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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

28. Februar 2020

10 Jahre später bebt Chiles Erde noch immer

Zehn Jahre nach dem "Terremoto y Tsunami del 2010", wie das Beben vom 27. Februar 2010 in Chile genannt wird, sind die Spuren der damaligen Verwüstungen vor allem in ländlichen Gebieten, aber auch in kleineren Städten noch immer an Brachflächen und Gebäuderuinen zu erkennen.

Am 27.2.2010 bebte die Erde in Südchile mit dramatischen Folgen (Foto: Anide)
Am 27.2.2010 bebte die Erde in Südchile mit dramatischen Folgen (Foto: Anide)

Vor zehn Jahren, in den frühen Morgenstunden des 27. Februars 2010 und zwar exakt drei Minuten lang von 03:34 bis 03:37 Uhr bebte im Süden Chiles die Erde und das mit extremer Gewalt: Mit einer Magnitude von 8,8 auf der Richterskala war das Erdbeben von Concepción weltweit das Fünfschwerste, das seit 1900 überhaupt jemals registriert wurde. 521 Menschen starben entweder unter den Trümmern einstürzender Gebäude oder in Folge des vom Beben ausgelösten Tsunamis, der entlang der Pazifikküste Hunderte von Menschen und Häusern mit sich riss.

Die Katastrophe hatte mit Concepción, Talcahuano, San Pedro de la Paz, Coronel und Lota - alles Anrainer-Kommunen rund um den Golf von Arauco in der Bio-Bio-Region, 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago - eines der Kerngebiete des Kindernothilfe-Engagements in Chile getroffen. Mehrere der geförderten Kinderzentren und die in den Jahren zuvor geschaffene Projektinfrastruktur hielten den extrem starken Erschütterungen nicht stand.

Für die Menschen im Katastrophengebiet folgten entsetzliche Wochen voller Angst, Unsicherheit und Versorgungsproblemen. Und Jahre des Wiederaufbaus.

Ein Blick zurück

Die beiden nachfolgenden Berichte zeugen von Erfahrungen in den Tagen unmittelbar nach dem Beben einerseits, und den Bestrebungen, für die betroffenen Kinder einen sicheren Alltag wiederherzustellen und beschädigte Projekte wieder instand zu setzen andererseits.   

https://blog.kindernothilfe.org/de/archives/1535

https://blog.kindernothilfe.org/de/archives/2314

Kindertagestätten: Ein Zufluchtsort nach dem verheerenden Beben in Südchile 2010 (Foto: Monique Schmieding)
Kindertagestätten: Ein Zufluchtsort nach dem verheerenden Beben in Südchile 2010 (Foto: Monique Schmieding)

Chile kommt nicht zur Ruhe

In dem Andenland entlang der Pazifikküste wird dieser Jahrestag inmitten einer ganz anderen Krise begangen, die die Aufmerksamkeit der Menschen völlig absorbiert: Und zwar den seit Mitte Oktober anhaltenden erbitterten Protesten gegen die Regierung von Präsident Sebastian Piñera und gegen die aus den Zeiten des Militärregimes unter Augusto Pinochet ererbten autoritären Verfassung mit ihrer extremste soziale Ungerechtigkeiten verursachenden neoliberalen Wirtschaftsordnung. Mindestens 31 Menschen sind seit dem Beginn der Auseinandersetzungen ums Leben gekommen, über 3400 wurden schwer verletzt und fast 9000 Personen wurden von Polizei und Miltitär festgenommen. Die UN-Menschenrechtskommission spricht von "exzessiver, systematischer Gewalt" seitens der Polizeispezialkräfte gegen Protestierende. Die kommenden Wochen in Chile werden in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung sein. Für März haben soziale Bewegungen und ihre Netzwerke erneut Großdemonstrationen und Aktionen des zivilen Widerstands rund um den Internationalen Frauentag am 8. März - sowie den Jahrestag zur Erinnung an die Opfer des Pinochet Regimes angekündigt, während die Vorbereitungen für die Volksabstimmung über das Einleiten einer Verfassungsreform, die am 26. April stattfinden soll, bereits auf vollen Touren angelaufen sind. 

Bis heute markiert der 27. Februar 2010 eine tiefe Zäsur zwischen einem Vorher und einem Nachher, demonstriert aber auch, was humanitäre Hilfe (unmittelbar und langfristig) bewirken kann. Denn fast 600.000 Euro hatten Kindernothilfe-Spenderinnen und Spender aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Luxemburg nach dem Erdbeben vom 27.  Februar 2010 in Chile aufgebracht, um psychosoziale Trauma-Arbeit mit den Kindern aus den betroffenen Projekten und ihren Familien - sowie Wiederaufbauvorhaben finanzieren zu können.