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Ein ruandisches Kind im Feld mit einer Karotte. (Quelle: Jakob Studnar)

Armut bekämpfen - Zukunft schenken

Noch immer leben weltweit knapp 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut, die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Armutsbekämpfung ist deshalb eine zentrale Aufgabe der Kindernothilfe. Sowohl in unserer Projektarbeit vor Ort als auch durch politische Lobbyarbeit setzen wir uns dafür ein, dass Armut und Hunger ihr weltweites Ende finden - denn erst dann haben Kinder rund um den Globus die Chance auf eine faire Zukunftsperspektive.

Nach einer Definition der Weltbank leidet unter extremer Armut, wer weniger als 1,25 US-Dollar am Tag zur Verfügung hat. Nach jüngsten Schätzungen sind rund 1,2 Milliarden Menschen davon betroffen. Im globalen Vergleich ist der prozentuale Anteil der Armen in Afrika am größten. Nach Angaben der Weltbank lebt südlich der Sahara beinahe die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut - Tendenz steigend (von 290 Millionen Menschen im Jahr 1990 auf 414 Millionen im Jahr 2010). Legt man den Indikator für „allgemeine Armut“ an, der eine Grenze von 2 US-Dollar pro Tag vorsieht, leben 2,6 Milliarden Menschen in Armut. Etwa die Hälfte der rund 2,2 Milliarden Kinder weltweit wächst in Armut auf.

  • Die Ursachen von Armut

    Die Ursachen für Armut sind vielfältig und unterscheiden sich regional: fehlender Zugang zu Bildung, die Ausbreitung von Krankheiten wie HIV/Aids sowie unzureichende Gesundheitsversorgung, Kriege und bewaffnete Konflikte, aber auch fehlende Infrastruktur und mangelnde technische Ausstattung können Armut verursachen.

    Kulturelle Faktoren, rasantes Bevölkerungswachstum, eine korrupte Regierungsführung und eine hohe Staatsverschuldung sind häufig Teil des Problems. Der Klimawandel beschleunigt die Ausbreitung von Armut zusätzlich: anhaltende Dürreperioden, Überschwemmungen und Naturkatastrophen berauben viele Menschen ihrer Existenzgrundlage.

  • Folgen für Kinder

    Die Folgen von Armut sind für Kinder und Jugendliche besonders gravierend. UNICEF macht die Komplexität und Vielfalt von Kinderarmut durch folgende Definition deutlich:

    Definition Kinderarmut

    In Armut lebende Kinder erleben den Mangel an materiellen, geistigen und emotionalen Ressourcen, die sie zum Überleben und zu ihrer Entwicklung brauchen. Dadurch sind sie nicht fähig, ihre Rechte zu genießen, ihr Potenzial zu entwickeln und als gleichgestellte Mitglieder der Gesellschaft teilzunehmen. Quelle: UNICEF 2004

    Noch immer stirbt alle fünf Sekunden ein Kind an den Folgen extremer Armut. Die Ausbreitung von Krankheiten durch mangelnde Hygiene in Folge von Armut ist rasant, die Verbreitung von HIV/Aids hoch. Etwa zwei Millionen Kinder unter 15 Jahren sind weltweit mit dem HI-Virus infiziert, 50 Prozent der HIV-positiven Kinder sterben bevor sie das zweite Lebensjahr vollendet haben. Wachsen Kinder in Armut auf, leidet ihre physische und psychische Entwicklung. Viele müssen aufgrund von Armut schon in jungen Jahren schwer arbeiten, um das Überleben zu sichern und haben keine Chance, sich durch einen Schulabschluss die Perspektive auf eine bessere Zukunft zu schaffen. Kriege und Konflikte verschlimmern die Situation enorm. Mädchen werden tendenziell beim Zugang zu Nahrungsmitteln, Bildung und Gesundheit benachteiligt.

    Ein großer Teil der in Armut aufwachsenden Kinder lebt in Afrika, ganz überwiegend stammen sie aus ländlichen Gebieten und gehören ethnischen oder religiösen Minderheiten an. Auch kulturelle Faktoren sind entscheidend.

  • Armutsbekämpfung in den Projekten der Kindernothilfe

    Armutsbekämpfung spielt in unseren Projekten eine wichtige Rolle. Diese haben die nachhaltige Entwicklung der Kinder und ihrer Familien zum Ziel, die vom Beginn an in die Planung und Durchführung eines Projektes einbezogen werden.

    • Das wichtigste Ziel von Projekten zur Armutsbekämpfung ist die Befriedigung von Grundbedürfnissen. Dazu gehören zum Beispiel bessere Gesundheitsdienste, Trinkwasserversorgung oder eine ausgewogene Ernährung.
    • Das Recht auf Bildung wird durch den Zugang zu Grundbildung und schulischer Förderung verwirklicht.
    • Da Mädchen in vielen Bereichen immer noch diskriminiert werden, müssen Mädchen und junge Frauen gezielt gefördert werden.

    Den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen ist schwierig. Deshalb setzen wir an verschiedenen Punkten an. Wir versuchen gemeinsam mit den Eltern neue Einkommensoptionen zu schaffen, die ein Leben in Selbstständigkeit ermöglichen. So können sie eine gesunde Ernährung, Zugang zu Gesundheitsversorgung und den Schulbesuch ihrer Kinder ermöglichen.

    Kinder werden für ihre Rechte sensibilisiert, damit sie Unrecht erkennen, anklagen und ihre Lebensumstände auch aus eigener Kraft verbessern können. Spezielle Schul- und Berufsbildungsprogramme geben ihnen das nötige Rüstzeug, um langfristig auf eigenen Beinen zu stehen.

    Darüber hinaus nehmen wir gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort auch die Regierungen in die Pflicht. Sie müssen ein günstiges Rahmenwerk schaffen, das eine gesunde Entwicklung frei von Armut und Hunger möglich macht, die Erfüllung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung sicherstellt und ihre Rechte verwirklicht.

  • Millenniums-Entwicklungsziele – Die Welt hinkt hinterher

    Im Jahr 2000 haben sich die Regierungschefs der Welt verpflichtet, die Armut deutlich zu reduzieren und hierfür acht messbare „Millenniumsentwicklungsziele“ (Millennium Development Goals, MDG) abgeleitet, die bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden sollen.

    Die Millenniumsentwicklungsziele

    Ziel 1: Hunger und extreme Armut beseitigen

    Der Anteil der Weltbevölkerung, der weniger als 1,25 US-Dollar täglich zur Verfügung hat, soll bis 2015 um die Hälfte gesenkt werden. Der Anteil der hungernden Menschen soll halbiert werden. Alle Menschen sollen eine produktive und menschenwürdige Beschäftigungsmöglichkeit erhalten.

    Ziel 2: Grundschulbildung für alle Kinder

    Bis zum Jahr 2015 soll sichergestellt werden, dass alle Kinder weltweit eine Grundschulbildung vollständig abschließen können.

    Ziel 3: Gleichstellung und stärkere Beteiligung von Frauen

    Die Geschlechterungleichheit in der Primär- und Sekundarschulbildung soll bis 2015 beseitigt werden.

    Ziel 4: Kindersterblichkeit verringern

    Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren soll bis 2015 um zwei Drittel gesenkt werden.

    Ziel 5: Die Gesundheit von Müttern verbessern

    Die Müttersterblichkeitsrate soll bis zum Jahr 2015 um drei Viertel gesenkt und der allgemeine Zugang zu Maßnahmen der reproduktiven Gesundheit sichergestellt werden.

    Ziel 6: HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen

    Die Ausbreitung von HIV/Aids, Malaria und anderen schweren Krankheiten soll bis zum Jahr 2015 gestoppt werden und die Zahl der Neuinfektionen rückläufig sein. Bis 2010 sollen alle HIV-Infizierten umfassenden Zugang zu medizinischer Behandlung bekommen.

    Ziel 7: Nachhaltigen Umgang mit der Umwelt sichern

    Der Anteil der Weltbevölkerung, der keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen hat, soll bis 2015 um die Hälfte gesenkt werden. Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung sollen in die Politik der einzelnen Länder eingebunden und der Verlust der biologischen Vielfalt verringert werden.

    Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Partnerschaft für Entwicklung

    Die angestrebte globale Entwicklungspartnerschaft soll auf mehreren Ebenen ansetzen. Dabei geht es um einen angemessenen finanziellen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit, Schuldenerlass für die ärmsten Länder, ein partnerschaftliches Handels- und Finanzsystem und Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln sowie um neue Technologien aus den Bereichen Information und Kommunikation. Außerdem sollen sich Geber- wie Nehmerländer zu guter Regierungsführung verpflichten.

    Bei der Umsetzung hinkt die Welt den selbst gesteckten Zielen vor allem bei der Verringerung der Kinder- und Müttersterblichkeit hinterher. Noch immer wird zu vielen Kindern das Recht auf Grundschulbildung verwehrt. Damit sind gerade jene Entwicklungsziele gefährdet, die unmittelbare Auswirkungen auf das Leben von Kindern haben.

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