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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

16. August 2021

Haiti bebt wieder

Erneutes schweres Erdbeben mit Hunderten von Opfern: Die Kindernothilfe-Partner Ulrike und Reinhard Schaller berichten aus Les Cayes im Südwesten des Landes

Bei der verheerendesten Erdbebenkatastrophe in der Geschichte Lateinamerika starben in und um Port-au-Prince 220.000 Menschen. (Foto: Kindernothilfe)
Bei der verheerendesten Erdbebenkatastrophe in der Geschichte Lateinamerika starben in und um Port-au-Prince 220.000 Menschen. (Foto: Kindernothilfe)

Elfeinhalb Jahre ist es her, seit bei der verheerendsten Erdbebenkatastrophe in der Geschichte Lateinamerikas in und um Port-au-Prince 220.000 Menschen starben. Von den Folgen dieser Tragödie ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre bis heute gezeichnet und seine Menschen traumatisiert. Von Seismologen war es seit geraumer Zeit befürchtet worden: Jetzt am Samstagvormittag, 14. August, gegen 8:30 Uhr, entluden sich die tektonischen Spannungen zwischen der karibischen und der nordamerikanischen Platte erneut mit aller Wucht. Das Beben von der Stärke 7.2 verursachte diesmal im Süden Haitis – der 2010 verschont geblieben war – über 2200 Todesopfer, mehr als 12.000 Menschen wurden verletzt – und von Hunderten fehlt (Stand: 23.08.2021) noch immer jede Spur. Ihre Leichen werden unter eingestürzten Gebäude oder abgerutschten Berghängen vermutet. Betroffen sind diesmal vor allem die Departments Sud, Nippes und Grande‘ Anse – mit den großen Städten Les Cayes und Jérémie, sowie zahlreiche Dörfer und kleinere Orte an der Küste und im Hinterland. Tausende von Häuser, öffentliche Gebäude und ein wesentlicher Teil der Straßen- und Versorgungsinfrastruktur wurden durch das Erbeben zerstört. Die US-Erbebenwarte USGS befürchtete bereits am Samstag, 14. August, wenige Stunden nach dem Beben, eine Dimension dieser neuerlichen Katastrophe, die den betroffenen Teil Haitis auf Jahrzehnte hin zeichnen würde und rief die Alarmstufe „Rot“ aus. Als, ob das Alles noch nicht genug gewesen wäre, peitsche drei Tage nach dem Erdbeben, in der Nacht von Montag auf Dienstag vergangener Woche, der Tropensturm „Grace“ mit extremen Windgeschwindigkeiten und Starkregen über die Südwestküste Haitis und sorgte inmitten der Trümmerlandschaft für Überschwemmungen und weiteres Elend.

Noch heute sind die Menschen Haitis vom Erdbeben 2010 gezeichnet. (Foto: Kindernothilfe)
Noch heute sind die Menschen Haitis vom Erdbeben 2010 gezeichnet. (Foto: Kindernothilfe)

Kindernothilfe-Einsatz in Haiti

Die Kindernothilfe ist in der betroffenen Region seit vielen Jahren mit mehreren Partnern engagiert: Einem Netzwerk von Frauen Selbsthilfe-Gruppen (SHG) – sowie seit 2008 mit dem Berufsschulprojekt „Centre de Développment Côte Sud Haïti“ (CDCSH) in dem kleinen Ort Port-à-Piment. Für die Menschen im äußersten Südwesten Haitis ist dieses Erdbeben vom 14. August bereits die zweite Großkatastrophe innerhalb von weniger als fünf Jahren. Im Oktober 2016 wurde die Küste der Tiburon-Halbinsel vom Hurrikan „Matthew“ verwüstet. Damals starben über 1000 Menschen. Kindernothilfe-Ansprechpartner für das CDCSH-Projekt und zahlreiche Humanitäre Hilfe-Vorhaben in Port-à-Piment ist seit all diesen Jahren vor allem das Entwicklungshelfer-Ehepaar Ulrike und Reinhard Schaller. Ulrike Schaller arbeitet als Physiotherapeutin und Spezialistin für die Rehabilitation von Menschen mit Behinderung. Reinhard Schaller ist Berufsschullehrer mit jahrelanger pädagogischer Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen. Unter anderem organisierte er mit Kindernothilfe-Unterstützung nach dem Erdbeben von 2010 Kurse mit Jugendlichen, die in Port-à-Piment gestrandet waren und mit ihm zusammen Techniken für den erdbebensicheren Wiederaufbau von Häusern erlernten. Mitte vergangener Woche musste er darüber informieren, dass auch die Berufsschule von Port-à-Piment, die nach der „Matthew“-Katastrophe auch mit Kindernothilfe-Mitteln komplett neu aufgebaut und ausgestattet werden konnte, durch das Erdbeben vom 14. August erhebliche Schäden davongetragen hatte.

Ein Augenzeugenbericht

In dem nachfolgenden Bericht schildert Reinhard Schaller, wie er uns seine Frau die dramatischen Stunden unmittelbar nach dem Erdbeben vom 14. August in Les Cayes, wo sie wohnen, erlebt haben – und wie sie seitdem versuchen, die anlaufenden Hilfsaktionen vor Ort zu unterstützen. Der Text von Reinhard Schaller wurde am Sonntag, 15. August, abgeschlossen. Die beigefügten Fotos von ihm, die er uns zur Verfügung stellte, sind allesamt während den ersten Stunden nach der Katastrophe entstanden.

Das Entwicklungshelfer-Ehepaar Ulrike und Reinhard Schaller sind seit Jahren wichtige Kindernothilfe-Ansprechpartner in Port-à-Piment, Provinz Sud. (Foto: Reinhard Schaller)
Die Entwicklungshelfer Ulrike und Reinhard Schaller sind seit vielen Jahren wichtige Kindernothilfe-Ansprechpartner in Port-à-Piment, Provinz Sud. (Foto: Jürgen Schübelin)

„Wir wurden, wie alle anderen auch, am Samstagfrüh von heftigen Erdstößen überrascht. Wir saßen im Wohnzimmer, als die Erde zu beben begann und überall die Sachen runterfielen. Es gab erstmal überhaupt keine informationen darüber, wo sich das Epizentrum befand. Inzwischen steht jedoch fest, dass wir uns hier in Les Cayes 40 Kilometer südwestlich vom Epizentrum befinden. In unserer Stadt sind eine Reihe von Gebäuden zusammengebrochen, aber unser Eindruck ist, dass die Schäden nicht ganz so großflächig ausfielen wie 2010 bei der Katastrophe in Port-au-Prince. Uns persönlich geht es soweit gut, wir stehen immer noch etwas unter Schock, weil wir so ein starkes Beben ja noch nie erlebt haben. An unserem Haus gibt es zum Glück keine Schäden. Nur das gesamte Inventar hat sich bewegt und manches ging zu Bruch. Ulrike rannte sofort ins Krankenhaus rüber, um dort zu helfen. Das Hospital war zu diesem Zeitpunkt bereits voll von Verletzten. Einige von ihnen kennen wir persönlich. Ständig kommen neue hinzu. Das Krankenhausteam musste die Verletzten im Freien versorgen, weil der Platz im Inneren nicht mehr ausreichte und die Angst groß ist, sich im Gebäude aufzuhalten. Ich selbst habe miterlebt, wie einer jungen Frau auf dem Parkplatz die zahlreichen Wunden im Gesicht genäht werden mussten.“

Kaum Informationen

„Zunächst konnte man noch nicht sagen, wieviel Menschen ums Leben kamen. Am Samstag war zunächst von 100 bis 200 die Rede. Aber inzwischen werden es stündlich mehr. Offiziell sind es heute, Montagfrüh, laut der haitianischen Katastrophenschutzbehörde bereits über 1300 Tote. Im Gespräch mit Freunden und Bekannten hören wir immer wieder, dass es vor allem in den Bergen eine große Zahl von Opfer  gab – und zwar vor allem durch Erdrutsche und heruntergefallene Steine. Wir vermuten, dass es wohl noch mindestens eine Woche dauert, bis man genauere Zahlen nennen kann. Hunderte Menschen sind noch verschüttet oder werden vermisst. Ständig hören wir, dass erneut an vielen Stellen weitere Tote gefunden wurden – oder Schwerverletzte die vergangenen zwei Nächte nicht überlebt haben. Aber die Nachrichtenlage ist nicht gut. Die meisten Menschen fühlen sich extrem schlecht informiert.

Das Ausmaß der Verwüstung ist noch nicht abschätzbar. (Foto: Reinhard Schaller)
Das Ausmaß der Verwüstung ist noch nicht abschätzbar. (Foto: Reinhard Schaller)

Zwei Stunden nach dem Beben habe ich zum ersten Mal versucht, mir auf dem Motorrad einen Überblick über die Situation in Les Cayes zu verschaffen. Mit dem Auto wäre man nicht durchgekommen. Die zwei Kilometer lange Strecke bis in die Innenstadt war komplett verstopft mit Tausenden von Menschen und Fahrzeugen. Überall zwischendrin gibt es eingestürzte Gebäude, an denen Helfer versuchen, Verschüttete und Tote zu bergen. Ich habe trotzdem den Eindruck, dass die eigentliche Bausubstanz des Stadtzentrums von Les Cayes relativ gut standgehalten hat. Aber alle Geschäfte sind geschlossen und die meisten Menschen haben jetzt schon zwei Nächte aus Angst vor Nachbeben auf der Straße verbracht.

Während des ganzen Tages kamen Leute zu uns, um Hilfe zu suchen, vor allem, weil zahlreiche Wasserleitungen beschädigt wurden. In den ersten 24 Stunden nach dem Beben hatten auch wir nur erdbraunes Wasser aus der Leitung. Ich vermute, dass durch die tektonischen Erschütterungen der gesamte Grundwasserspiegel aufgewühlt wurde. Auch aus allen Tiefbrunnen kommt nur braune Brühe. Es gibt kaum Trinkwasser.“

Ein Bild der Verwüstung

Das Beben mit einer Stärke von 7,2 auf der Richterskala verwüstete den Südwesten Haitis schwer. (Foto: Reinhard Schaller)
Das Beben mit einer Stärke von 7,2 auf der Richterskala verwüstete den Südwesten Haitis schwer. (Foto: Reinhard Schaller)

„Am späteren Samstagnachmittag versuchte ich, schnell noch ein paar Sachen zu beschaffen und unsere Vorräte aufzustocken. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass das ein sinnloses Unterfangen ist. Fast alle Läden haben geschlossen – und in dem einzigen, der offen hatte, drängten sich so viele Menschen, die alles aufkauften, was sie ergattern konnten. Aber wir haben noch genug zu Hause, so dass wir über die nächsten Tage kommen werden. Am späten Nachmittag brach ich noch einmal mit dem Motorrad auf, um die Lage im Hinterland zu erkunden. Je weiter ich Richtung Jérémie die Berge hinauffuhr, umso verheerender stellte sich die Lage dar. Überall Risse in der Straße, teilweise richtig tiefe Gräben. Ganz viele Häuser sind komplett eingestürzt. Dann sah auf einmal auf einem Parkplatz viele Busse voller Menschen. Da wurde mir klar, dass es kein Durchkommen nach Jérémie gibt. Weiter oben in den Bergen verstand ich, warum: Überall ist die Straße verschüttet! Und an einer Stelle war der halbe Berg heruntergekommen und riß alles mit.“

Erste Hilfeleistungen

Erste Hillfemaßnahmen unmittelbar nach dem Beben. (Foto: Reinhard Schaller)
Erste Hillfemaßnahmen unmittelbar nach dem Beben. (Foto: Reinhard Schaller)

„Ulrike hat jetzt seit dem Beben viele Stunden im Krankenhaus gearbeitet, um Notfallhilfe zu leisten. Stündlich werden neue Verletzte eingeliefert. Alles ist überfüllt und das medizinische Personal kommt kaum noch nach. Immerhin erreichten uns am Sonntagnachmittag hier am Flughafen erste Hilfslieferungen. Ich habe beim Entladen der Maschinen und der Organisation der Verteilung mitgearbeitet. Aber das gestaltet sich sehr schwierig, Die Hilfsgüter reichen auf keinen Fall für alle Notleidenden. Eine große Erleichterung für das Krankenhaus ist, dass mit den entladenen Maschinen vom Flughafen aus auch eine Reihe Schwerverletzte ausgeflogen werden konnten.

Sorgen macht uns, dass jetzt zum Beginn dieser Woche ein tropischer Sturm über Haiti angekündigt wurde. Wir werden sehen, was da noch kommt. Wir werden auf alle Fälle versuchen, über unsere Möglichkeiten die Menschen hier zu unterstützen, so gut es geht.“

Erneutes schweres Erdbeben mit Hunderten von Opfern: Die Kindernothilfe-Partner Ulrike und Reinhard Schaller berichten aus Les Cayes im Südwesten des Landes Bei der verheerendesten Erdbebenkatastrophe in der Geschichte Lateinamerika starben in und um Port-au-Prince 220.000 Menschen. (Foto: Kinde[...]

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22. Mai 2020

Zyklon Amphan – Zerstörung unerwarteten Ausmaßes

Inmitten der durch die aktuelle COVID-19-Pandemie erforderlichen sozialen Distanzierungsmaßnahmen sind die Küstenregionen in Indien und Bangladesch durch den rekordverdächtigen Zyklon Amphan seit Mittwoch einer weiteren Bedrohung ausgesetzt. Mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 270 km/h ging der Wirbelsturm im Nordindischen Ozean am Nachmittag des 20. Mai im indischen Digha, 187 km südlich von Kalkutta, an Land und ist jetzt bereits stärker als der Superzyklon Fani von 1999.

Zyklon Amphan verwüstete Küstenregionen in Indien und Bangladesch (Foto: Kindernothilfepartner)
Zyklon Amphan verwüstete Küstenregionen in Indien und Bangladesch (Foto: Kindernothilfepartner)

Katastrophale Folgen

Während der vierstündigen Landung im indischen Bundesstaat Westbangalen entstand eine lange Spur der Verwüstung. Bäume wurden entwurzelt, Lehmhäuser und Stromkabeln zerstört. Auch im angrenzenden Odisha führten Sturm und starke Regenfälle zu verheerenden Schäden. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Indien immer noch darum kämpft, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Der Bundesstaat Westbengalen, der sich auf dem direkten Weg des „extrem stark“ eingestuften Zyklons befand, verzeichnet derzeit 2.961 Corona-Infizierte und 250 Todesfälle. Darüber hinaus hat der Staat mit Hunderttausenden von Gastarbeitern zu kämpfen, die nach Hause zurückgekehrt sind, um den Schwierigkeiten des 55-tägigen Lockdowns zu entkommen. „Wir kämpfen gegen drei Herausforderungen: das Coronavirus, der Ankunft von Lakhs (Hunderttausenden) von Migranten und dem Zyklon Amphan“, sagte Westbengalens Chief Ministerin Mamata Banerjee bei einer Online-Pressekonferenz am 20. Mai. Laut Banerjee waren die Auswirkungen auf den Staat insgesamt katastrophal. „Die Auswirkungen sind katastrophal. Es wird 10-12 Tage dauern, um das tatsächliche Ausmaß zu beurteilen, aber es werden Schäden in Millionenhöhe sein. Häuser, Straßen, Flussufer – alles wurde getroffen“.

Wir sind schockiert. Wir haben keine Verwüstung in einem solchen Ausmaß erwartet

Mamata Banerjee , Westbengalens Chief Ministerin

Nach Angaben des Meterologischen Dienstes in Kalkutta betrug die höchste Geschwindigkeit von Amphan in Westbengalens Hauptstadt 133 km/h.

Zyklon Amphan trifft die ohnehin schwer Covid-19 gebeutelten Küstenregionen in Indien und Bangladesch mit unerwartetem Ausmaß Foto: Kindernothilfepartner)
Zyklon Amphan trifft die ohnehin schwer Covid-19 gebeutelten Küstenregionen in Indien und Bangladesch mit unerwartetem Ausmaß (Foto: Kindernothilfepartner)

Massive Evakuierungen in Bangladesch

Inmitten seines intensiven Kampfes gegen die Coronavirus-Pandemie startete Bangladesch eine massive Evakuierungsoperation, um seine Bürger und sein Vieh im Küstengebiet zu schützen. Bis Mittwochabend wurde fast 2,4 Millionen Menschen und über eine halbe Million Tiere in den Küstenbezirken Khulna, Satkheera, Jessore, Rajbadi und Sirajganj in Sicherheit gebracht. Lokale Schulen wurden als Notunterkünfte eingerichtet. Angesichts der steigenden Zahl von COVID-19-Fällen hat der Zyklon den harten Kampf des Landes, in dem es bereits 27.000 bestätigten Fälle und über 350 Toten gibt, weiter erschwert. „Zyklon Amphan wird die Situation unserer Bevölkerung, die ohnehin schwer unter der COVID-19-Pandemie, der Isolation und sozialen Distanzierung zu leiden hat, weiter verschärfen. Denn obwohl Bangladesch über ein effizientes System von Zyklonschutzräumen verfügt, haben die meisten betroffenen Küstengemeinden Angst, in diese Schutzräume zu ziehen, da es dort fast unmöglich sein wird, soziale Distanzierungsnormen zu praktizieren“, so Sohanur Rahman von YouthNet für Klimagerechtigkeit in Bangladesch.

Die Folgen des Klimawandels im Indischen Ozean

Der Klimawandel erhöht den Schaden, den Zyklone wie Amphan auf verschiedene Weise verursachen, einschließlich steigender Meeresoberflächentemperaturen und steigender Meeresspiegel, zunehmender Regenfälle während des Sturms und schnellerer Zunahme von Stürmen. Aufgrund des Klimawandels sind weltweit stärkere Wirbelstürme häufiger geworden, und die Stärke von Wirbelstürmen, die Länder am Nordindischen Ozean betreffen, hat mit der Erwärmung des Planeten zugenommen. Auch der Meeresspiegel im Nordindischen Ozean ist in den letzten Jahren schneller gestiegen als an anderen Orten. Laut einer Studie könnten Indien und Bangladesch bis 2050 dramatische jährliche Überschwemmungen an der Küste erleben, von denen 36 Millionen Menschen in Indien und 42 Millionen in Bangladesch betroffen sind.

Inmitten der durch die aktuelle COVID-19-Pandemie erforderlichen sozialen Distanzierungsmaßnahmen sind die Küstenregionen in Indien und Bangladesch durch den rekordverdächtigen Zyklon Amphan seit Mittwoch einer weiteren Bedrohung ausgesetzt. Mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 270 km/h ging[...]

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Kinderzentren – Oasen im Chaos

Überleben und Schutz von Kindern: Das ist für die Kindernothilfe das oberste Ziel bei all ihren Humanitären Einsätzen. Das wichtigste Werkzeug für diese Arbeit sind Kinderzentren: Oasen im Chaos, in denen Kinder Schutz, Essen, Unterricht und medizinische sowie psychologische Betreuung bekommen – und einfach wieder Kind sein können.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – das gilt vor allem in Katastrophenfällen. Nach Erdbeben, Überschwemmungen oder Dürren brauchen Mädchen und Jungen besonderen Schutz, haben besondere Bedürfnisse. Etwa bei der Nahrung: Während Erwachsene längere Zeit unbeschadet mit Reis und Wasser über die Runden kommen, brauchen Kinder hochenergetische Nahrung, um solche Notsituationen ohne langfristige Gesundheitsschäden zu überstehen. Zudem sind spezielle Maßnahmen notwendig, um Kinder im Gewirr von Notunterkünften vor Gewalt und Krankheiten zu bewahren. Ebenfalls wichtig für die langfristige Entwicklung eines Kindes: das Aufrechterhalten von Unterricht und eines geregelten Alltags. Wenn Kinder längere Zeit aus dem Schulalltag herausgerissen sind, finden viele den Weg nicht mehr zurück. Langfristig leidet daran auch die gesamte Gesellschaft: Der Bildungsnotstand verschärft sich und somit auch die Armut.

Nach der Tsunamikatastrophe in Indonesien 2018 fanden die Kinder im Kinderzentrum einen Ort der Geborgenheit (Foto: Karl Anderson)
Nach der Tsunamikatastrophe in Indonesien 2018 fanden die Kinder im Kinderzentrum einen Ort der Geborgenheit (Foto: Karl Anderson)

Bei unserer Hilfe stehen Kinder im Zentrum

Um Kindern die bestmögliche Hilfe während und nach Katastrophen zu gewährleisten, arbeitet die Kindernothilfe mit sogenannten Kinderzentren: Das sind speziell geschaffene Räume – häufig innerhalb von Notunterkünften –, in denen Kinder Schutz, Essen, Unterricht, Spielmöglichkeiten und medizinische sowie psychologische Betreuung bekommen.

Als besonders wichtig bei der Betreibung von Kinderzentren hat sich die Registrierung der Mädchen und Jungen sowie eine regelmäßige Anwesenheitskontrolle erwiesen. Im Verbund mit anderen Organisationen, die sich ebenfalls um Kindesschutz bemühen, lässt sich so die Gefahr von Kindesmissbrauch und Kinderhandel deutlich reduzieren.

Wie die Kinderzentren im Einzelnen aussehen, richtet sich nach den jeweiligen Bedürfnissen, die sich aus der Nachkatastrophensituation ergeben. Sowohl die Bauart als auch Programmangebote können sehr unterschiedlich sein. Beides plant die Kindernothilfe in enger Abstimmung mit ihren lokalen Partnern vor Ort. Manchmal reichen schon einfachste Mittel, um ein wirksames Kinderzentrum einzurichten: In Haiti etwa, als unmittelbar nach dem Beben 2010 keine Baustoffe verfügbar waren, legte die Kindernothilfe an einem Standort Plastikplanen zwischen Bäumen aus. Inmitten des Chaos signalisierte der Ort feste Strukturen und gab Platz zum Spielen. Mit großem Erfolg: Die Kinder blühten auf, lachten, konnten endlich wieder Kind sein. Erst später, als Baumaterial zur Verfügung stand, konnten an der Stelle Pavillons gebaut werden.

Sulawesi Kinderzentrum (Foto: Karl Anderson)
Sulawesi Kinderzentrum (Foto: Karl Anderson)

Nach der Flut in Pakistan 2010 hingegen standen leere Gebäude am Rande der Überschwemmungsgebiete zur Verfügung, die nach einigen Renovierungsarbeiten als Kinderzentren genutzt werden konnten.

So wie die Gebäude können auch die Programmangebote je nach Bedarf variieren. Sie reichen von offenen Spiel- und Lernangeboten über kindgerechte Ernährung und Gesundheitsuntersuchungen bis zu Trauma-Arbeit wie etwa Verhaltensbeobachtung, Gesprächsgruppen und psychosoziale Betreuung.

Mit dem Aufbau von Kinderzentren muss früh begonnen werden; die Arbeit wird dann so lange weitergeführt, bis sich die Lage wieder normalisiert hat, etwa bis die Schulen wieder geöffnet sind. Dieser Zeitraum kann manchmal sechs Monate oder sogar ein Jahr betragen. Da die von der Kindernothilfe unterstützten Kinderzentren von lokalen Organisationen betrieben werden, ist es möglich, auch über längere Zeiträume das Programm aufrechtzuerhalten.

Überleben und Schutz von Kindern: Das ist für die Kindernothilfe das oberste Ziel bei all ihren Humanitären Einsätzen. Das wichtigste Werkzeug für diese Arbeit sind Kinderzentren: Oasen im Chaos, in denen Kinder Schutz, Essen, Unterricht und medizinische sowie psychologische Betreuung bekommen [...]

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So konnten wir mit Ihren Spenden helfen. DANKE!

Negelle, Äthiopien (Gesundheit, Bildung, Persönlichkeitsstärkung im Wohnheim Dollo-Negelle)

Negelle im südlichen Hochland Äthiopiens ist geprägt von Menschen, die in extrem armen und einfachen Verhältnissen von der Subsistenzwirtschaft leben. Zudem ist Äthiopien ein sehr ernährungsunsicheres Land, das auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen ist. Regelmäßig auftretende Dürren führen zu Verknappung von Weideland und Wasser sowie zu drastisch erhöhten Preisen für Nahrungsmittel. In diesem Umfeld spielt Bildung eine sehr untergordnete Rolle und insbesondere die Schulbildung von Mädchen wird kaum bis überhaupt nicht unterstützt. Das Bildungsniveau ist per se niedrig, da es kaum weiterführende Schulen gibt und ohne Platz in einem Schülerwohnheim der Unterrichtsbesuch für die meisten Schüler nicht möglich ist, da die Wege zwischen ihrem Zuhause und der Schule zu weit sind. Somit ist der Besuch der Schule mit Kosten verbunden, wodurch viele von ihnen die Schule abbrechen und stattdessen versuchen, als Tagelöhner etwas Geld zu verdienen.

Bildung ist eine elementare Voraussetzung für den Weg aus der Armut (Foto: Karl Pfahler).

So hat Ihre Spende geholfen:

Im Schülerwohnheim Dollo-Negelle konnten wir 128 Kinder (70 Buben, 59 Mädchen) während der Schulzeit ein zeitweises Zuhause ermöglichen, in dem sie jeder ein Bett mit Matratze, Decke und Polster haben. Neben einer ausgewogenen Ernährung (Eier, Fleisch, Gemüse, lokale Nahrungsmittel, etc.), die für die Entwicklung der Kinder unerlässlich ist, wurden alle mit ausreichenden Hygieneartikeln versorgt und erhielten regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen, um Krankheiten vorzubeugen.

Alle 128 Kinder sind in die nächste Klasse aufgestiegen, 90% haben die nationalen Examen erfolgreich absolviert.

Chikuni, Sambia (Bildung durch Radioschulen)

Die meisten Menschen in den 180 Dörfern der Gemeinde Chikuni, südwestlich von Sambias Hauptstadt Lusaka, leben in extremer Armut von der Subsistenzwirtschaft. Aufgrund schlechter Bodenqualität und immer häufiger auftretenden Wetterextremen (Trockenzeit, sintflutartige Regenfälle) kann die Mehrheit der hier lebenden Bäuerinnen und Bauern kaum genug Nahrung für den Eigenbedarf produzieren. Viele Familienmitglieder sind unterernährt, wobei die Kinder am stärksten davon betroffen sind.

Die extreme Armut führt auch dazu, dass die Kinder vieler Familien von vornherein dazu gezwungen sind, auf den Schulbesuch zu verzichten und durch Arbeit zum Einkommen der Eltern beizutragen. Außerdem gibt es in der Region kaum öffentliche Schulen bzw. ist der Weg zu den wenig vorhandenen(?) bis zu 20 km lang. Daher besuchen fast 80% der dort lebenden Mädchen und Buben den Schulunterricht gar nicht oder sehr unregelmäßig.

So hat Ihre Spende geholfen:

Mit Hilfe von 23 Radioschulen nehmen Kinder und Jugendliche an einem Bildungsprogramm teil, die sonst keine Möglichkeit zu einem Schulbesuch hätten. Dafür wurde ein tägliches Sendeprogramm in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen entwickelt und Bildungsmaterialien erstellt.

2017 wurden 150 Unterrichtseinheiten ausgestrahlt, die 2.221 Kinder der Klassenstufen 2, 4, 6 und 7 sowie 527 Erwachsene erreichten. Die Kinder nahmen am Schuljahresende erfolgreich an den staatlichen Abschlussprüfungen teil.

Verbesserung der Ernährungssituation

Um der schwierigen Ernährungssituation und verbreiteten Armut besser begegnen zu können, wurde der Schulunterricht lebensnaher und praxisorientierter gestaltet. Das bedeutet, dass die Kinder und ihre Eltern über landwirtschaftliche Zusammenhänge unterrichtet werden. Somit leistet der Unterricht einen großen Beitrag zur Ernährungssicherung.

Dafür werden in jedem Dorf eine Baumschule und ein Gemüsegarten angelegt. Hinzu kommen Brunnen und Bewässerungsanlagen. Zusätzlich wurden Gartenwerkzeug, Saatgut und Lehrmaterial zur Verfügung gestellt. In jedem Dorf vermitteln zwei LehrerInnen und zwei ExpertInnen den Lehrstoff und setzen ihn mit den Kindern praktisch um.

An die ärmsten Familien wurden in Chikuni 2 Ziegen und 11 Hühner verteilt. Zudem wurden 11.700kg Erdnüsse und 160 Bells of Sugar für das Ernährungsprogramm bereitgestellt.

Mirmali, Indien (Gegen Kinderarbeit in Ziegeleien)

In Bihar, dem ärmsten Bundesstaat Indiens, unterstützen wir fünf fünf Dalit-Dörfer („die Unberührbaren“)Diese liegen am Fluss Koshi und werden in der Monsunzeit immer wieder überschwemmt. Um zu überleben arbeiten die Mitglieder dieser benachteiligten Minderheit unter ausbeuterischen Bedingungen in einer der umliegenden Ziegelbrennereien und beziehen auch ihre Töchter und Söhne in den Arbeitsalltag mit ein. Somit bleibt zahlreichen Dalit-Kindern der Schulbesuch verwehrt.

Vorherrschende Armut und mangelnde Hygiene bringen Krankheiten mit sich: das dreckige Wasser verursacht Durchfall. Infektionen, Malaria und ähnliches treten ebenso oft auf, sodass die Krankheiten den Kindern sehr zusetzen.

Indien: Schulbesuch statt Arbeit in der Ziegelei (Foto: Jakob Studnar)

So hat Ihre Spende geholfen:

In den Projektförderschulen erhielten 413 Kinder einen informellen Unterricht für die Jahrgangsstufen 1-5. Dadurch lernten sie einen routinierten Schulalltag kennen (4 Studen / Tag rechnen, schreiben lesen) und wurden auf den Übertritt in eine staatliche Schule vorbereitet. 35 Kinder schafften es erfolgreich, auf eine staatliche Schule zu wechseln. Unter den 413 Kindern nahmen 181 Mädchen am Unterricht teil – eine sehr erfreuliche Entwicklung, da den meisten Mädchen noch vor ein paar Jahren im sehr traditionellen Bundesstaat Bildung verweigert blieb.

Zusätzlich wurden 98 junge Frauen auf dem Weg in ein eigenständiges Berufsleben unterstützt, 33 von ihnen eröffneten nach den Berufsbildungsstunden erfolgreich ihre eignene Scheiderei und verdienen nun das 15-16fache im Vergleich zum Lohn in der Ziegelbrennerei.

In den Förderzentren befindet sich auch ein Arzt, der die Kinder im Krankheitsfall mit Medikamenten versorgt. Zudem konnten jedes Monat kostenlose, medizinische Untersuchungen angeboten werden, zu denen insgesamt 587 Mädchen und Buben kamen.

Carrefour, Haiti (Schulessen in Ecole St. Francois de Salle nach der Naturkatastrophe)

Haiti ist ein Land mit nur schwachen staatlichen Strukturen, das unter einer großen politischen und wirtschaftlichen Instablilität leidet. Zudem wird das Land immer wieder von verheerenden Naturkatastrophen (2010 Erdbeben, 2016 Hurrikan “Matthew”) heimgesucht. Hohe Arbeitslosigkeit, eine unsichere Ernährungslage und große Armut kennzeichnen die schwierigen Lebenssituation der meisten Menschen, in der Bildung keinerlei Priorität hat. Es gibt viel zu wenige kostenlose, öffentliche Schulen, und auch die Qualität des Unterrichts ist mehr als dürftig. Außerdem sind viele Familien darauf angewiesen, dass ihre Töchter und Söhne zum Familieneinkommen beitragen.

In Carrefour, der zweitgrößten Stadt Haitis, sind die Folgen der Naturkatastrophen nach wie vor spürbar und die Armut besonders hoch, da Infrastruktur, Erwerbsmöglichkeiten und qualitativ hochwertige Bildungsangebote fehlen. Große Teile der Bevölkerung leiden unter chronischer Unterernährung und die medizinische Versorgung ist völlig unzureichend (ein Arzt ist für 7000 Menschen zuständig). Jedes zweite Kind kommt schon mit Merkmalen der Unterernährung auf die Welt. Die Kindersterblichkeit ist sehr hoch: 69 je 1000 Kinder sterben vor ihrem fünften Lebensjahr. Allein 42,3% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Haiti: In der wieder aufgebauten Ecole Saint Francois de Salle ist Lernen wieder möglich. (Foto: Jürgen Schübelin)

So hat Ihre Spende geholfen:

In der Ecole Saint Francois de Salle, die bei dem Erbeben 2010 völlig zerstört, danach mit Unterstützung der Kindernothilfe erdbebensicher wieder errichtet wurde, können Kinder die komplette Schullaufbahn vom Kindergarten bis zur Matura absolvieren. Durch die staatliche Anerkennung der Schule qualifiziert der Schulabschluss für eine mögliche universitäre oder berufliche Ausbildung.

Letztes Jahr wurden 1.247 Schüler unterrichtet, die vier Leistungskontrollen wurden von allen zufriedenstellend absolviert und alle Schüler des 9. Jahrganges bestanden die offiziellen Prüfungen und damit den Übergang in die weiterführende Schule. Zudem erhielten alle Kindern3 warme Mahlzeiten und 2 Snacks pro Woche. Auch die entsprechende medizinische Versorgung inkl. regelmäßiger Impfkampagnen für alle Kinder konnte gewährleistet warden.

Chaqui, Bolivien (Inklusion, Förderung von Kindern mit Behinderung)

Chaqui ist eine der ärmsten Kommunen Boliviens. Die Menschen leben in kleinen Unterkünften aus Lehmziegeln und mit Bretterdächern, die mit Lehm und Stroh abgedichtet werden. Es gibt keine Elektrizität und nur wenige Menschen haben Zugang zu Trinkwasser. In den Gemeinden ist die Gesundheitsversorgung sehr unzureichend. Neben der weit verbreiteten Mangelernährung und ihren Auswirkungen stellen fehlende bzw. mangelhafte Schul- und Ausbildungsangebote ein großes Problem dar. Die Schulen verfügen meist weder über Sanitäranlagen noch über angemessene Wohnungen für die Lehrer, die wegen der Abgelegenheit der Dörfer die Arbeitswoche über in der Schule leben. Sie reichen nur bis zur 4. oder 5. Klasse; dennoch schließt ein Großteil der Kinder noch nicht einmal diese ab.

Die Lernbedingungen und –angebote sind somit für alle Schüler schlecht; für Kinder mit Behinderungen sind sie jedoch katastrophal bzw. meist von vornherein überhaupt nicht zugänglich.

Bolivien: Kinder mit Beeinträchtigung haben es nach wie vor sehr schwer. (Foto: Jürgen Schübelin)

So hat Ihre Spende geholfen:

Es konnten 250 Familien unterstützt und 39 Kinder mit Behinderung ein Schulbesuch ermöglicht werden. Zudem wurden im Rahmen einer breiten Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen über Kinderrechte und Behinderung 246 Lehrkräfte und verschiedenen Bildungseinrichtungen befähigt, Kinderrechte zu vermitteln. In der Schule wurden Lehrmaterialien mit bunten Illustrationen und Geschichten erstellt, um Kindesschutz und Kinderrechte verständlich und kindgerecht aufzubereiten. Nicht zuletzt wurden architektonische Barrieren an Schulen beseitigt, um für alle Kinder ungehinderten Zugang zu gewährleisten.

Moro, Peru (Wiederaufbau nach den Überschwemmungen)

Peru wurde im März 2017 wochenlang von Unwettern mit nie dagewesenen Regenmassen heimgesucht. Im ganzen Land wurden Häuser von 72.000 Menschen zerstört, insgesamt leideten etwa 600.000 Peruaner unter den Folgen des Unwetters: Hunger, Durst, zerstörte Infrastruktur und mangelnde Hygiene. Zehntausende Menschen wurden infolge dessen obdachlos und standen vor dem Nichts.

Peru: Wiederaufbau nach den verheerenden Überschwemmungen (Foto: Jürgen Schübelin).

So hat Ihre Spende geholfen:

Im ländlichen Distrikt Moro im Norden Perus konnten durch Soforthilfemaßnhamen 600 Familien mit dem Notwendigsten wie Nahrungsmittel, Wasser, Hygieneartikel und Medikamente versorgt warden.

In der Folge konnten 43 der zerstörten Häuser, die aufgrund ihrer traditionellen regionstypischen Lehmziegelbauweise den Überschwemmungen und Schlammlawinen nicht Stand halten konnten, wiederaufgebaut werden.

Sulawesi, Indonesien (Child Friendly Spaces nach dem Tsunami)

Die indonesische Insel Sulawesi wurde heuer von einem verheerenden Tsunami und Folgeerdbeben heimgesucht und hinterließ gravierende Spuren: 300.000 Überlebende ohne Obdach, 67.000 unbewohnbare Häuser, 2.700 beschädigte Schulen und 20 wichtige Gesundheitseinrichtungen. Auch die Wasserversorgung war tagelang außer Funktion.

Zurück blieben Tausende von Menschen schwer traumatisiert, darunter rund 50.000 Kinder, die dringend Hilfe und besondere Unterstrützung benötigten.

Indonesien: In Child Friendly Spaces können Kinder nach der Katastrophe einfach nur Kind sein (Foto: Karl Andersson).

So hat Ihre Spende geholfen:

Durch Soforthilfemaßnahmen konnte ein provisorisches Kinderzentrum, ein sogenannter Child Friendly Space, errichtet werden, in dem 40 Kindern unmittelbare Unterstützung durch fachkundiges Personal ermöglicht wurde. So konnte den Mädchen und Buben ein geschützter Raum geboten werden, den sie brauchen, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Sie erhielten psychosoziale Unterstützung, regelmäßige Mahlzeiten und die Möglichkeit eines halbwegs geregelten Tagesablaufes, der dabei hilft, ihre Ängste durch gemeinsames Spielen zu überwinden.

Zudem wurde im krisengebeutelten Palu-Distrikt ein 2-Tages-Traumaworkshop zu Kinderrechten, Einführungen zum Thema Trauma, Selbstversorgung und behutsamen traumalösenden Übungen für 565 Pädagogen abgehalten.

Negelle, Äthiopien (Gesundheit, Bildung, Persönlichkeitsstärkung im Wohnheim Dollo-Negelle) Negelle im südlichen Hochland Äthiopiens ist geprägt von Menschen, die in extrem armen und einfachen Verhältnissen von der Subsistenzwirtschaft leben. Zudem ist Äthiopien ein sehr ernährungsunsichere[...]

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So hat Ihre Spende in Sulawesi, Indonesien geholfen

Die indonesische Insel Sulawesi wurde heuer von einem verheerenden Tsunami und Folgeerdbeben heimgesucht und hinterließ gravierende Spuren: 300.000 Überlebende ohne Obdach, 67.000 unbewohnbare Häuser, 2.700 beschädigte Schulen und 20 wichtige Gesundheitseinrichtungen. Auch die Wasserversorgung war tagelang außer Funktion.

Zurück blieben Tausende von Menschen schwer traumatisiert, darunter rund 50.000 Kinder, die dringend Hilfe und besondere Unterstützung benötigten.

So konnten wir dank Ihrer Spende helfen:

Indonesien: In Child Friendly Spaces können Kinder nach der Katastrophe einfach nur Kind sein (Foto: Karl Andersson).

Durch Soforthilfemaßnahmen konnte ein provisorisches Kinderzentrum, ein sogenannter Child Friendly Space, errichtet werden, in dem 40 Kindern unmittelbare Unterstützung durch fachkundiges Personal ermöglicht wurde. So konnte den Mädchen und Buben ein geschützter Raum geboten werden, den sie brauchen, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Sie erhielten psychosoziale Unterstützung, regelmäßige Mahlzeiten und die Möglichkeit eines halbwegs geregelten Tagesablaufes, der dabei hilft, ihre Ängste durch gemeinsames Spielen zu überwinden.

Zudem wurde im krisengebeutelten Palu-Distrikt ein 2-Tages-Traumaworkshop zu Kinderrechten, Einführungen zum Thema Trauma, Selbstversorgung und behutsamen traumalösenden Übungen für 565 Pädagogen abgehalten.

Die indonesische Insel Sulawesi wurde heuer von einem verheerenden Tsunami und Folgeerdbeben heimgesucht und hinterließ gravierende Spuren: 300.000 Überlebende ohne Obdach, 67.000 unbewohnbare Häuser, 2.700 beschädigte Schulen und 20 wichtige Gesundheitseinrichtungen. Auch die Wasserversorgung w[...]

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