie wäre ich heute nicht in der Lage, ein normales Leben zu führen“, erinnert sich Esha an ihre Zeit im „Haus der Weisheit“. Einen großen Wunsch hat die Informatikerin jedenfalls noch: „Ich würde meine Pateneltern gerne einmal in meinem Leben treffen, sie umarmen und ihnen für alles danken, was sie für mein Leben getan haben!"