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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

30. September 2020

Gewalterfahrungen teilen, Rechte einfordern – gemeinsam!

Das Kommunikationsprojekt in Rio Vermelho in Salvador da Bahia, Brasilien, fängt die Jugendlichen des Elendsviertels auf und unterstützt sie bei der Verarbeitung ihre Gewalterfahrungen und der Einforderung ihrer Rechte. Mit Medien-Workshops, Selfies und Videoclips stärkt der Kindernothilfe-Partner CIPÓ Comunicação Interativa das Selbstbewusstsein der jungen Erwachsenen, die von einem Ort ohne Angst, Drogen und Polizeigewalt träumen.

Im Projekt selbst produziert, thematisiert das Dokumentarvideo das allgegenwärtige Problem „Gewalt in der community“ und zeigt auf, mit welche Techniken und Strategien die Jugendlichen eben dieser Gewalt entgegentreten.

2017 beschrieb die Kindernothilfe-CEO Katrin Weidemann ihre Eindrücke aus dem Projekt, das Jugendliche in ihrem Kampf für ihre Träume (Anm.: für uns Selbstverständlichkeiten!) begleitet. Heute, fünf Jahre nach Aufnahme der Projektarbeit, spricht das selbst produziertes Video für sich. Und für den Erfolg des Workshop-Konzepts, das zusammen mit jungen Erwachsenen entwicklet wurde und mittlerweile in mehreren städtischen Brennpunktschulen zum Einsatz kommt.

Selfies fürs Selbstbewusstsein

Jeden Nachmittag treffen sich mehr als 20 Jugendliche zum Workshop „Medien und Kommunikation“. Am Tag von Katrin Weidemanns Besuch warten die sie besonders ungeduldig, denn geht es um Selfies!

Selfies als Statement: Medien-Workshop für das Empowerment (Foto: Jürgen Schübelin)
Selfies als Statement: Medien-Workshop für das Empowerment (Foto: Jürgen Schübelin)

Ein Viertel, eng wie ein Schuhkarton

85.000 Menschen leben in dem Viertel rund um die Schule, viele von ihnen haben afrikanische Wurzeln. Während nur ein paar Straßen entfernt strahlend weiße Hochhäuser mit Meerblick in den Himmel ragen, drängen sich hier Häuser, die mit einfachsten Mitteln erbaut wurden, in engster Nachbarschaft. Bei der Fahrt durch die verwinkelten Straßen des Viertels kann man nicht die kleinste Freifläche, keinen einzigen unbebauten Platz entdecken. Spiel- und Sportmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche gibt es schlichtweg nicht. Dabei ist die Hälfte der Bewohner des Viertels jünger als 25 Jahre.
Unter welch bedrückenden Umständen sie leben, tragen die Buben und Mädchen im Workshop, um es später in Selfie-Videoclips zu präsentieren. Intensiv diskutieren sie ihre Gedanken zu Fragen wie „Wozu gehöre ich?“ „Was soll in meinem Stadtteil besser werden?“ und „Was ist mein Beitrag dazu?“

Im Workshop diskutieren die Jugendlichen darüber, was nicht gut ist in ihrem Viertel und was sie verändern wollen. (Foto: Jürgen Schübelin)
Im Workshop diskutieren die Jugendlichen darüber, was nicht gut ist in ihrem Viertel und was sie verändern wollen. (Foto: Jürgen Schübelin)

Mehr Schusswaffen als Waschmaschinen

Die meisten von ihnen haben Rio Vermelho noch nie verlassen, ihr Viertel und seine Probleme kennen sie bestens. Sie wissen, dass hier mehr Menschen eine Schusswaffe besitzen als eine Waschmaschine. Sie erleben, dass kaum eine Woche vergeht, in der es nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Das scheinbar unaufhörliche Sterben von Mitschülern und Freunden ist brutaler Teil ihres Alltags.
„Hier in diesem Stadtteil aufzuwachsen bedeutet, ein Schild vor sich herzutragen, auf dem steht „Ich bin ein Gangster“. Viele aus der Workshop-Runde klatschen, als Paulo, ein schmaler Vierzehnjähriger, das mit ruhiger Stimme sagt. Sie nicken, weil sie wissen, dass alle Bewohner mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Wer sich von hier aus auf eine Stelle bewirbt, wird im Bewerbungsverfahren meist allein aufgrund seiner Anschrift gar nicht erst berücksichtigt.

Ständige Angst, auch vor der Polizei

Zu ihrem Leben im Viertel, auch da sind sich alle einig, gehört die Angst. Laura zählt an ihren Fingern auf, was ihr im Stadtteil am meisten Angst macht. Erstens: Selbst zu sterben. Zweitens, dass ihre Mutter, ihr Vater und ihre Geschwister erschossen werden. Und drittens, dass sie alle Opfer eines Polizeieinsatzes werden.
Elf Polizei-Einsatzstellen gibt es im Stadtviertel. Die Polizisten als Freund und Helfer zu sehen, darauf käme hier allerdings niemand. Die Männer in Uniform sind dafür berüchtigt, überfallartig in die Armenviertel einzufallen. Eine Nachbarschule, erzählt Workshop-Teilnehmerin Rebecca, wurde vor kurzem von Polizisten komplett verwüstet. „Sie kamen ganz plötzlich und haben alles kurz und klein geschlagen.“ Eine Woche lang sei das Viertel danach komplett von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Sieben Tage lang hätte die Polizei Razzien durchgeführt, unzählige Jugendliche verhaftet, sie gefoltert. „Am Ende waren zwölf Jugendliche tot.“

Ein Medien-Workshop als Empowerment

Solche erschreckenden Geschichten von massiver Gewalt sind in den Großstädten Brasiliens immer wieder zu hören. Kinder und Jugendliche erleben sie zu Hause, in der Schule, durch Drogenhändler, die ganze Stadtviertel in rechtsfreie Räume verwandeln, und auch durch staatlichen Institutionen.
Medien-Workshops wie der in Rio Vermelho sind Teil eines Projekts, um das Selbstbewusstsein und die Eigenwahrnehmung der Jugendlichen zu stärken. Allein zu erkennen, dass die traumatisierende Gewalt um sie herum nicht normal ist, sondern eine grobe Verletzung ihres Rechts auf Schutz und Unversehrtheit, ist ein erster großer Lernschritt.

"Hier wird gedreht!" - Im Cipo Projekt machen sich die Jugendlichen gemeinsam stark gegen Gewalt. (Foto: Jürgen Schübelin)
„Hier wird gedreht!“ – Im Cipo Projekt machen sich die Jugendlichen gemeinsam stark gegen Gewalt. (Foto: Jürgen Schübelin)

Ein Viertel ohne Angst

„Wir wollen in einem Viertel leben, in dem die Rechte von allen gewahrt sind, egal ob sie alt oder jung sind“, fasst Paulo die Diskussion in seiner Workshop-Kleingruppe zusammen. „Wo wir uns frei bewegen können, egal welche Hautfarbe wir haben. Wo alle sicher sind.“ Reihum ergänzen sie das Zukunftsbild vom Zusammenleben in ihrem Viertel. In jedem Wunsch, den die Jugendlichen nennen, steckt die Information über eine jetzige Rechtsverletzung. Rebecca ist als letzte an der Reihe: „Ich wünsche mir ein Viertel, in dem Frauen keine Angst vor Männern haben müssen, wo keine Drogenbanden herrschen. Ein Viertel ohne Angst.“

Gewalterfahrungen teilen, Rechte einfordern – gemeinsam!

Im nächsten Schritt erarbeiten Paulo, Rebecca und die anderen gemeinsam mit den Mitarbeitern des Kindernothilfe-Partners, was sie dafür tun können. Sie lernen die möglichen Anlauf- und Beschwerdestellen kennen und erfahren, welche Mechanismen dort jeweils greifen. Sie entwicklen Strategien, wie sie im Dialog mit politisch Verantwortlichen ihre Rechte einfordern und ausüben können. Und bei all dem wächst ihre psychische Widerstandsfähigkeit, mit den massiven Gewalterfahrungen umzugehen. Sie werden persönlich ermutigt und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt.

Das Kommunikationsprojekt in Rio Vermelho in Salvador da Bahia, Brasilien, fängt die Jugendlichen des Elendsviertels auf und unterstützt sie bei der Verarbeitung ihre Gewalterfahrungen und der Einforderung ihrer Rechte. Mit Medien-Workshops, Selfies und Videoclips stärkt der Kindernothilfe-Partne[...]

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24. September 2020

Globale Lieferketten: wo bleiben die Kinderrechte?

Ob Schokolade, Kleidung oder Smartphones – zu oft entscheidet der Preis, was wir am Ende kaufen. Die Frage nach den globalen Lieferketten der Ware – woher kommt sie, von wem und vor allem unter welchen Bedingungen wird sie gewonnen und schrittweise zum Endprodukt weiterverarbeitet – gerät dabei leicht in den Hintergrund. Und das, obwohl es sehr viele Beispiele für Menschen- und Kinderrechtsverletzungen im weltweiten Warenverkehr gibt. Zum Beispiel Kinderarbeit im Kakaosektor. Zum Beispiel unerlaubter Pestizideinsatz auf großen Plantagen, der zur langfristigen Verschmutzung der Umwelt führen kann. Oder auch ausbeuterische Bedingungen in der Textilindustrie, die Arbeiterïnnen Löhne unterhalb des Existenzminimums zahlt.

Globale Lieferketten: Plastikverwertung (Foto: Lennart Zech)
Globale Lieferketten: Plastikverwertung (Foto: Lennart Zech)

Wer global handelt, muss auch global Verantwortung übernehmen

Globale Lieferketten – damit sind die Wege und Stationen gemeint, die die einzelnen Bestandteile eines Produktes bis zu seiner Fertigstellung zurücklegen: vom Abbau der natürlichen Rohstoffe über die Produktion und Fertigung in städtischen Fabriken bis zum Transport nach Europa und anderswohin.

Insbesondere die letzten Monate unter dem Eindruck der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie weitgehend wirtschaftliche Beziehungen weltweit miteinander verwoben sind – und wie abhängig wir in Europa von deren einwandfreiem Ablauf sind. Durch den Stillstand infolge der Pandemie wurden viele Aufträge storniert oder bereits produzierte Waren nicht mehr angenommen.

Unter Jobverlust und Lohnkürzungen leiden überwiegend die Arbeiterïnnen in den Produktionsländern – und ihre Kinder! Schutzmechanismen und Sozialpakete wie in Europa gibt es dort kaum. Aktuellen Schätzungen zufolge könnten 86 Millionen Kinder zusätzlich bis zum Ende des Jahres in Armut geraten, weil die Unterbrechung der globalen Lieferketten sie zum Arbeiten beziehungsweise zum Abbruch ihrer Schuldbildung drängt. Die dadurch verursachte wirtschaftliche und soziale Krise zeigt einmal mehr: Wer global handelt, muss auch global Verantwortung übernehmen!

Kinder bei der Tabakernte in Sambia
Kinderarbeit – hier bei der Tabakernte in Sambia – ist die bekannteste, aber nicht einzige Verletzung der Kinderrechte, die globale Lieferketten verursachen.

Ohne Gesetz bleiben Menschenrechte in Lieferketten auf der Strecke

Deshalb braucht es dringend eine gesetzliche Verpflichtung mit klar definierten Haftungsregelungen, damit Unternehmen ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen. Per Gesetz sollten Firmen dafür verantwortlich gemacht werden, wenn es bei der Herstellung ihrer Produkte zu Menschenrechts- oder Kinderrechtsverletzungen beziehungsweise Umweltzerstörungen kommt.

Kritiker einer gesetzlichen Regelung der Lieferketten befürchten unverhältnismäßig hohe bürokratische Hürden und unfaire Wettbewerbsbedingungen, vor allem im Hinblick auf eine strafrechtliche Haftung. Befürworter wiederum sehen einen klaren Wettbewerbsvorteile.

Ein Lieferkettengesetz kann dazu beitragen, Kinderarbeit – hier in einer Ziegelei in Peru – im internationalen Handelsverkehr zu ächten. (Foto: Kindernothilfe)
Ein Lieferkettengesetz kann dazu beitragen, Kinderarbeit – hier in einer Ziegelei in Peru – im internationalen Handelsverkehr zu ächten. (Foto: Kindernothilfe)

Mangelnde Verantwortung in Lieferketten schadet vor allem Kindern

Die Kindernothilfe und zahlreiche Organisationen aus der Zivilgesellschaft unterstützen diese Forderungen. Gerade Kinder leiden unter verantwortungslosem unternehmerischem Handeln – oft sogar deutlich stärker und nachhaltiger als Erwachsene. Das gilt nicht nur für Kinderarbeit, sondern auch für Umweltverschmutzungen und Schadstoffbelastungen, die Kinder aufgrund ihrer Größe und körperlichen Entwicklung besonders gefährden.

Indirekte Auswirkungen auf das Kindeswohl müssen ebenfalls ins Blickfeld rücken. Durch zu niedrige Löhne verdienen Arbeiterïnnen oft nicht genug, um Bildungs- und Gesundheitsausgaben für ihre Kinder zu finanzieren, was wiederum Kinder in die Kinderarbeit treibt. Fehlende Betreuungsmöglichkeiten während der Arbeitszeit der Eltern setzen vor allem kleinere Kinder Gefahren aus: Entweder sie verbringen die Zeit unbeaufsichtigt oder sie begleiten die Eltern zum Arbeitsplatz – eine Notlösung, die ihrerseits in Kinderarbeit münden kann.

Kinderarbeit gesetzlich regeln, fordern Kinder und Jugendliche

Im Rahmen der internationalen Advocacy-Kampagne „It´s Time to Talk! – Children´s Views on Children´s Work“ forderten die Vertreter der betroffenen Kinder und Jugendlichen auf dem Global Child Forum in Schweden:

Kesia und Fausa bei ihrem Auftritt auf dem Global Child Forum in Schweden 2018. (Foto: Global Child Forum)
Kesia und Fausa bei ihrem Auftritt auf dem Global Child Forum in Schweden 2018. (Foto: Global Child Forum)

Die Regierung muss auch ein Gesetz zur Kinderarbeit erlassen, das Regeln für den Unternehmenssektor enthält, um sicherzustellen, dass sie Kinder vor schädlicher Arbeit und Missbrauch schützt und nicht ausbeutet. Unternehmen sollten Kindern nicht erlauben, gefährliche oder schwere Arbeit zu verrichten. Kinder sollten nicht ausgebeutet werden – von Mädchen und Jungen sollte nicht verlangt werden, lange oder zu niedrigen Löhnen zu arbeiten. Wenn wir arbeiten, sollten wir faire Löhne erhalten und die Arbeitsbedingungen sollten verbessert werden.

Kesia und Fausa

Es ist Zeit zu handeln

In einem umfassenden und wirksamen Sorgfaltspflichtengesetz müssen Unternehmen dazu verpflichtet werden, die in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieften Rechte entlang der globalen Lieferketten zu achten, Risiken und Folgen systematisch zu erheben und zu bewerten und öffentlich über ebendiese Risiken und dagegen ergriffene Maßnahmen zu berichten.

Darüber hinaus braucht es Präventions- und Abhilfemaßnahmen, um Menschen- und Kinderrechtsverletzungen zu verhindern. Insbesondere Beschwerdemechanismen müssen auch für jugendliche Arbeitnehmer zugänglich sein.

Keine Zeit zum Spielen: arbeitende Kinder in einem Steinbruch in Guatemala (Foto: Kindernothilfe)
Keine Zeit zum Spielen: arbeitende Kinder in einem Steinbruch in Guatemala (Foto: Kindernothilfe)

Ob Schokolade, Kleidung oder Smartphones – zu oft entscheidet der Preis, was wir am Ende kaufen. Die Frage nach den globalen Lieferketten der Ware – woher kommt sie, von wem und vor allem unter welchen Bedingungen wird sie gewonnen und schrittweise zum Endprodukt weiterverarbeitet – gerät dab[...]

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18. September 2020

Die Kinder aus Limas Slums

Der Kindernothilfe-Partner Aynimundo in Peru arbeitet mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie ihren Familien. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie waren die Lebensumstände in den Armenvierteln im Süden der peruanischen Hauptstadt Lima mehr als prekär. COVID-19 hat die Situation der Menschen weiter verschärft, wie die Kindernothilfe-Freiwillige Ilse Kreiner berichtet, die bereits mehrere Mal im Projekt mitgarbeitet hat.

Lima: Santa Maria del Triunfo (Foto: Kindernothilfepartner)
Lima: Santa Maria del Triunfo (Foto: Kindernothilfepartner)

In meinem letzten Bericht aus dem Projekt Aynimundo habe ich von einem typischen Arbeitstag der Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter erzählt. Da gab es Therapien für Kinder mit Behinderung sowie psychologischen Support für deren Eltern oder Familienangehörige. Auch Unmengen von Beratungsgesprächen für Start-up-Unternehmen waren Teil davon.

Lima: Ilse Kreiner bei der Arbeit mit den Workshop-Teilnehmern (Foto: Ilse Kreiner)
Beratung von Geschäftsgründerinnen: bessere Einkommensmöglichkeiten nützen der ganzen Familie. (Foto: Ilse Kreiner)

Das war Anfang März dieses Jahres. Mittlerweile ist alles anders, und ich berichte sinngemäß aus dem Homeoffice in meinem Heimatort in Österreich. Mein Name ist Ilse Kreiner. Ich habe als Teilnehmerin an dem Kindernothilfe-Lern- und Freiwilligen-Programm (LFD) mehrere Monate im Partnerprojekt Aynimundo in Peru mitgearbeitet. Es gelang mir, mit dem allerletzten regulären Flug nach Hause zurückzukehren, der Lima vor der Schließung des internationalen Flughafens Richtung Europa verlassen hat.

Shutdown in Peru

Am Abend des 15. März kündigte der peruanische Präsident den totalen Shutdown ab dem nächsten Morgen an. Es waren ähnliche Maßnahmen wie in Europa, nur alles viel restriktiver, mit rigorosen Ausgangssperren für alle Bürger. Selbst das Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten wurde auf wenige Stunden pro Tag eingeschränkt und die Kinder durften das Haus nicht mehr verlassen.

Das Leben in den Slums Limas ist schon ohne Corona schwer genug (Foto: Aynimundo)
Das Leben in den Slums Limas ist schon ohne Corona schwer genug (Foto: Aynimundo)

Meine Kollegen von Aynimundo begannen umgehend, ihre Arbeit im Homeoffice zu organisieren. Sie erstellten Listen mit den physisch benötigten Unterlagen und erarbeiteten Vorschläge, wie zumindest ein Teil des Angebots von Aynimundo aufrechterhalten werden konnte.

Kinder mit Behinderungen trifft es besonders schwer

Maltherapie für Kinder mit Behinderung: Matis ist mit Eifer und Freude bei der Sache (Foto: Aynimundo)
Maltherapie für Kinder mit Behinderung: Matias ist mit Eifer und Freude bei der Sache (Foto: Aynimundo)

Am schlimmsten hat es die Kinder mit Behinderung getroffen, denn virtuelle Physiotherapie ist nun einmal nicht möglich. Da ist der kleine Matias. Vor wenigen Wochen erst habe ich ihn dabei beobachtet, wie er lernt, sich und seine Umwelt zu erspüren. Jetzt versucht seine Mama, die Anleitungen, die sie von der Therapeutin per Video bekommt, so gut wie möglich zu Hause umzusetzen. Damals ist er durch bunte Farben gestapft, jetzt sind es nur Sand und Wasser.

Oder da ist der achtjährige Mauro, der sich sprachlich nicht gut ausdrücken kann und Schwierigkeiten hat, mit seiner Umgebung zurechtzukommen. Seine Mutter hat mir kürzlich erzählt, dass sie penibel alle Anweisungen und Tipps befolgt, die sie von Aynimundo erhält. Allerdings wird er ohne Kontakt zu anderen Kindern trotz aller Bemühungen in seiner Entwicklung leider weit zurückgeworfen werden. Das zu beobachten macht wirklich traurig.

Technologische Herausforderungen

Ein besonderes Anliegen in dieser schwierigen Zeit ist Aynimundo die Zusammenarbeit mit Schuldirektoren und Lehrern, denn der peruanische Präsident hatte bereits kurz nach dem Ausbruch der Pandemie angekündigt, dass das komplette Schuljahr 2020 in Peru virtuell, also online, unterrichtet werden wird. Das ist für alle eine immense Herausforderung, die durch die schlechte technische Ausstattung eines großen Teils der Familien noch verstärkt wird.

Die ersten, die dabei auf der Strecke bleiben könnten, sind die Schüler und Schülerinnen mit besonderen Bedürfnissen. Aynimundo versucht alles, um den Lehrkräften in den Kontaktschulen zu erklären, wie sie telefonisch den Kontakt zu ihnen aufrechthalten können. Und vielleicht kommen ja auch ein paar der von der Regierung versprochenen Gratis-Notebooks bei diesen besonders benachteiligten Familien an.

Auch gute Nachrichten aus Peru

Erfreuliches gibt es von unseren Jungunternehmerinnen zu berichten. Fast alle haben die Zeit genutzt, um ihren Internetauftritt wesentlich zu verbessern. Selbst unseren „technikfernen“ Kundinnen hat mein Kollege Christian in vielen Videostunden erklärt, wie Ihnen das Internet nutzen kann. Manche haben kurzerhand ihr Angebot an die Pandemie- und Quarantäne-Situation angepasst:

„Miski Luz“, ein Start-up aus dem Jahr 2019, bietet Kuchen und Torten an. Dafür ist derzeit wenig Geld übrig, aber gegessen wird immer. Also bäckt Luz, die Chefin, Brötchen und verkauft etwa 80 Stück pro Woche an Freunde, Nachbarn und Mitarbeiter von Aynimundo. Eine spezielle Erfolgsgeschichte ist auch die von „Erikas‘s“ Konfektion für Kinder und Erwachsene. Es ist eines unserer jüngsten Unternehmen. Die Einführung fand am 11. März mit einer kleinen Feier statt – nur fünf Tage vor dem Shutdown. Erika produziert jetzt Masken für Ärzte und Pflegepersonal, aber auch für den täglichen Gebrauch in phantasievollen Varianten. Ein echter Renner in Zeiten wie diesen.

Start-up in Zeiten von Corona: Erika entwirft und produziert Masken (Foto: Aynimundo)
Start-up in Zeiten von Corona: Erika entwirft und produziert Masken (Foto: Aynimundo)

Eine ungewisse Zukunft

Was machen aber alle jene, die darauf angewiesen waren, durch Straßenverkauf und Gelegenheitsarbeiten über die Runden zu kommen? Sie sind seit zwei Monaten ohne Einkommen, und die versprochene staatliche Hilfe kommt meist nicht an. Dank persönlicher Kontakte von Verónica, der Leiterin von Aynimundo, konnten im Ausland Spenden gesammelt werden. Dadurch erreichten bereits 250 Pakete mit Grundnahrungsmitteln rund 90 besonders bedürftige Familien. Zum Glück läuft auch die Projektförderung durch die Kindernothilfe uneingeschränkt weiter. Somit sind die Therapeuten in der Lage, den unabdingbaren Kontakt zu den Kindern und ihren Familien aufrechtzuhalten.

Besser digital als gar nicht: Eine Therapeutin von Aynimundo im Gespräch mit einigen der von ihr betreuten Kinder (Foto: Aynimundo)
Besser digital als gar nicht: Eine Therapeutin von Aynimundo im Gespräch mit einigen der von ihr betreuten Kinder (Foto: Aynimundo)

Leider steigen die Infektionszahlen in Peru noch immer an und die Regierung hat die meisten Beschränkungen verlängert. Es wird also noch sehr lange dauern, bis Aynimundo den Normalbetrieb wieder aufnehmen können wird. Und ab wann ich wieder dazustoßen und meinen Freiwilligen-Einsatz fortsetzen kann, steht wohl leider noch in den Sternen …

Der Kindernothilfe-Partner Aynimundo in Peru arbeitet mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie ihren Familien. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie waren die Lebensumstände in den Armenvierteln im Süden der peruanischen Hauptstadt Lima mehr als prekär. COVID-19 hat die Situation der[...]

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12. September 2020

Schulschließungen bedrohen das Kinderrecht auf Bildung

In Peru bleiben die Schulen bis Jahresende geschlossen und für die Kinder steht weiterhin Fernunterricht am Programm. Gerade Mädchen und Buben aus armen Familien sind dadurch aber stark gefährdet, nach dem Ende der Schulschließungen nie mehr in den Unterricht zurückkehren.

Die Schulschließungen in Peru bedeuten nicht nur aktuell eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Die Schulzukunft vieler Kinder aus armen Familien ist in Gefahr. (Foto: Kindernothilfepartner)
Die Schulschließungen in Peru bedeuten nicht nur aktuell eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Die Schulzukunft vieler Kinder aus armen Familien ist in Gefahr. (Foto: Kindernothilfepartner)

In Peru bleiben die Schulen bis zum Ende des Jahres leer. Stattdessen versorgt das peruanische Bildungsministerium die knapp zehn Millionen Schüler und Schülerinnen des Landes mit „Aprendo en Casa“ oder „Lernen zu Hause“, einem digitalen Unterrichtsprogramm, das Internet-, Radio- und Fernsehplattformen nutzt. Aber wie kommen die Schüler und Schülerinnen damit klar? Kann der Fernunterricht die Schulschließungen ausgleichen? Unser Partner Filomena Tomaira Pacsi hat sich bei Mädchen und Jungen im Bergbauort La Oroya im zentralen peruanischen Hochland umgehört.

Virtuelle Schule: Was sagen die betroffenen Kinder?

„Der Fernunterricht läuft über Whatsapp und teilweise auch über Radio- und TV-Kanäle“, sagt Anthony. „Zuerst war es schwierig für mich, weil wir kein Internet hatten, und einen Computer oder Drucker haben wir auch nicht.“ Angela berichtet, dass sie Unterricht über das Telefon erhält und ihrer kleinen Schwester mit den Schularbeiten hilft, weil sich die Eltern den ganzen Tag um die Tiere auf der Weide kümmern und auch für andere Hütedienste übernehmen.

„Wenn ich Fragen habe, kann ich die nirgendwo loswerden“, beklagt sich Zeidel über die Folgen der Schulschließungen. „Außerdem ist Fernunterricht teuer. Es gibt Handygebühren, Kosten für ausgedruckte Arbeitsblätter und Schulmaterialien und anderes mehr.“ Er macht sich große Sorgen: „Mein Vater ist Maurer, aber zur Zeit arbeitslos, und wir haben kaum Geld für Lebensmittel und müssen ja auch Seife und Masken gegen das Virus kaufen.“

Auch Sarita ist besorgt: „Die Zahl der Infektionsfälle nimmt täglich zu, jetzt sind es 40 Fälle, und die Menschen verstehen nicht, dass wir vorsichtig sein müssen.“ Wie verzweifelt die Lage vieler Familien ist, verrät Tau: „Ich bin traurig, weil mein Vater nicht arbeitet, und manchmal streitet er sich mit meiner Mutter, weil das Geld für Lebensmittel und andere Ausgaben fehlt.“

Oft sind Kinder beim Lernen zu Hause auf sich allein gestellt. (Foto: Kindrenothilfepartner)
Oft sind Kinder beim Lernen zu Hause auf sich allein gestellt. (Foto: Kindrenothilfepartner)

Schulschließungen schaden benachteiligten Kindern besonders

Im April 2020 – dem bisherigen Höhepunkt der Schulschließungen – konnten laut Angaben der UNESCO 1,5 Milliarden Kinder – das entspricht 90 Prozent aller Kinder weltweit – nicht zur Schule gehen. Und während in Deutschland die Bildungseinrichtungen seit dem Ende der Sommerferien wieder fast im Regelbetrieb unterrichten, bleiben die Schulen in vielen unserer Partnerländer weiterhin geschlossen. Das bedeutet, dass weltweit fast die Hälfte aller schulpflichtigen Kinder  immer noch von Schulschließungen betroffen sind.

Das Schlimme daran ist: Je länger die Schulschließungen dauern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen gar nicht mehr in die Schule zurückkehren. Das betrifft gerade diejenigen, die ohnehin benachteiligt sind, weil sie zum Beispiel aus armen Haushalten kommen. Ist die Bildungsbiografie einmal unterbrochen, verschlechtern sich für sie die Chancen, ihr Leben selbständig zu gestalten und den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Für Mädchen bergen Schulschließungen zudem die Gefahr von ungeplanten Frühschwangerschaften und Frühverheiratung sowie insbesondere auch von sexualisierter Gewalt.

Schulhefte und Handy sind vorhanden, ein ruhiger Arbeitsplatz dagegen nicht. (Foto: Kindernothilfepartner)
Schulhefte und Handy sind vorhanden, ein ruhiger Arbeitsplatz dagegen nicht. (Foto: Kindernothilfepartner)

Fernunterricht verschärft Ungleichheiten

Dazu kommen die vielen Nachteile von digitalen Unterrichtsstunden. In unseren Partnerländern ist ein großer Anteil von Kindern komplett vom Fernunterricht ausgeschlossen. Laut UNICEF werden weltweit 30 Prozent aller Grundschulkinder nicht durch Fernlernmethoden erreicht. In afrikanischen Ländern hat sogar fast die Hälfte aller Kinder keinen Zugang zu Fernunterricht. Im Bereich der frühkindlichen Bildung ist es noch alarmierender: Hier sind 70 Prozent aller Kinder von jeglicher Bildung ausgeschlossen.

Tatsächlich verschärft Fernunterricht als Folge von Schulschließungen bestehende Ungleichheiten dramatisch. Es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, aber auch zwischen ländlichen und städtischen Regionen – Letztere weisen beim Zugang zu Bildung die meisten Defizite auf.

Auch die Einkommenssituation der Haushalte spielt eine bedeutende Rolle: Für viele Haushalte sind Endgeräte wie Fernsehen, Radio und Internet ein unerschwinglicher Luxus – erst recht jetzt, wo durch Lockdown-Maßnahmen das Familieneinkommen wegbricht. Allein der Strom kostet Geld, überdies sind in vielen Ländern Stromausfälle an der Tagesordnung. All diese Belastungen treffen Kinder mit Behinderungen besonders hart: Ihre Bedürfnisse werden zumeist weder wahrgenommen noch berücksichtigt.

Nicht immer sind die Eltern bereit oder in der Lage, den Kindern bei den Schulaufgaben zu helfen. (Foto: Kindernothilfepartner)
Nicht immer sind die Eltern bereit oder in der Lage, den Kindern bei den Schulaufgaben zu helfen. (Foto: Kindernothilfepartner)

Das Recht auf Bildung verteidigen: Unsere Unterstützung für Familien

In unseren Projekten setzen wir uns dafür ein, Kinder und Jugendliche einschließlich ihrer Familien während dieser Krise so gut wie möglich zu unterstützen. Dazu gehören ganz praktische Hilfen wie Lebensmittelpakete, aber auch psycho-soziale Betreuung sowie die Sicherstellung von Bildungsangeboten trotz Schulschließungen.

Für unseren Partner Filomena Tomaira Pacsi in Peru spielt Bildung eine zentrale Rolle. Vor allem arme Familien in La Oroya, die in ländlichen Gebieten leben, haben nur sehr begrenzt Zugang zum Internet. Der Verlust von Arbeitsmöglichkeiten verschärft die ohnehin angespannte Einkommenssituation. Geld für Internetguthaben bleibt oft nicht übrig.

Ein Ziel des Projektes ist es, den Zugang zum Fernunterricht während der monatelangen Schulschließungen sicherzustellen. Um das zu erreichen, stellt Filomena Internetzugriffsunkte mit freiem und offenem Signal zur Verfügung, so dass sich Kinder und Jugendliche Schulmaterial herunterladen können. Für viele Kinder werden Lerneinheiten ausgedruckt und nach Hause geliefert. Dafür hat die Partnerorganisation zusätzliche leistungsstarke Drucker angeschafft.

Darüber hinaus legt der Partner größten Wert auf die persönliche Betreuung, sofern sie sich unter den gegebenen Umständen umsetzen lässt. Eltern werden dabei begleitet, ihre Kinder beim Lernen zu Hause zu unterstützen. Wann immer möglich, ergänzen Hausbesuche das Betreuungsprogramm.

Ein typischer Hausbesuch im peruanischen Hochland aus: Auch die Eltern werden über den Unterrichtsstoff informiert. (Foto: Kindernothilfepartner)
Ein typischer Hausbesuch im peruanischen Hochland aus: Auch die Eltern werden über den Unterrichtsstoff informiert. (Foto: Kindernothilfepartner)

In Peru bleiben die Schulen bis Jahresende geschlossen und für die Kinder steht weiterhin Fernunterricht am Programm. Gerade Mädchen und Buben aus armen Familien sind dadurch aber stark gefährdet, nach dem Ende der Schulschließungen nie mehr in den Unterricht zurückkehren. Die Schulschließu[...]

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6. September 2020

23,8 Millionen Kinder ohne Schule

Schulschließungen haben schwerwiegende Auswirkungen. Das geht aus dem Bericht der Vereinten Nationen zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die Bildung hervor, dem zufolge 1,6 Milliarden Lernende in mehr als 190 Ländern von Schulschließungen infolge der Pandemie betroffen waren und in Ländern mit niedrigem Human Development sogar mehr als 85 Prozent im zweiten Quartal 2020 die Schule verlassen haben.

Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten allein aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 im nächsten Jahr rund 23,8 Millionen zusätzliche Kinder und Jugendliche (von der Vorschule bis zum Tertiärbereich) die Schule abbrechen der keinen Zugang zur Schule haben. (Foto: Umer Asif / IPS)
Bildung ist ein zentrales Kinderrecht und für viele der einzige Weg aus der Armuts-Kinderarbeitsspirale. (Foto: Umer Asif / IPS)

Die Pandemie hat zu der größten Bildungsstörung aller Zeiten geführt.

António Guterres, Generalsekretär der Vereinigten Staaten

Dem Bericht zufolge könnten „allein aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie 23,8 Millionen zusätzliche Kinder und Jugendliche (von der Vorschule bis zum Tertiärbereich) im nächsten Jahr die Schule abbrechen oder keinen Zugang zur Schule haben“.

Die Pandemie verschärft bereits bestehende Probleme auf diesem Gebiet und behindert das Lernen für Menschen in armen oder ländlichen Gebieten, Mädchen, Flüchtlinge, Menschen mit Behinderungen und Vertriebene.

„In den fragilsten Bildungssystemen wird sich diese Unterbrechung des Schuljahres überproportional negativ auf die am stärksten gefährdeten Schüler auswirken, für die die Bedingungen für die Gewährleistung der Kontinuität des Lernens zu Hause begrenzt sind“, heißt es in der kurzen Stellungnahme.

Es wird darauf hingewiesen, dass unter anderem die Sahelzone besonders von einigen der Auswirkungen betroffen ist. Vor allem da die flächendeckende Sperrung der Bildungseinrichtungen zu einem Zeitpunkt erfolgte, als bereits viele Schulen in der Region aufgrund einer Reihe anderer Probleme wie Sicherheitmängel, Streiks und Klimaproblemen geschlossen worden waren. Dem Bericht zufolge lebten bereits vor der Pandemie 47 Prozent der weltweit 258 Millionen außerschulischen Kinder (30 Prozent aufgrund von Konflikten und Notfällen) in Afrika südlich der Sahara. Die Verordnung häuslicher Isolation wurde für viele Eltern zu einer nahezu unbewältigbaren Herausforderung und „verkomplizierte ihre wirtschaftliche Situation nur noch mehr. Nun mussten sie Lösungen finden, die Versorgung und Betreuung zu gewährleisten oder den Verlust von Schulmahlzeiten auszugleichen“.

Schulschließungen haben schwerwiegende Auswirkungen. Das geht aus dem Bericht der Vereinten Nationen zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die Bildung hervor, dem zufolge 1,6 Milliarden Lernende in mehr als 190 Ländern von Schulschließungen infolge der Pandemie betroffen waren und in Ländern mit [...]

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