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Kindernothilfe baut Zentrum für arbeitende Kinder

Zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordert die Kindernothilfe eine intensive Bekämpfung von ausbeuterischer Kinderarbeit – und baut ein Kinderzentrum für arbeitende Kinder in Peru.

Girasol mit ihrem Bruder bei der Arbeit:Reise nach Peru, Cajamarca vom 05.09. - 12.09.2013 zu den Partner IINCAP der Kindernothilfe. Das Projekt hat mehrere Komponenten - Fokus: Kinderarbeit in den Ziegeleien von Santa Barbara (Stadtteil von Cajamarca). (Quelle: Christian Herrmanny)
Viele Kinder schuften unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen. Quelle: Christian Herrmanny

Wien 8. Juni 2016 - Weltweit müssen 85 Millionen Kinder unter 14 Jahren unter sehr gefährlichen, ausbeuterischen Bedingungen arbeiten – etwa in Bergwerken oder Steinbrüchen, auf Plantagen oder in Fabriken. Die gesundheitsgefährdenden Tätigkeiten rauben ihnen nicht nur ihre Kindheit, sondern durch den fehlenden Schulbesuch auch eine Zukunftsperspektive. Zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordert die Kindernothilfe daher eine intensive Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit. Mit dem Bau eines Kinderzentrums für arbeitende Mädchen und Buben in Nordperu setzt die Hilfsorganisation zudem ein deutliches Zeichen gegen die Ausbeutung Minderjähriger.

Es ist die Armut, die Kinder in schwere, ausbeuterische Arbeit zwingt. Das Einkommen der Kinder wird schlicht für das tägliche Überleben der Familien benötigt. Für die Unternehmen sind Kinder als Arbeitskräfte billiger als Erwachsene - und stellen weniger Forderungen.

Im nordperuanischen Cajamarca, auf 2.700 Metern Höhe mitten in den Anden, leben die meisten Familien in äußerst prekären Verhältnissen. Hier steigt die Anzahl von Kinderarbeitern nach wie vor an – trotz einer allgemein rückläufigen Entwicklung im restlichen Peru. Die nationale Statistik ergab schon 2012, dass in der Region Cajamarca jedes zweite Kind zwischen sechs und 17 Jahren arbeitet. Dass hier Mädchen und Buben in den Ziegeleien, Kalkminen und Steinbrüchen von Santa Bárbara schwer schuften, gehört zum alltäglichen Bild. Die Haut der Kinder ist oft rissig und sogar blutig. Sie leiden an Nieren- und Harnwegsinfekten und das Gewicht der Steine führt zu Schäden an den noch wachsenden Knochen der Kinder. Ein gemeinsames Projekt von Kindernothilfe und dem lokalen Projektpartner IINCAP unterstützt die Familien dabei, den Teufelskreis von Armut und Kinderarbeit mit Bildung zu durchbrechen. Die Eltern werden geschult, damit sie, beispielsweise in der projekteigenen Bäckerei, höhere Einkommen erzielen und ihre Kinder nicht mehr arbeiten müssen. Die arbeitenden Mädchen und Buben wiederum erhalten Schulunterricht, Förderstunden, Lektionen zu Hygiene und Gesundheit, aber auch Zeit zum Spielen. Und auch die Lehrer werden mit einbezogen, erhalten Schulungen zur Didaktik und zur Integration arbeitender Kinder in den Regelunterricht. Um ausreichend Platz für die Aktivitäten mit den Kindern und auch die Schulungen zur Verfügung zu haben, finanziert die Kindernothilfe nun den Bau eines eigenen Zentrums für arbeitende Kinder und ihre Familien – in der direkten Nähe zu den Ziegeleien und Lehmgruben.

Die Kindernothilfe setzt sich in vielen ihrer Projekte für arbeitende Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. Sie fördert die Mädchen und Buben – aber auch ihre Eltern – mit nachhaltigen Entwicklungsprojekten und ermöglicht ihnen so einen Ausweg aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Gleichzeitig bietet das Hilfswerk den Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Bildung und stärkt sie, damit sie ihre Rechte einfordern und ihre Zukunft selbst gestalten können.

 

Rückfragen:
Mag. Julia Drazdil-Eder
Telefon: 01/513 93 30-60
julia.drazdil-eder@kindernothilfe.at