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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

7. März 2021

Frauen, die Geschichte schrieben

Malala Yousafzai, Clara Zetkin, Emmeline Pankhurst, Eglantyne Jebb, Wangari Maathai. Sie alle haben sich in ihrem Leben für die Rechte anderer stark gemacht: die Rechte von Mädchen, die Gleichstellung von Frauen und Männern, die Kinder- und Menschenrechte und das Recht auf eine nachhaltige Umwelt. Diese bemerkenswerten Frauen haben durch ihr entschlossenes und unermüdliches Engagement - im wahrsten Sinne des Wortes - Geschichte geschrieben und den Alltag von uns allen maßgeblich mitgeprägt.

Malala Yousafzai setzte ihr Leben im Kampf für die Rechte der Mädchen aufs Spiel (© SN040288 / Shutterstock.com)
Malala Yousafzai setzte ihr Leben im Kampf für die Rechte der Mädchen aufs Spiel (© SN040288 / Shutterstock.com)

Malala Yousafzai aus der pakistanischen Stadt Mingora war gerade mal elf Jahre, als sie ihr Engagement für die Rechte von Mädchen in Pakistan begann. In einem Blog-Tagebuch für den Nachrichtensender BBC erzählte die Tochter eines Schuldirektors über das Terrorregime der Taliban in ihrer Heimat und die Folgen für ihre Altersgenossinnen. Als es zur Schließung ihrer Mädchenschule kam, setzte sich Malala aktiv für ihr Recht auf Bildung ein. 2012 wäre sie beinahne einem Schussattenta zum Opfer gefallen. Aber sie überlebte und teilte ihre Geschichte mit der ganzen Welt: "Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten."

2013 wurde sie mit dem internationalen Kinder-Friedenspreis ausgezeichnet, 2014 erhielt sie den Friedensnobelpreis und 2017 wurde sie zur UN-Friedensbotschafterin ernannt. Mit nur 19 Jahren ist die jüngste Friedensnobelpreisträgerin und auch die jüngste UN-Friedensbotschafterin der Welt.

Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.

Malala Yousafzai

Malala Yousafzai gilt weltweit als Symbolfigur für Gleichbehandlung, Freiheit und Bildung für Frauen und Mädchen.

Nicht das Lippenbekenntnis, nur das Leben und Handeln adelt und erhebt.

Clara Zetkin

Clara Zetkin wurde 1857 in Wiederau, Sachsen geboren. Sie wuchs in einem kleinbürgerlichen Umfeld auf und kam sehr früh mit der deutschen Frauen- und der Arbeiterbewegung in Berührung. Nach Abschluss ihrer Ausbildung als Fachlehrerin für moderne Sprachen unterrichtete sie als Hauslehrerin. Ab 1890 übersetzte sie für die sozialdemokratische Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“, die sie später als Chefredakteurin leitete und bis 1917 herausgab.

Die bekennende Sozialistin setzte sich intensiv für einen Acht-Stunden-Arbeitstag, das Wahl- und Stimmrecht, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, ausreichenden Mutter- und Kinderschutz und die Gleichstellung der Frau im Arbeitsschutzgesetz ein. Auf ihre Initiative hin fanden ab 1900 parallel zu den Parteitagen Frauenkonferenzen statt. Als die sozialdemokratische Führung diese Versammlungen 1910 verhinderte, rief sie den Internationalen Frauentag* ins Leben.

Die radikale Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst setzte das Wahlrecht für Frauen in England durch (© Alexander-Glover / Shutterstock.com)
Die radikale Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst gilt als Wegbereiterin für das Frauenwahlrecht (© Alexander-Glover / Shutterstock.com)

Emmeline Pankhurst wurde 1858 in Manchester geboren. Bereits in jungen Jahren setzte sie sich entschlossen für die Rechte der Frauen in England ein. Sie hatte durch ihre Tätigkeit als Fürsorgerin “das Elend und Unglück der männergemachten Welt” kennengelernt und wollte dies nicht länger hinnehmen. 1903 gründete sie die "Womens Social and Political Union", den radikalsten Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung in Großbritannien. Zentrales Anliegen war ihr die Durchsetzung des Frauenwahlrechts. Dafür trat sie in den Hungerstreik, organisierte Massendemonstrationen, setzte Häuser in Brand und wurde verurteilt. 1918 hatte sie es geschafft: Frauen ab dem 30. Lebensjahr durften wählen.

Wenn es für Männer richtig ist, für ihre Freiheit zu kämpfen, ist es auch für Frauen richtig, für ihre Freiheit und die ihrer Kinder zu kämpfen.

Emmeline Pankhurst

Es ist für uns als Menschen ausgeschlossen, dass wir zusehen, wie Kinder sich zu Tode hungern, ohne uns zu bemühen, ihnen zu helfen.

Eglantyne Jebb

Eglantyne Jebb wurde 1876 in einer Kleinstadt in Midlands, Großbritannien geboren und wuchs behütet in einer wohlhabenden Familie auf. Aber bereits mit 8 Jahren entwickelte sie ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit: "Die Welt ist falsch". Gegen den Willen ihres Vaters studierte sie Geschichte und unterrichte ab 1899 in einem Arbeiterviertel Klassen mit bis zu 60 ungewaschenen, desinteressierten Kindern. Nach nur 2 Jahren gab sie ihren Beruf wieder auf und konzentrierte sich auf karitative Tätigkeiten. Sie machte es sich zur Aufgabe, benachteiligten Menschen organisiert zu helfen. Dafür reiste sie immer wieder in Länder, in denen Menschen unter Kriegen litten oder flüchten mussten.

Die überzeugte Kriegsgegnerin kämpfte unerschrocken für die schutzlosesten Opfer, die Kinder. 1919 gründete sie die Organisation Save the Children. Nur wenige Jahre später machte sie sich beim Völkerbund für die Verabschiedung einer internationalen Konvention über die Rechte von Kindern stark. 1922 formulierte sie eine fünf Punkte umfassende Charta für Kinder, die Grundlage für die "Genfer Erklärung" von 1924 und Vorstufe zur UN-Kinderrechtskonvention.

Eglantyne Jebb starb 1928, 61 Jahre vor der endgültigen Verabschiedung der Kinderrechte, als deren Großmutter sie heute gilt.

Die Frauen- und Umweltaktivistin Wangari Maathai wird in Kenia auch "Mutter der Bäume" genannt (© s_bukley / Shutterstock.com)
Die Frauen- und Umweltaktivistin Wangari Maathai wird in Kenia auch "Mutter der Bäume" genannt (© s_bukley / Shutterstock.com)

Wangari Maathai wurde 1940 in Nyeri, Kenia geboren. Sie studierte Biologie und schloss mit dem Doktortitel in Veterenärmedizin ab. Damit war sie die erste promovierte Frau in Ostafrika und bald darauf die erste Dekanin.

In den 1970ern begann sie, sich aktiv für Menschenrechte und die Gleichberechtigung der Frau, sowie Umweltschutz einzusetzen. 1977 rief sie das Green Belt Movement ins Leben. Die Aufforstungsinitiative, die anfänglich vor allem von Frauen der ärmsten Bevölkerungsschicht umgesetzt wurde, hat Kenia bisher über 30 Millionen neu gepflanzte Bäume gebracht. Und den kenianischen Frauen ein neues Selbstverständnis. Die Umwelt- und Frauenrechtsaktivistin hatte es geschafft, Mütter unterernährter Kinder zu mobilisieren: Sie zeigte ihnen, wie sie zu Saatgut kamen, wie sie Samen anpfanzen mussten und wie sie ihre Setzlinge schützen konnten. So konnten sie aus eigener Kraft gegen die Armut ihrer Familien und die Entwaldung Kenias ankämpfen.

Es kostete mich viele Tage und Nächte, meine Mitmenschen davon zu überzeugen, dass Frauen ihre Umwelt ohne viel Technologie oder finanzielle Ressourcen verbessern können.

Wangari Maathai

Mama Miti (Suaheli: Mutter der Bäume) erhielt 1984 den Alternativen Nobelpreis und 2004 sogar den Friedensnobelpreis. "Der Baum wurde zum Symbol des demokratischen Kampfes in Kenia", sagte sie in ihrer Nobelpreisrede.

Wenn wir weltweit operieren, werden wir in der Lage sein, eine Zivilisation zu begründen, die unermesslich fröhlicher und sicherer ist als die aktuelle.

Eglantyne Jebb

* Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Es beteiligten sich Millionen von Frauen. Seit 1921 wird der Tag am 8. März begangen und soll an den Streik der Arbeiterinnen in einer Textilfabrik in Petersburg während der russischen Revolution 1917 erinnern.