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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

15. März 2021

Miteinander reden wirkt!

Von „Time to Talk“ zu „Dialogue Works“: Kinder und Jugendliche sollen bei gesellschaftlichen und politischen Themen mitreden: Nach Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention haben sie „ein Recht auf Mitsprachebei allen Angelegenheiten, die sie betreffen“. Gerade für gefährdete Gruppen, zu denen auch arbeitende Mädchenund Buben gehören, ist dieses Recht oft mehr Wunsch als Realität. Um das zu ändern, startete im Oktober 2020 die Kampagne „Dialogue Works“.

Kinder und Jugendliche haben das Recht mitzureden. Die Kampagnen "Time to Talk" und "Dialogue Works" zielen genau darauf ab! (© Lennart Zech)
Kinder und Jugendliche haben das Recht mitzureden. Die Kampagnen „Time to Talk“ und „Dialogue Works“ zielen genau darauf ab! (© Lennart Zech)

2016 startete die Kindernothilfe gemeinsam mit anderen Organisationen die internationale Advocacy-Kampagne „It ́s Time to Talk! – Die Sicht der Kinder auf Kinderarbeit“. Sie unterstützte 26 lokale Kinderkomitees in 19 Ländern bei ihren Aktivitäten und Advocacy-Veranstaltungen. Vier Jahre lang diskutierten arbeitende Kinder und Jugendliche gemeinsam über Kinderarbeit, formulierten ihre Empfehlungen für politische Programme und Strategien und sensibilisier-ten die Öffentlichkeit für ihre Rechte. „Es ist wichtig, die Ansichten anderer zu hören. Es hilft uns, mehr Dinge kennenzulernen und zu erfahren, was man in einer bestimmten Situation tun kann“, sagte eine 17-Jährige aus Kenia.

2018 nahmen zwei Kinderkomitee-Mitglieder aus Indonesien am Global Child Forum in Schweden teil, 2019 zwei Jugendliche aus Peru und den Philippinen an der Feier zum 30-jährigen Jubiläum der Kinderrechtskonvention in Deutschland. Beim C20-Gipfel (Gipfel der Zivilgesellschaften der G20-Staaten) im vergangenen Jahr, aufgrund der COVID-19-Pandemie virtuell abgehalten, sprachen je zwei junge Leute aus Bangladesch und Kenia über Bildung, Kinderarbeit, Gleichberechtigung und die Auswirkungen der Pandemie auf ihr Leben als arbeitende Jugendliche. Sie forderten: „Alle arbeitende Kinder und Jugendlichen müssen Bildungsmöglichkeiten haben. Sie müssen faire Löhne bekommen. Das Recht auf Arbeit muss anerkannt werden. Politische Programme und Gesetze für arbeitende junge Menschen mit Behinderungen müssen sinnvoll umgesetzt werden.“

Partizipation macht selbstbewusst

Nicht nur auf politischer Ebene erreichte „Time to Talk“ wichtige Ziele, auch im Leben der Kinderkomitee-Mitglieder veränderte sich vieles, wie eine globale Evaluation der Kampagne zeigt:

  • Durch die Teilnahme an den Komitee-Treffen haben sie viel über ihre Rechte, beispielsweise ihr Recht auf Schutz und auf Bildung, und über demokratische Prozesse gelernt.
  • Partizipation fördert das Selbstbewusstsein, Themen anzusprechen und Forderungen zu stellen, die ihnen wichtig sind.
  • ie fördert Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten, sich gegenüber anderen, auch Erwachsenen, auszudrücken und für eigene Bedürfnisse einzustehen.
  • Sie fördert Resilienz, sich über die eigene Situation bewusst sowie gefestet für die Zukunft und spätere Herausforderungen zu werden. „Wir haben festgestellt, dass wir unsere Schulbildung ernst nehmen müssen, damit wir in der Zukunft gute Arbeitsplätze finden können, die uns helfen, die Armut zu überwinden“, sagten philippinische Buben, die etwa in der Landwirtschaft oder als Müllsammler arbeiten.
Mit "Time to Talk" verschafften sich arbeitende Mädchen und Buben Gehör.
Mit „Time to Talk“ verschafften sich arbeitende Mädchen und Buben Gehör.

„Dialogue Works – die Beteiligung arbeitender Kinder nachhaltig stärken“

Im Juli 2020 ging die erfolgreiche Kampagne „Time to Talk“ zu Ende. Deshalb startete im Oktober 2020 die internationale Nachfolgekampagne: „Dialogue Works – die Beteiligung arbeitender Kinder nachhaltig in gesellschaftlichen und politischen Prozessen verankern“. Arbeitende Mädchen und Buben gehören weltweit zu den gefährdetsten Bevölke-rungsgruppen. In Folge der COVID-19-Pandemie ist zu erwarten, dass immer mehr junge Menschen in Kinderarbeit und ausbeuterische Verhältnisse gedrängt werden. Mit der neuen Kampagne werden weltweit rund 30 Kinderkomitees gestärkt. Ihre Mitglieder teilen ihre Erfahrungen mit Kinderarbeit in der Gruppe. Sie lernen voneinander, artikulieren gegenüber Politik und Gesellschaft ihre Bedürfnisse und machen Vorschläge, wie sich ihre Situation verbessern könnte. Der globale Austausch zwischen arbeitenden Kindern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und politischen Entscheidungstragenden ist enorm wichtig. Daraus können politische Maßnahmen entstehen, die das Leben dieser Kinder signifikant und nachhaltig verbessern werden. Die Ergebnisse der Evaluation von „Time to Talk“, die Erfolge und Lernerfahrungen der Kinder und Jugendlichen sind in die neue Kampagne eingeflossen.

Von „Time to Talk“ zu „Dialogue Works“: Kinder und Jugendliche sollen bei gesellschaftlichen und politischen Themen mitreden: Nach Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention haben sie „ein Recht auf Mitsprachebei allen Angelegenheiten, die sie betreffen“. Gerade für gefährdete Gruppen, z[...]

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