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Vater bringt Sohn das Radfahren bei. Foto: Jakob Studnar

Gemeinwesenentwicklung: Starkes Umfeld, starke Kinder

Das Wohl eines Kindes hängt sehr stark von seinem Umfeld ab. Haben Eltern kein ausreichendes Einkommen, leiden Kinder Hunger. Mangelt es an Hygienebewusstsein, drohen Kindern Krankheiten, die vermeidbar wären. Gibt es im Dorf keinen Zusammenhalt, werden die Menschen nicht gemeinsam versuchen, Probleme zu lösen. Deshalb fördert die Kindernothilfe nicht nur Kinder, sondern auch deren Lebensumfeld - ihre Familien und die Dorfgemeinschaft. Ziel dieser Gemeinwesenentwicklung ist die Stärkung der Eigeninitiative und der Selbsthilfekräfte der Menschen vor Ort – in etwa fünf bis acht Jahren sollen sich die Lebensbedingungen in den Gemeinden so verbessert haben, dass die Familien eigenständig und dauerhaft ein besseres Leben führen können.

Mit welchen Maßnahmen das alles geschieht, das passen wir mit unseren Partnern und den Projektbeteiligten immer genau an die unterschiedlichen Bedürfnisse sowie das jeweilige kulturelle, politische und wirtschaftliche Umfeld an. Dennoch ruhen alle unsere Gemeinwesenentwicklungs-Projekte auf vier Grundpfeilern:

1. Ernährung sichern

Hunger, Mangel- und Unterernährung sind in allen Projektgebieten allgegenwärtig. Wichtiges Ziel ist daher die langfristige Versorgung der Kinder und ihrer Familien mit Lebensmitteln. Durch Zusatznahrung für die Kleinsten, das gemeinsame Anlegen von Gemüsegärten, Gewächshäusern und Kleintierzuchten sowie Schulungen über verbesserte landwirtschaftliche Anbaumethoden helfen wir, die ausreichende Ernährung der Kinder, ihrer Familien und ganzer Dorfgemeinschaften langfristig sicherzustellen. Durch Kurse und gemeinsames Kochen wird auch das Bewusstsein der Familien für Vitamine, Nährstoffe und abwechslungsreiche Mahlzeiten gesteigert.

2. Gesundheit fördern

Mangelnde Hygiene und medizinische Versorgung, schlechte Wasserqualität oder Krankheiten wie HIV/Aids und Malaria belasten die Gesundheitssituation in den Projektgebieten. Gemeinsam mit den Familien bauen wir neue Brunnen und Wasserleitungssysteme, errichten Wassertanks und legen Latrinen an. Impfkampagnen helfen gegen vermeidbare Krankheiten, mehr Vorsorgeuntersuchungen reduzieren die Mütter- und Säuglingssterblichkeit. In Kursen schulen wir das Verständnis für Krankheitsbilder und Hygiene, in Workshops arbeiten die Dorfbewohner gemeinsam an Themen wie HIV/Aids, sexuell übertragbare Krankheiten, aber auch Missbrauch, Kinderrechte und Erziehung.

3. Bildung ermöglichen

Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien generationenübergreifend verbessert. Um Bildung zu fördern, bauen wir Kindertagesstätten und Schulen. Wir ermöglichen vielen Kindern, die bisher arbeiten mussten, den Schulbesuch. Und wir schulen Freiwillige aus der Region, die für die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder sorgen. Das Bewusstsein für eine gute Schulbildung wird in den Projektgebieten deutlich verbessert: Die Eltern lernen in Kursen Lesen, Schreiben und Rechnen – und sind somit gute Vorbilder für ihre Kinder. Berufliche Weiterbildungen – etwa zu Schneidern, Mechanikern oder Friseuren – ermöglichen neue Zukunftsperspektiven.

4. Selbsthilfekräfte stärken

Zusammenhalt und Zusammenarbeit in der Gemeinde sind von enormer Bedeutung: Probleme wie mangelnde Wasserversorgung oder Hygiene können nur gelöst werden, wenn die Bewohner gemeinsam Maßnahmen umsetzen, wie zum Beispiel einen Brunnen reaktivieren oder ein Kanalsystem bauen. Deshalb helfen wir den Menschen, sich zu organisieren – die Mädchen und Buben in sogenannten Kinderclubs, die Erwachsenen in Selbsthilfegruppen oder Komitees. Gemeinsam wird gespart und gespartes Geld an Mitglieder der Selbsthilfegruppen für die Umsetzung kleiner Geschäftsideen verliehen. Gemeinsam können die Menschen außerdem politische Kräfte entwickeln und bei Regierungsbehörden ihre Bürgerrechte einfordern.