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Eine Frau packt Aidsmedikamente ab. (Foto: Alexander Volkmann)

HIV/Aids: Den Teufelskreis durchbrechen

Zwischen 2001 und 2011 wuchs nach Angaben von UNICEF die Zahl der Kinder, die einen oder beide Elternteile durch die Krankheit verloren haben, von 11,5 auf 17,3 Millionen. Die meisten dieser Waisen – fast 15 Millionen – leben in Afrika. Doch auch in Asien und Osteuropa nimmt die Situation dramatische Züge an. Seit dem Jahr 2000 hat sich hier die Zahl der HIV-Infizierten verdreifacht. Prävention, Behandlung der Infizierten und Lebensperspektiven für Aids-Waisen schaffen: So lautet die Strategie, um die Pandemie einzudämmen und Betroffenen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Kindernothilfe ist gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort aktiv gegen die weitere Ausbreitung von HIV/Aids und eröffnet Betroffenen langfristige Behandlungsoptionen.

Was ist HIV/Aids?

Aids ist allgemein bekannt als eine Schwäche des körpereigenen Abwehrsystems, die durch den Immunschwächevirus HIV (= Human Immunodeficiency Virus) verursacht wird. Das Wort Aids steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficienary Syndrome“ und heißt übersetzt „Erworbener Immundefekt“. Während HIV demnach „nur“ das Virus bezeichnet, meint Aids den Ausbruch der Krankheit und damit die Schädigung des Immunsystems samt Folgeerscheinungen durch das HI-Virus.

Charakteristisch ist, dass das HI-Virus die körpereigenen Zellen angreift, die wiederum für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind. Eine Abwehr von Krankheiten ist folglich nicht mehr möglich und mit der Zeit sterben die Zellen ganz ab, das Immunsystem bricht irgendwann ganz zusammen.

Typischerweise sind die ersten Symptome nach einer Ansteckung mit dem HI-Virus Fieber, Hautausschlag oder geschwollene Lymphknoten. Es gibt jedoch auch Infizierte, die zunächst jahrelang beschwerdefrei leben. Anschließend folgen Symptome der ersten Aids-Stadien wie beispielsweise Fieber, Durchfall, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme. Infizieren kann man sich über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit oder auch die Muttermilch.

  • HIV/Aids – vor allem in den Ländern des Südens ein Problem

    Die Ausbreitung von HIV/Aids weltweit ist erschreckend:

    • Zurzeit leben nach Angaben von UNAIDS weltweit etwa 36,7 Millionen Menschen mit HIV/Aids,

    • Ca. 50 Prozent davon sind Frauen, mehr als die Hälfte von ihnen leben im südlichen Afrika (UN Aids 2017),

    • Jedes Jahr infizieren sich 1,8 Millionen Menschen mit HIV (Stand 2016),

    • Im Jahr 2016 starben eine Million Menschen an Aids (UN Aids 2017),

    • Mehr als 95 Prozent der Menschen mit HIV/Aids leben in Schwellen- und Entwicklungsländern.

    Kinder und Jugendliche sind besonders betroffen. Jeden Tag sterben über 1000 Kinder an der Immunschwäche. Rund 370.000 Säuglinge werden jedes Jahr durch ihre Mütter mit dem Virus neu infiziert. Bislang haben nach Angaben von UNICEF rund 17.3 Millionen Kinder einen oder beide Elternteile durch die Krankheit verloren. Es fehlt immer noch an kindgerechten Medikamenten.

    Die am meisten betroffene Region der Welt liegt südlich der Sahara in Afrika. Dort leben über 90 Prozent aller Kinder, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Insgesamt leben dort nach Angaben von UNAIDS etwa 23,5 Millionen Menschen mit HIV/Aids. Während in 39 Ländern die Infektionsrate zwischen 2001 und 2011 um mehr als 25 % fiel, stieg sie in 9 Ländern im selben Zeitraum um mehr als 25% an, dazu gehören: Bangladesch, Georgien, Indonesien, Kasachstan, Kirgisistan, Philippinen, Moldawien, Sri Lanka, Guinea-Bissau. Am stärksten steigend die HIV-Infektionsraten in Osteuropa und Zentralasien. Auch in China, Indien, Indonesien und Vietnam, die zusammen mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung stellen, steigt die Neuinfektionsrate schnell an. Nur etwa 36 Prozent der Aidskranken in Schwellen- und Entwicklungsländern bekommen die lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente.

  • Behandlungsmöglichkeiten

    Ärztliche Btreuung auf dem Land
    In Uganda sind mobile Aidskliniken im Einsatz.

    Aids ist nicht heilbar. Es gibt jedoch Medikamente, die das Leben infizierter Menschen verlängern. Die so genannte Antiretrovirale Therapie (ART) verhindert eine Ausbreitung des Virus. Im besten Falle können die Viren anschließend im Blut kaum noch nachgewiesen werden. Auch die Übertragung des Virus von Mutter zu Kind kann durch Medikamente nahezu verhindert werden.

    Der große Nachteil dieser Medikamente ist ihr Preis. Für die Menschen in Entwicklungsländern sind die Medikamente kaum bezahlbar. Für Kinder fehlen darüber hinaus noch einfach anzuwendende, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Medikamente. Um Kinder überhaupt behandeln zu können, stellen Ärzte Sirups selbst zusammen oder zerbrechen Pillen. Der Nachteil bei letzterer Methode ist vor allem der: Nicht nur die Dosierung der Medikamente ist bei Erwachsenen und Kindern unterschiedlich, auch die Zusammensetzung muss auf den kindlichen Körper abgestimmt sein.

    Insgesamt haben nur 28 Prozent der erkrankten Kinder Zugang zur Behandlung.

    Seit einigen Jahren gibt es durch kostengünstigere Medikamente Hoffnung auf eine Ausweitung der Therapie. Immer mehr Menschen lassen sich beraten und auf HIV Testen. Problematisch ist jedoch, dass die Medikamente ein Leben lang eingenommen werden müssen, was trotz eines geringeren Verkaufspreises auf lange Sicht enorme Kosten mit sich bringt. Darüber hinaus muss die wechselnde Zusammensetzung der Medikamente von gut ausgebildeten Gesundheitsfachkräften festgelegt haben. Dafür fehlt es jedoch an medizinischen Fachkräften. Für die Betroffenen ist die Selbstbeteiligung an den Kosten, aber auch die tägliche Einnahme das größte Problem. Wer mit der Therapie einmal aussetzt, riskiert, dass sich Resistenzen gegen Medikamente bilden. Bei einigen Menschen wirken die Medikamente nicht, für sie müssen weiterführende Präparate entwickelt werden.

  • Armut und Aids – ein Teufelskreis

    Ohne Geld keine Schulbildung, ohne Bildung kein Wissen über Gefahren und Prävention: So beginnt der Teufelskreis aus Armut und HIV. Wer an der Immunschwäche erkrankt, kann ohne teure Behandlung nicht mehr arbeiten. Kinder müssen für die kranken Eltern einspringen und ganze Familien versorgen. Und können so nicht mehr zur Schule gehen, wo sie über HIV und Schutz vor Ansteckung aufgeklärt werden könnten. Weltweit verfügen nur etwa 34 Prozent der Menschen über ein ausreichendes Wissen zum Thema HIV/Aids. Dies führt dazu, dass HIV-positive Menschen aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Die Krankheit gilt in vielen Gegenden als Strafe Gottes. Aidskranke werden diskriminiert.

  • Aids besiegen!

    Prävention, Behandlung der Infizierten und Lebensperspektiven für Aids-Waisen schaffen: So lautet die Strategie, um die Pandemie einzudämmen und Betroffenen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Kindernothilfe fördert Projekte, die Aufklärungsarbeit leisten sowie HIV-Infizierte und von Aids Betroffene unterstützen.

    Durch Enthaltsamkeit, Treue und mit Kondomen können sich die Menschen vor einer Infektion mit HIV schützen. Um sinnvolle Präventionsarbeit zu leisten, muss in Schulen und der Öffentlichkeit offen über Infektionsrisiken und über Schutzmöglichkeiten gesprochen werden. Nur so gibt es eine Chance, die Aids-Epidemie einzudämmen.

    In unserer Projetarbeit spielen auch Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle. Dort arbeiten Menschen, deren Familien durch Aids auseinander gerissen wurden, gemeinsam für Bildung, Gesundheit und Lebensunterhalt. In Pilotprojekten in Indien werden erkrankte Mädchen und Jungen mit Antiretroviraler Therapie (ART) behandelt. Ohne ART würden diese Kinder nicht älter als acht oder zehn Jahre. Die Therapie ist für sie wie ein geschenktes Leben. Projekte wie diese können jedoch auch wegen fehlender kindgerechter Medikamente nur da angeboten werden, wo Fachmediziner die ART kindgerecht verabreichen.

  • Aktionsbündnis gegen Aids

    Die Kindernothilfe Österreich hat sich als Mitglied im Österreichischen Aktionsbündnis gegen HIV/Aids zur Aufgabe gesetzt, in Österreich ein stärkeres Bewusstsein über die nationale und internationale Dimension von HIV/Aids zu veranken. Details unter: www.aidskampagne.at

Südafrika: Kampf gegen HIV/Aids

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HIV/Aids-Präventionsprogramm im Township Cato Manor bei Durban. Die Kinder werden gefördert, gestärkt und auf ein besseres Leben vorbereitet.

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Sambia: Stärkung der Ärmsten

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Stärkung und Mobilisierung der Gemeinschaft für eine bessere Zukunft in Choma, Sambia.

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