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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

12. November 2020

Kinderarbeit in Zeiten von COVID-19

Eine aktuelle Studie der Kindernothilfe zeigt die folgenschweren Auswirkungen der Corona-Pandemie für arbeitende Kinder und Jugendliche weltweit: Die Mehrzahl der befragten Mädchen und Buben befürchtet durch das sinkende Familieneinkommen, nie mehr zur Schule gehen zu können, sondern noch stärker als bisher ausgebeutet zu werden.

Keine Zeit zum Spielen: arbeitende Kinder in einem Steinbruch in Guatemala (Foto: Kindernothilfe)
Keine Zeit zum Spielen: arbeitende Kinder in einem Steinbruch in Guatemala (Foto: Kindernothilfe)

Angst vor noch mehr Ausbeutung

Nach offiziellen Angaben sind etwa 1,6 Milliarden schulpflichtige Kinder in mehr als 190 Ländern von den Schulschließungen durch die Corona-Pandemie betroffen. Nach den Lockdowns, so Schätzungen der UNESCO, werden von ihnen etwa 24 Millionen Buben und vor allem Mädchen nicht wieder in die Schule zurückkehren können. Diese Entwicklung bestätigt auch die Kindernothilfe-Studie.

Darüber hinaus hat die altersgerechte und aufwendige Befragung weitere Erkenntnisse hervorgebracht: Kinder aus den ärmsten Teilen der Bevölkerung, die als Kleinhändler, Müllsammlerinnen oder Straßensänger arbeiten, sind besonders betroffen. Viele haben ihre Arbeit verloren, und ihre Einkünfte, die vor der Krise für lebensnotwendige Ausgaben für die Familie bestimmt waren, fallen nun weg. Mangelnde Ernährung und Gewichtsverlust sind gesundheitliche Folgen.

In Bolivien lindern Lebensmittelhilfspakete die größte Not. (Foto: Kindernothilfepartner)

Ich habe Angst, Corona zu bekommen und zu verhungern, weil es kein Essen gibt

15-jähriges Mädchen aus Kenia

Diese Angst bedeutet für viele Kinder eine zusätzliche enorme mentale Belastung und kann zu gesundheitlichen Schäden führen.

In Kenia wird ein Anstieg der Suizidrate bei arbeitenden Kindern und Jugendlichen wahrgenommen. Viele der Befragten müssen noch schwerere Arbeit leisten und sind von ausbeuterischer Kinderarbeit bedroht. In manchen Fällen steigt zudem die häusliche Gewalt. Durch Schulschließungen und fehlende technische Möglichkeit haben die Mädchen und Jungen kaum Zugang mehr zu Bildung.

Die Schulschließungen in Peru bedeuten nicht nur aktuell eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Die Schulzukunft vieler Kinder aus armen Familien ist in Gefahr. (Foto: Kindernothilfepartner)
Die Schulschließungen in Peru bedeuten nicht nur aktuell eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Die Schulzukunft vieler Kinder aus armen Familien ist in Gefahr. (Foto: Kindernothilfepartner)

Mit sechs Kinderrechtsorganisationen aus Bolivien, Guatemala, Indonesien, Kenia, den Philippinen und Sambia führte die Kindernothilfe die Studie mit kindgerechten Methoden durch. Die 46 Mädchen und Jungen konnten zum Teil unter anderem per Telefon teilnehmen. In Ländern wie Indonesien und den Philippinen konnten sie bei Workshops unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen mitmachen.

Wir müssen Kinder und Jugendliche in diesen Zeiten unterstützen: Mit konkreter und schneller Nothilfe, einem funktionierenden Kinderschutzsystem und Bildungsmöglichkeiten

Kathrin Weidemann, Kindernothilfe Vorstandsvorsitzende

Hier geht es zu der umfassenden Studie mit allen Ergebnissen der altersgerechten Befragung sowie und Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen.