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KINDERNOTHILFE-BLOG

Hier geben die RedakteurInnen der Kindernothilfe regelmäßig einen kleinen Einblick in unsere Welt. Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

Jungunternehmer in Lima

Was möchte ich verkaufen, wie präsentiere ich es am besten, und wie funktioniert eigentlich eine Kostenkalkulation? Klingt trocken, so ein Workshop für Jungunternehmer. Den Teilnehmern unseres peruanischen Partners Aynimundo hat’s trotzdem Spaß gemacht, wie Kursleiterin Ilse Kreiner berichtet.

Lima: Ilse Kreiner bei der Arbeit mit den Workshop-Teilnehmern (Foto: Ilse Kreiner)

Mein Name ist Ilse Kreiner, ich melde mich aus Lima, aus dem Projekt, das von der Kindernothilfe seit langem unterstützt wird. Der Fokus von Aynimundo liegt auf Familien mit behinderten Kindern.

Die Kurse für all jene, die ein eigenes Unternehmen starten wollen, stehen aber allen Menschen mit geringem Einkommen offen. Ein solcher Kurs startete Anfang November. Glücklicherweise gibt es eine Vereinbarung mit einem Ausbildungsinstitut, sodass wir deren Räumlichkeiten nützen können.

Ab Anfang November pilgerten also Christian, ein Mitarbeiter von Aynimundo, und ich zwei Mal pro Woche in dieses Institut. Dort weihten wir insgesamt 17 Teilnehmer in zwei Kursen in die Geheimnisse des Unternehmertums ein.

Lima: Jhonatan mit seinen Arepas (Foto: Ilse Kreiner)

Da macht selbst die Kostenkalkulation Spaß

Geschäftsideen waren genügend vorhanden. Die reichten vom Eventmanagement über den Verkauf von Torten bis zu Produktion und Verkauf von Damenunterwäsche. Insbesondere die letztgenannte Idee sorgte für Heiterkeit. Jhonatan, unser einziger männlicher Teilnehmer und seines Zeichens Verkaufsgenie hatte uns nämlich gerade erklärt und vor allem demonstriert, auf welche Art er Hemden und Parfum verkaufen würde. Da liegt die Frage in der Luft, ob er denn auch Damenunterwäsche präsentieren würde.

Lima: Projektpläne und Budgets werden erarbeitet (Foto: Ilse Kreiner)

Christian ist mit unglaublichem Enthusiasmus bei der Sache. Seine Energie und seine Begeisterung übertrugen sich auf die Teilnehmer und so machte selbst die ungeliebte Kostenkalkulation Spaß.

Vorbereitung für den Schritt in die Selbstständigkeit

Als Kursabschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Geschäftsstrategie sowie ihre Produkte vorzustellen. Es war sehr erfreulich zu beobachten, wie sehr nicht nur ihr Wissen sondern auch ihre Selbstsicherheit gestiegen ist.

Ich selbst bin voller Bewunderung für den Mut, den die Damen aufbringen. Schließlich haben etliche von ihnen kaum die Pflichtschule absolviert, und auch das ist schon einige Zeit her.

Lime: Yolanda verkauft Torten (Foto: Ilse Kreiner)

Drei der Teilnehmer haben bereits die ersten Schritte in die Selbständigkeit getan indem sie einen zugkräftigen Namen für ihr Unternehmen gewählt und den Auftritt im Internet eingerichtet haben. Eine der Damen bietet hochqualitative Kuchen und Torten auf Bestellung an. Sie interessiert sich für meine österreichischen Rezepte. Aber das ist eine andere Geschichte….

Damit verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüße aus Lima

Ilse

Was möchte ich verkaufen, wie präsentiere ich es am besten, und wie funktioniert eigentlich eine Kostenkalkulation? Klingt trocken, so ein Workshop für Jungunternehmer. Den Teilnehmern unseres peruanischen Partners Aynimundo hat’s trotzdem Spaß gemacht, wie Kursleiterin Ilse Kreiner berichtet.[...]

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Ein Netz für Kinder

„Wenn Spinnen zusammenarbeiten, können sie einen Löwen bändigen“.

Dieses Sprichwort aus Ghana begleitet mich seit meiner ersten Projektreise nach Afrika vor mittlerweile 24 Jahren. Und es hat für mich, seit ich für die Kindernothilfe arbeiten darf, einen erweiterten Sinn bekommen: Das Kindernothilfe-Netzwerk als verlässliches Netz für bedürftige Kinder und ihr soziales Umfeld. Ein Netz, das durch motivierte Spender, engagierte Ehrenamtliche, wertvolle und kompetente Kollegen sowie gute Kooperationspartner in den Projekten auch tragfähig ist. Lokale Partnerorganisationen sind in den weltweit 31 Projektländern der Kindernothilfe die Hauptakteure. Ohne sie ist die Umsetzung der mehr als 700 Projekte nicht möglich. Sie kennen die lokalen Gegebenheiten, sprechen die Sprache der Menschen, sehen, wo die Hilfe am Nötigsten ist – und sorgen für deren Umsetzung.

„Löwen“ gibt es im Arbeitsumfeld der Kindernothilfe wahrlich genug: Armut, Ausbeutung, Gewalt, fehlende Bildungschancen, mangelnde Gesundheitsversorgung – das sind nur einige der Bedrohungen, denen „unsere“ Kinder täglich ausgesetzt sind. Um diesen Herausforderungen als Netz für Kinder wirksam auch begegnen zu können, sind engagierte Mitarbeiter vor Ort unverzichtbar. Nur sie sind mit dem sozialen Umfeld, der Kultur und Sprache sowie den oft schwierigen politischen Rahmenbedingungen in Krisenregionen vertraut. Ich persönlich habe vor vielen dieser vor Ort im Einsatz stehenden Menschen großen Respekt, wenn ich sehe, mit welch wenigen Ressourcen und unter was für schwierigen Rahmenbedingen dort großartige und wirksame Arbeit für die betreuten Kinder und ihre Familien geleistet wird. Auch meine beiden Teamkolleginnen Sarah Graf und Katharina Wurian, die gerade sehr begeistert von einer Projektreise aus Bolivien zurückgekehrt sind, haben einmal mehr bestätigt, wie wichtig und wertvoll das Engagement und die Anstrengungen der lokalen Mitarbeiter für das Gelingen unserer gemeinsamen Projektvorhaben sind.

Wer also sind die „Spinnen“ des Kindernothilfe-Netzes, durch die die Arbeit der Hilfsorganisation überhaupt erst möglich wird?

„Unsere Kollegen arbeiten nicht für die Projekte, sondern sie leben quasi dafür. Sie kennen alle Namen und das Schicksal jedes einzelnen Kindes sowie die Lebensgeschichten der Geschwister und Eltern im Projekt“, erzählt etwa Projektkoordinatorin Margarita von PASOCAP aus dem Projektalltag im Hochland Boliviens. „Es geht hier nicht darum, seine Stunden abzusitzen, sondern es geht hier um echtes Engagement.“

Von Engagement weiß auch María Eugenia Galindo Soza von unserem Projektpartner CETM aus Bolivien zu berichten: „Die CETM-Mitarbeiter leben von Montag bis Freitag auf 3.800 Metern Höhe in Tapacari bei und mit den Menschen. Lediglich an den beiden Wochenendtagen sind sie zuhause bei ihren eigenen Familien.“

Und Barbara Meisl, Projektleiterin des Waisenhauses Baan Doi im Norden Thailands, hat sich ihren Einsatz gleich zum Lebensinhalt gemacht: Gemeinsam mit einer Schweizer Freundin hat die Salzburgerin ihrer Heimat vorerst den Rücken zugekehrt und gibt Aidswaisen ein neues Zuhause – ihr „Arbeitstag“ dauert 24 Stunden täglich, das von der Kindernothilfe unterstützte Projekt beherbergt mittlerweile mehr als 30 Kinder.

Ebenfalls tagein, tagaus für die Kindernothilfe unterwegs ist Jethro Bamutungire, Selbsthilfegruppenkoordinator für Ostafrika – er betreut mit großem Einsatz die Arbeit der Selbsthilfegruppen in Uganda, Ruanda und Kenia. Er weiß genau, was die Frauen der einzelnen Gruppen bewegt, weiß, wie hoffnungslos sie oft sind, wie sie zu bewegen, zu unterstützen, zu überzeugen sind. Damit sie selbst daran glauben, dass sich ihr Leben nachhaltig verbessern kann. Dass sie gemeinsam gegen den „Löwen“, gegen die Armut antreten können.

Schön, so engagierte, unermüdliche Menschen als Teil des Kindernothilfe-Netzes zu wissen.

„Wenn Spinnen zusammenarbeiten, können sie einen Löwen bändigen“. Dieses Sprichwort aus Ghana begleitet mich seit meiner ersten Projektreise nach Afrika vor mittlerweile 24 Jahren. Und es hat für mich, seit ich für die Kindernothilfe arbeiten darf, einen erweiterten Sinn bekommen: Das Kind[...]

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