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Seit 25 Jahren setzen wir uns für Kinder in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. (Grafik: Martin Renner)

Stefan Badegruber fotografiert für die Kindernothilfe

Der Werbe- und Modefotograf inszeniert schon seit vielen Jahren Prominente und Paten für die Kindernothilfe-Plakatkampagnen. Denn soziales Engagement, Empathie und aufeinander zu schauen sind ihm sehr wichtig. Warum erzählt er im Interview.

Stefan Badegruber fotografierte Manuel Ruibey für die aktuelle Patenkampagne. (Foto: Nela Pichl)

Badegruber: Meine liebsten Fotomotive sind Menschen und ihre Gefühle. Ich werde niemals müde, spannende Menschen zu fotografieren. Wobei spannende Persönlichkeiten keine Personen sein müssen, die viel erlebt haben, die viel wissen oder die berühmt sind. Sondern Personen, die etwas zu erzählen haben. Das Erzählen ist dabei nicht unbedingt abhängig von der Verständlichkeit einer gesprochenen Sprache, denn als Fotograf ist mir jede Sprache recht, die ich mehr oder weniger verstehen kann. Ich lese mir meine eigene Geschichte zusammen: wie es hätte sein können, wie ich es empfinde, wie ich es interpretiere und wie ich die Geschichte fotografisch weitererzählen möchte.

Weshalb engagieren Sie sich schon so lange für die Kindernothilfe?

Badegruber: Ich wurde in meiner Jugend als Pressefotograf schon sehr früh mit den verschiedensten Schicksalsschlägen konfrontiert, mit allem was die Tagespresse an menschlichen Tragödien zu bieten hat. Einige dieser Ereignisse haben sich bis heute eingebrannt. Es war für mich eine prägende Zeit in der ich so viel über „die Menschen“ lernen durfte, in der ich auch zum ersten Mal begriff, wie oft wir ganz knapp dem Schicksal entrinnen. Mir wurde als wohlbehüteter Jugendlicher klar, dass es auch mich jederzeit treffen kann. Mit diesen Gedanken im Kopf habe ich sofort zugesagt, mich als Fotograf für die Kindernothilfe zu engagieren. Als Vater zweier Buben reagiere ich beim Thema „notleidende Kinder“ zusätzlich sehr emotional. Das Konzept der Kindernothilfe und das Thema Patenschaft hat mir von Anfang an gefallen, die visuelle Umsetzung ist immer wieder aufs Neue spannend.

Warum ist es so wichtig, soziales Engagement „in Szene zu setzen“?

Badegruber: Grundsätzlich empfinden wir als Menschen und soziale Wesen schon als kleine Kinder Empathie. Durch unsere Erziehung zum Durchbeißen im Leben, durch die Mantra-artige Wiedergabe von erfolgsunterstützenden Phrasen, die uns als Einzelkämpfer zum beruflichen Erfolg treiben sollen, verlieren aber viele Menschen den Blick auf die Mitmenschen. Wir werden zu Individuen, die wie verwöhnte Einzelkinder immer nur den Blick auf das eigene Wohl kennen. Da wir aber als soziale Wesen für das „Gemeinsame“ genetisch programmiert sind, können Mitmenschen-missachtende Konzepte langfristig nicht zu einem Erfolg der Menschheit führen. Negative Energie, die uns ständig umgibt, muss durch positiv einwirkende Konzepte versucht werden auszugleichen. Jede soziale Tätigkeit leistet hier einen wesentlichen Beitrag. Denn die Arbeit mit Menschen und das Helfen fördern positives Empfinden.

Die Kindernothilfe Österreich feiert heuer ihr 25-jähriges Bestehen. Was möchten Sie uns mit auf den Weg geben?

Badegruber: Wir alle brauchen einander, nur sehr wenige brauchen niemanden. Und die meisten, die meinen, sie bräuchten niemanden, brauchen im Grunde auch die anderen - ohne es vielleicht zu begreifen. Wir alle sollten also aufeinander schauen, und da ganz speziell auf die Kleinsten. Kinder sind unsere Zukunft. Wir sind verpflichtet, die Schwächsten unserer Gesellschaft zu schützen, zu fördern und mit großer Achtsamkeit und Liebe aufwachsen zu lassen.