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Seit 25 Jahren setzen wir uns für Kinder in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. (Grafik: Martin Renner)

"Wir wollen auch in Zukunft etwas bewegen"

Die Kindernothilfe Österreich feiert heuer im Herbst ihren 25. Geburtstag. Seit der Gründung 1996 ist viel gelungen: aus dem winzigen Verein mit einem einzigen unterstützten Projekt ist eine in Österreich anerkannte Organisation geworden. Robert Fenz, Vorstandsvorsitzender und Gründungsmitglied, blickt auf das erste Vierteljahrhundert Kindernothilfe Österreich zurück.

Robert Fenz, Vorstandsvorsitzender und Gründungsmitglied
Robert Fenz, Vorstandsvorsitzender und Gründungsmitglied

Die beiden Geschichten hinter der Gründung der Kindernothilfe Österreich:

Einerseits war die Gründung der Kindernothilfe Österreich als Partnerorganisation der Kindernothilfe in Deutschland natürlich ein formal notwendiger Schritt – um Paten und Patinnen aus Österreich die Möglichkeit zu geben, die Hilfsorganisation direkt in Österreich zu unterstützen. So weit, so nüchtern. Andererseits aber gibt es eine für mich persönlich schöne Geschichte hinter der Gründung. Unser erstes in Österreich gefördertes Projekt war das Waisenhaus St. Moses in Jinja, Uganda. Mein Vater war Bauingenieur, an ihn wurde die Idee herangetragen, beim Ausbau des damals nur aus Holzbaracken bestehenden Kinderzentrums zu helfen. Leider sind meine Eltern kurz darauf verunglückt. Gemeinsam mit einem Freund von mir, dem Architekten Peter Klein, und anderen langjährigen Freunden haben wir also das Projekt weitergeführt. Haben gemeinsam gezeichnet, konzipiert – und in großem Stile Spenden gesammelt. Uns paar jungen Leuten ist es gelungen, einige Hunderttausend Schilling (umgerechnet Zehntausende Euro) zu sammeln und im Endeffekt in Uganda das heute noch von der Kindernothilfe Österreich geförderte St. Moses Kinderzentrum auszubauen. Darüber freue ich mich heute noch sehr!

Motorradfahrer Manfred war der erste Plakat-Pate der Kindernothilfe.
Motorradfahrer Manfred war der erste Plakat-Pate der Kindernothilfe.

Eine ganz besondere Erinnerung:

Eine wirklich große Erfolgsgeschichte war der Einstieg der Kindernothilfe Österreich in die flächendeckende Werbetätigkeit. Damals haben wir gleich einen aufmerksamkeitsstarken Schritt gewagt: Auf unseren Plakaten haben wir einen richtigen Biker auf seinem Motorrad als unseren Paten gezeigt – das hat natürlich nicht allen gefallen. Aber umgekehrt sehr viel Aufmerksamkeit erregt. Die Spendenmittel sind in Folge sehr deutlich angestiegen.

Gastfreundschaft ist für die Frauen der Selbsthilfegruppe selbstverständlich. (Foto: Jakob Studnar)
Gastfreundschaft ist für die Frauen der Selbsthilfegruppe selbstverständlich. (Foto: Jakob Studnar)

Ein beeindruckender Projektbesuch:

Meine erste Projektreise hat mich 2003 unter anderem nach Äthiopien geführt. Dort durfte ich das erste Mal das Prinzip der Frauen-Selbsthilfegruppen kennenlernen, mit denen die Kindernothilfe mittlerweile weltweit erfolgreich arbeitet. Noch heute in Erinnerung ist mir da die besondere Atmosphäre in dieser Frauengruppe. Wir Gäste wurden mit einer traditionellen Kaffeezeremonie empfangen, während welcher andächtig erst die Bohnen geröstet und dann zu Kaffee aufgegossen werden. Reihum hat jeder eine Tasse Kaffee getrunken. Und nebenbei haben sich die Frauen die ganze Zeit hindurch ausgetauscht – über Probleme, Sorgen, Möglichkeiten des Sparens und kleine Geschäftsideen, die sie umsetzen wollen. Dabei haben sie eine Hoffnung ausgestrahlt, die mich beeindruckt hat. Obwohl sie offensichtlich nichts hatten.

Das Kindernothilfe-Team
Das Kindernothilfe-Team ist bereit für die nächsten 25 Jahre "Kindern Zukunft schenken". (Foto: Martin Groebner)

Die Herausforderungen für die nächsten Jahre:

Wir haben vor kurzem einen Beirat mit Personen aus Wirtschaft und öffentlichem Leben gegründet. Die sieben Beiräte engagieren sich solidarisch für Kinder weltweit und tragen persönlich Verantwortung, die Lebenssituation der Ärmsten zu verbessern. Solche Kooperationen mit Unternehmen werden – neben unserem Hauptaugenmerk auf unseren Patinnen und Paten – ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Kindernothilfe sein. Auch unsere Arbeit in verschiedenen nationalen Netzwerken wird sicher noch an Bedeutung gewinnen. Bewusstseinsarbeit für die Probleme dieser Welt – sei es die Flüchtlingsfrage oder das Thema Kinder- und Menschenrechte – wird auch im eigenen Land immer wichtiger. Um auch in Zukunft wirklich etwas bewegen zu können.