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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

3. Februar 2021

Adamluk – der Junge, der verkauft wurde

Adamluk (12) lebte in einem armen Dorf im Norden von Äthiopien. Als seine Mutter ihn nicht mehr versorgen konnte, verkaufte sie ihn an eine fremde Frau. Dort muss er hart arbeiten. Dabei ist er noch ein Kind. Durch das Kindernothilfe-Projekt darf er jetzt zumindest zur Schule gehen - wenn sie trotz Corona endlich wieder geöffnet ist.

Adamluk arbeitet hart am Feld. (Foto: Malte Pfau)
Adamluk arbeitet hart am Feld. (Foto: Malte Pfau)

Ich heiße Adamluk. Meine Familie war so arm, dass wir nicht jeden Tag genug zu essen hatten. Deswegen hat mich meine Mutter verkauft. Erst einmal für zwei Jahre. 1.000 Birr (30 Euro) und eine Ziege hat sie für mich bekommen.

Adamluk, 12

Adamluk und seine "Besitzerin". (Foto: Malte Pfau)
Adamluk und seine "Besitzerin". (Foto: Malte Pfau)

Jetzt lebt der 12Jährige bei der Frau, die mich gekauft hat, und muss ihr jeden Tag bei der Ernte auf den Feldern helfen und die Ziegen hüten. Seine Familie darf er nicht besuchen. Und bis vor einem Jahr hatte er auch nie frei. Ob er nach zwei Jahren wieder zurück zu seiner Familie darf, weiß er nicht.

Aber dann durfte Adamluk plötzlich zur Schule gehen. Zwei Leute von Organisationen in Äthiopien und in Deutschland waren hier und haben mit seiner Besitzerin gesprochen, damit sie ihm den Schulbesuch erlaubt. Der junge Bub muss zwar immer noch arbeiten, aber im Unterricht kann er für ein paar Stunden seinen harten Alltag vergessen. Er kann mit anderen Kindern zusammen lesen, schreiben und rechnen lernen. Und ... es gibt sogar Zeit zum Spielen.

Auch in Äthiopien wollen die Kinder endlich zurück in die Schule. (Foto: Malte Pfau)
Auch in Äthiopien wollen die Kinder endlich zurück in die Schule. (Foto: Malte Pfau)

Am Anfang musste sich Adamluk erst einmal einleben, das Konzept "Schule", den Unterricht und das Lernen kennenlernen. Aber schon nach kürzester Zeit fühlte er sich wohl, und die Schule machte ihm wirklich Spaß. Sein Lehrer sagte, er wäre „aufgeblüht“. Adamluk fragte daraufhin, ob er denn eine Blume wäre.

Leider ist in diesem Jahr die Corona-Pandemie ausgebrochen. Die Schulen in Äthiopien wurden geschlossen. Ich hoffe, dass ich bald wieder zum Unterricht gehen kann. Lernen macht mir nämlich mehr Spaß als zu arbeiten!

Adamluk, 12