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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

Alle haben das Recht auf Gesundheit

Ob hier in Österreich oder weltweit: derzeit beherrscht die Coronakrise unser aller Leben. Familien bangen um ihre Existenz und Versorgung ihrer Kinder.

Doch viele dringliche Herausforderungen in Fragen globaler Gesundheit werden durch den Fokus auf das Coronavirus aus dem Blick verdrängt. Als zentrale Aufgabe gilt es, das Recht auf Gesundheit für Alle durchzusetzen und die Gesundheitssysteme weltweit zu stärken, um Krankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose oder Malaria wirksam zu begegnen. Denn so wie viele Krankheitserreger zuvor, wird das Coronavirus besonders dort weitreichende Folgen haben, wo Menschen bereits geschwächt sind und Gesundheitssysteme schlecht ausgestattet sind. Krankheit gefährdet Einkommen, Bildung und politische Teilhabe.

In den ärmlichen ländlichen Regionen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens sind Mobile Krankenstationen oft die einzige Gesundheitsversorgung. (Foto: CHristoph Engels)
In den ärmlichen ländlichen Regionen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens sind Mobile Krankenstationen oft die einzige Gesundheitsversorgung. (Foto: CHristoph Engels)

Um die globale Gesundheit zu verbessern, braucht es daher eine angemessene Finanzierung. Nur wenn Entwicklungsländer und Industriestaaten die Gesundheitsfinanzierung substantiell erhöhen und solidarisch gestalten, können die Gesundheitsbezogenen Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erreicht werden. 

Die Bereiche HIV/Prävention, Aufklärung und Betreuung stellen auch einen Bestandteil der Projektarbeit der Kindernothilfe dar. Dabei steht die Hilfe für Kinder in Notsituationen - wie Aidswaisen - im Fokus.

Die Kindernothilfe schließt sich den Forderungen an, die im Hintergrundpapier vom Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) und dem Aktionsbündnis gegen AIDS festgehalten sind. Das Papier vom März 2020 umreißt die dringlich erforderlichen Schritte, um eine Mindesthöhe an öffentlichen Finanzmitteln für die Gesundheitsversorgung in den benachteiligten Ländern zu erreichen. Die Gesundheitssysteme müssen global gestärkt und der Zugang zu Medikamenten nachhaltig gesichert werden.

Selbst wenn die Länder mit niedrigen Einkommen die größtmöglichen Eigenanstrengungen unternehmen, sind sie weit davon entfernt, den dringlichen Finanzierungsbedarf durch inländische Quellen wie Steuern und Sozialausgaben decken zu können. Es braucht einerseits Maßnahmen zur Stärkung ihrer nationalen Ressourcen sowie zur Bekämpfung von Korruption und Steuervermeidung in ärmsten Ländern. Und andererseits müssen die Industrieländer bis 2025 mindestens 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens für gesundheitsbezogene Entwicklungszusammenarbeit aufbringen.

Multilaterale Instrumente, wie die Impfallianz Gavi, die den ärmsten Ländern der Welt Impfstoffe zu niedrigeren Preisen ermöglicht, und der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, sind konsequent zu stärken, damit diese Organisationen ihre zentrale Rolle bei der Bewältigung der jeweiligen spezifischen Gesundheitsprobleme weiterentwickeln können.

Auch Österreich hat sich verpflichtet, die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen, dazu zählt auch das Ziel 3 „Ein gesundes Leben für alle Menschen jedes Alters gewährleisten“. Um dieses Nachhaltigkeitsziel 3 bis 2030 zu erreichen, müssen die finanziellen Mittel Industrieländer und die Gesundheitsausgaben in den Partnerländern signifikant steigen. Die bisherige Ausweitung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit hat bereits Erfolge gezeitigt: die Gesundheitssituation in Entwicklungs- und Schwellenländern wurde verbessert. So sterben heute weniger Kinder aufgrund gesundheitlicher Probleme oder durch Mangelernährung als zu Beginn des Jahrtausends. Dennoch sind wir heute weit davon entfernt, das Recht aller Menschen auf Gesundheit zu verwirklichen. Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, um die weltweiten Strukturen der Ungerechtigkeit auf dem Gebiet der Gesundheit zu überwinden