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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

Eine Zukunft für Kinder?

Eine Zukunft für die Kinder der Welt? Aktuell wäre keine Nation der Welt in der Lage, Kindern Sicherheit, Gesundheit und angemessenes Umfeld zu gewährleisten, lautet das Fazit von WHO, UNICEF und The Lancet. Klimawandel, ökologische Zerstörung, Bevölkerungsmigration, Konflikte, allgegenwärtige Ungleichheiten und aggressive Marketingpraktiken für Fast Food, stark zuckerhaltige Getränke, Alkohol und Tabak würden die Gesundheit und Zukunft von Kindern weltweit gefährden, heißt es in dem im Februar veröffentlichten Bericht.

Ökologische Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit sind Grundvoraussetzungen, um Kindern ein sicheres Aufwachsen mit Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

A future for the world’s children? (WHO, UNICEF, The Lancet)

Es wurden vier Schlüsselbereiche geprüft und für jeden entsprechende Empfehlungen abgegeben: Frühzeitige Investitionen in die Gesundheit und Bildung von Kindern; Reduktion von Treibhausgasen als Mittel zum Schutz der Zukunft von Kindern; das Problem des „kommerziellen Schadens“ für Kinder; und die Schlüsselrolle, die Regierungen bei der Gewährleistung von Fürsorge und Schutz aller Kinder spielen sollten. Eine der wichtigsten Beobachtungen wurde im Zusammenhang mit dem Klimawandel gemacht, für den bestimmte Teile unserer Gesellschaft verantwortlich zeichnen. "Während die ärmsten Länder der Welt prinzipell noch einen langen Weg vor sich haben, um ein gesundes Aufwachsen von Kindern entsprechend fördern zu können, bedrohen die Industrienationen die Zukunft aller Kinder durch klimaschädliche Schadstoffbelastung." Laut Anthony Costello, Professor für globale Gesundheit und nachhaltige Entwicklung am University College London, gibt es eine Vielzahl von Gegensteuerungsmaßnahmen, die wohlhabendere Länder ergreifen können. Dazu zählen die Streichung von Subventionen für fossile Brennstoffe aus Öl, Gas und Diesel, für die Regierungen mehr als 5 Billionen US-Dollar pro Jahr ausgeben und das obwohl erneuerbare Energien ohnehin billiger und wirtschaftlicher sind als fossile Brennstoffe. Auch die Förderung von Elektromobilität und öffentlichem Verkehr könnten einen wesentlichen Beitrag leisten. Weiteres Potenzial sieht Costello in der Änderung unserer Ernährungsgewohnheiten, unter anderem durch die Förderung einer gesünderen, weniger auf rotem Fleisch und Milchprodukten basierenden Ernährung, durch drastische Reduktion der Lebensmittelverschwendung genauso wie durch verstärkten Konsum von lokal und ökologisch nachhaltig produzierten Lebensmitteln. So sollte der Übergang zu einem kohlenstoffärmen Lebenswandel möglich werden.

Eine weitere wichtige Beobachtung in dem Bericht betrifft die ernsten Folgen der „Kommerzialisierung“, denn "das Gewinnmotiv des Wirtschaftssektors birgt viele Bedrohungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern, nicht zuletzt durch Umweltschäden, die durch die nicht regulierte Industrie verursacht werden." Mädchen und Buben auf der ganzen Welt seien enormem Werbeeinfluss ausgesetzt und Unternehmen würden mit aggressiven Marketingtechniken ihre Entwicklungsanfälligkeit ausnützen sowie mit Produkten ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. In manchen Ländern werden Kinder und Jugendliche mit mehr als 30.000 Werbeanzeigen im Fernsehen pro Jahr bombardiert. Jene für Fast Food und stark zuckerhaltige Getränke fördern den Konsum ungesunder Lebensmittel, wodurch Übergewicht und Fettleibigkeit zunehmen. So sind heute elf Mal mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig als noch vor 45 Jahren. Durch den negativen Einfluss auf das Kindeswohl müssen genau diese kommerziellen Unternehmen in die Pflicht genommen werden, selbst wenn sie für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum unabdingbar sind. Kinder müssten vor „süchtig machenden oder ungesunden Waren“ wie Fastfood, Alkohol, Tabak, Glücksspiel und soziale Medien geschützt werden.

Klimawandel, Übergewicht und schädliche Werbe- und Marketingpraktiken führen dazu, dass Kinder Gefahren ausgesetzt sind, die vor einigen Jahrzehnten noch undenkbar schienen. Deshalb sind tiefgreifende Veränderungen nötig: Jede Regierung muss die Rechte von Kindern ins Zentrum ihrer Politik stellen und ihr Wohlergehen zum Maßstab ihres Handelns machen.

Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin

Forderungen der Expertenkommission

  • signifikante Reduktion des CO2-Ausstoßes, um Kindern eine Zukunft zu ermöglichen;

  • Fokusierung aller Maßnahmen zur Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklungsziele auf Kinder und Jugendliche;

  • neue politische Initiativen und verstärkte Investitionen in Kindergesundheit und die Umsetzung der Kinderrechte;

  • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen relevanten politischen und gesellschaftlichen Prozessen;

  • strengere Regulierung schädlicher Werbemaßnahmen auf nationaler Ebene und Ergänzung der UN-Kinderrechtskonvention um ein neues Zusatzprotokoll.