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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

10. Dezember 2020

Keine Kinderrechte ohne Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen „Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ (AEMR) und legte damit jene Rechte fest, die eigentlich für jeden Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder politischer Überzeugung gelten. Dennoch kommt es weltweit immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen.

"Recover Better – Stand up for Human Rights" Das Motto des heurigen Tag der der Menschenrechte. (Image: United Nations)
"Recover Better – Stand up for Human Rights" Das Motto des heurigen Tag der der Menschenrechte. (Image: United Nations)

Internationaler Tag der Menschenrechte

Gerade heuer haben die COVID-19-Pandemie sowie zahlreiche Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte die häufige Missachtung der AERM stärker sichtbar gemacht. Besonders Menschen auf der Flucht sind gefährdet, in ihren fundamentalen Rechten verletzt zu werden. Diskriminierung und Ausbeutung, schlechte medizinische Versorgung und fehlende Bildungsmöglichkeiten erschweren das ohnehin schon tragische Schicksal vieler Flüchtlinge. Zusätzlich hat die Corona-Pandemie in vielen Ländern zu einer deutlichen Verschlimmerung der Armut und zunehmenden Ungleichheiten geführt. Umso wichtiger ist es, „die Pandemie nicht als Vorwand für schwerfällige Sicherheitsreaktionen und repressive Maßnahmen zu verwenden, die den bürgerlichen Raum und die Medienfreiheit einschränken", warnt UNO-Generalsekretär António Guterres. „Denn die Menschenrechte sind universell und schützen alle."

Menschenrechtsverletzung Sklaverei

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation ILO gibt es weltweit rund 40 Millionen „moderne“ Sklaven - darunter zehn Millionen Kinder. Verkauft, gegen ihren Willen festgehalten und wie Ware gehandelt werden vor allem Frauen und Mädchen ausgebeutet – sie schuften in privaten Haushalten und Fabriken unter menschenunwürdigen Bedingungen, werden in die Prostitution gezwungen oder zwangsverheiratet. So werden weltweit jedes Jahr mehr als 150 Milliarden Dollar verdient: In vielen Produkten wie Textilien oder Smartphones, die teuer über den Ladentisch gehen, steckt ausbeuterische Arbeit. Jene, die sie herstellen, arbeiten für Hungerlöhne, es profitieren die großen Unternehmen.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen gefährdet zusätzlich Millionen Menschen, denn Menschenhändler und zwielichtige Kreditgeber machen die aktuelle Not zu ihrem Geschäft. In Indien arbeiten Kinder die Schulden ihrer Eltern ab, die aufgenommen wurden, um während der Lockdowns ihre Familien ernähren zu können. Auch in Chile suchen sich viele Mädchen und Buben Gelegenheitsjobs auf der Straße, um etwas Geld dazu zu verdienen. Und in vielen Teilen Afrikas schuften auch kleine Kinder auf Baumwoll-, Tabak-, Kaffee- oder Kakaoplantagen, um zum ohnehin sehr geringen Familieneinkommen beizutragen.

Wie aber können Kinderrechte garantiert werden, wenn fundamentale Menschenrechte verletzt werden?

Recover Better – Stand Up for Human Rights

Der diesjährige UN-Tag der Menschenrechte steht ganz im Zeichen der COVID-19-Pandemie und der Bekämpfung der durch sie verstärkt sichtbar gewordenen Missstände. Das Motto „Recover Better – Stand Up for Human Rights“ verdeutlicht die Notwendigkeit, dass die Menschenrechte in allen Ländern gleichermaßen zentrale Grundlage sein müssen. Denn die gemeinsamen globalen Ziele können nur erreicht werden, wenn es gelingt, Chancengleichheit für alle zu schaffen. Dabei müssen Ungleichheit, Ausgrenzung und Diskriminierung bekämpft werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass es zu einer globalen Erholung nach der Pandemie und einer gerechteren und nachhaltigeren Situation für alle kommt.

Keine Kinderrechte ohne Menschenrechte

Die in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Kinderrechte sind ganz spezielle Menschenrechte. Denn Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen, sondern haben ihre ganz eigenen Bedürfnisse. Diese müssen entsprechend befriedigt werden, damit sich Mädchen und Buben überall auf der Welt gesund und sicher entwickeln und geschützt und gestärkt in eine selbstbestimmte Zukunft gehen können.

Wir als Kindernothilfe setzen alles daran, dass der Schutz der Kinderrechte gewahrt und ihre Umsetzung erreicht wird. Wir verstehen uns dabei als Teil einer globalen Bewegung und sehen uns der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet, Kindern Bildung zu ermöglichen, sie vor Gewalt und wirtschaftlicher Ausbeutung zu schützen und ihnen Mitsprache zu geben. Aus der Perspektive dieser vier zentralen Kinderrechte wollen wir bei einer Stärkung der universellen Menschenrechte weltweit aktiv mitarbeiten.

#Standup4humanrights #HumanRightsDay