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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

21. Februar 2020

Weibliche Genitalverstümmelung: Emotionale und gesundheitliche Menschenrechtsverletzung von Frauen mit 1,4 Milliarden US-Dollar Kosten für die Gesellschaft

Weltweit müssem 200 Millionen Mädchen und Frauen mit den folgen von FGM leben. (Foto: Travis Lupick / IPS)
Weltweit müssem 200 Millionen Mädchen und Frauen mit den folgen von FGM leben. (Foto: Travis Lupick / IPS)

Die WHO hat einen „Kostenrechner“ für weibliche Genitalverstümmelung (FGM) veröffentlicht, der die massiven wirtschaftlichen Kosten dieser menschenrechtsverletzende Praxis verdeutlicht.

Wenn die Gesellschaft nicht gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) vorgeht, entstehen weltweit massive wirtschaftliche Kosten – über 1 Milliarde US-Dollar. Denn auch wenn sich die Zahl an FGM zunehmend kleiner wird, gibt es nach wie vor rund 200 Millionen Opfer. „Durch die Berechnung der Kosten von FGM für Frauen und die Gesellschaft zeigt diese Studie, dass Untätigkeit wirtschaftliche Kosten verursacht und dass Investitionen in die Prävention langfristig die Kosten senken“, so Elizabeth Noble, Informationsbeauftragte der Abteilung für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte der WHO.

Gegenwärtig beläuft sich die wirtschaftliche Belastung durch die Behandlung von gesundheitlichen Komplikationen, die sich aus FGM-Praktiken in den 27 Ländern ergeben, die im Datensatz der WHO enthalten sind, auf 1,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums wird diese Zahl in den nächsten 30 Jahren um 50% steigen, wenn die Prävalenz von FGM unverändert bleibt, erklärte Noble. „Ein Abbruch der Praxis würde jedoch zu einem prognostizierten Rückgang von 60% der Kosten führen.“

Bildung als mögliches Mittel im Kampf gegen Weibliche Genitalverstümmelung (Foto: Jakob Studnar)
Bildung als mögliches Mittel im Kampf gegen Weibliche Genitalverstümmelung (Foto: Jakob Studnar)

FGM und die Rechte der Mädchen

„Durch die Verstümmelung der Geschlechtsorgane des Mädchens glaubt man, ihre Sexualität kontrollieren und ihre Jungfräulichkeit vor der Heirat garantieren zu können. Dies hat schwerwiegende Folgen für die sexuelle und reproduktive Gesundheit und die Rechte von Mädchen“, erläutert Alex Munive, Leiter der Programme „Gender and Inclusion of the Girls 2030“ bei Plan International Global Hub. Neben den unmittelbaren Risiken für die jungen Frauen wie Infektionen, Blutungen, psychische Traumata und sogar den Tod, sind auch die langfristigen Auswirkungen dieser Praktiken nicht zu ignorieren. Bei vielen Betroffenen kommt es zu chronische Schmerzen, chronischen Harnproblemen, geburtshilflichen Komplikationen einschließlich Fisteln und dauerhaften sexuellen Probleme.

Zusätzlich beeinflusst es die Ausbildungschancen der Mädchen. „FGM wird als Einführungsritual angesehen, das Mädchen auf die Ehe vorbereitet“, fügt Munive hinzu, „sobald ein Mädchen beschnitten ist, wird es schnell verheiratet und aus der Schule genommen. Sie werden wie erwachsene Frauen behandelt und verlieren alle ihre Kinderrechte.“ Daher kann Bildung selbst ein Weg sein, dieses Problem anzugehen. „Wir erkennen, dass Bildung ein wirksames Instrument zur Verhinderung von FGM ist. Mädchen, die von einer qualitativ hochwertigen Ausbildung profitieren, heiraten seltener, während sie noch Kinder sind.“ Da FGM allerdings häufig als Teil kultureller Gepflogenheiten durchgeführt wird, müssen „Strategien zur Beseitigung von FGM die zugrundeliegenden sozialen und kulturellen Überzeugungen berücksichtigen“, so Elizabeth Noble von der WHO. „Es ist daher wichtig, mit Meinungsführern (unter anderem Krankenschwestern, Hebammen und anderen Gesundheitsdienstleistern) in praktizierenden Gemeinschaften zusammenzuarbeiten und diese in ihrer Rolle zu stärken.“

Weltweit müssem 200 Millionen Mädchen und Frauen mit den folgen von FGM leben. (Foto: Travis Lupick / IPS) Die WHO hat einen „Kostenrechner“ für weibliche Genitalverstümmelung (FGM) veröffentlicht, der die massiven wirtschaftlichen Kosten dieser menschenrechtsverletzende Praxis verdeutli[...]

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