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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

6. April 2020

UNO Bericht beleuchtet sozioökonomischen Auswirkungen des Coronavirus

Mit Zunahme der Coronavirus-Fälle wächst auch die Sorge über aktuelle sowie langfristige Auswirkungen, die diese weltweite Pandemie auf bestimmte Bevölkerungsgruppen haben wird - insbesondere auf Frauen, Jugendliche, Gastarbeiter und viele Arbeitnehmer auf der ganzen Welt. In ihrem aktuellen Bericht “Shared Responsibility, Global Solidarity: Responding to the socio-economic impacts of COVID-19” gehen die Vereinten Nationen auf die Frage ein, wie die aktuelle Pandemie und Quarantäne genau diese Bevölkerungsgruppen unverhältnismäßig trifft.

Die Belastung der Frauen

Frauen tragen in der gegenwärtigen Situation wohl die Hauptlast. "Die Tatsache, dass Frauen 70 Prozent des weltweiten Gesundheitspersonals ausmachen, erhöht das Risiko einer Infektion für sie", heißt es in dem UNO-Bericht. Dennoch erhalten sie trotz ihrer entscheidenden Rolle im öffentlichen Gesundheitswesen nicht die gebührende Anerkennung. Laut einem Bericht der WHO vom März 2019 sind Frauen weiterhin verschiedenen Arten von Missbrauch oder Diskriminierung in der Gesellschaft ausgesetzt, unter anderem geschlechtsspezifischen Vorurteilen oder Belästigungen.

Die aktuelle Krise droht, die begrenzten Fortschritte in der Geschlechtergleichstellung zunichte und Frauen anfälliger für Armut, Gewalt und berufliche Diskriminerung zu machen.

UN Bericht “Shared Responsibility, Global Solidarity: Responding to the socio-economic impacts of COVID-19

Anlässlich der Veröffentlichung des Berichts forderte UN Generalsekretär António Guterres nicht nur Maßnahmen, um die Pandemie zu bekämpfen und ihre Ausbreitung einzudämmen, sondern auch Vorkehrungen zur Bewältigung der langfristigen Auswirkungen der Krise. "Es braucht eine Steuer- und Geldpolitik, die die direkte Bereitstellung von Ressourcen zur Unterstützung von Arbeitnehmern und Haushalten, die Bereitstellung von Kranken- und Arbeitslosenversicherungen, die Ausweitung des Sozialschutzes und die Unterstützung von Unternehmen zur Verhinderung von Insolvenzen und massiven Arbeitsplatzverlusten ermöglicht."

Die Misere der Gastarbeiter

Eine weitere Bevölkerungsgruppe, die infolge der Pandemie stark betroffen ist, sind laut Bericht Gastarbeiter. Migranten machen fast 30 Prozent der Arbeitnehmer in einigen der von der Krise am stärksten betroffenen Sektoren der OECD-Länder aus, heißt es in dem Bericht. "Massive Arbeitsplatzverluste unter Gastarbeitern werden Auswirkungen auf Volkswirtschaften haben, die stark von genau jenen Einkommen abhängig sind, wie El Salvador, Haiti, Honduras, Tonga, Tadschikistan, Kirgisistan oder Nepal. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt zum Beispiel die in Indien arbeitenden Nepalesen auf rund 700.000 bis 800.000. Seit dem Ausbruch von COVID-19 und den Regierungsmaßnahmen zur Risikominimierung hat das Land seine Grenzen geschlossen. "Die wirtschaftliche Produktion ist zum Stillstand gekommen und viele nepalesische Saisonarbeiter mussten aufhören zu arbeiten“, so Lorena Lando von IOM Nepal. Tausende sind vor der Grenzschließung nach Nepal zurückgekehrt, andere sind nach wie vor in Indien, können aber nicht arbeiten. Viele der Gastarbeitnehmer sind Tagelöhner, die nun kein Einkommen mehr haben, um ihre Familien zu ernähren. Und für diejenigen, die nach Hause zurückkehrten, gab es bereits vor der Krise kaum Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrer Heimat, ebendeshalb sie nach Indien ausgewichen sind. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 werden in Ländern wie Nepal daramtischer sein als in anderen. Und während einige Maßnahmen kurzfristig gut sind, müssen andere den sozioökonomische Wiederaufbau auf lange Sicht ermöglichen", so die IMO Nepal Beauftragte.

Abgesehen von der Gastarbeitersitaution schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), dass in der gegenwärtigen Krise zwischen fünf und 25 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen könnten. "Die aktuelle Krise verschärft die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an der Erwerbsbevölkerung", heißt es in dem UN-Bericht, der eine überproportionale Arbeitslosigkeit bei Frauen erwartet.

Das Online Dilemma

Darüber hinaus kommt dem Zugang zum Internet eine zentrale Bedeutung bei, insbesondere in Anbetracht dessen, dass arbeiten und studieren immer stärker online erfolgen wird. Dem Bericht zufolge sind derzeit schätzungsweise 3,6 Milliarden der Weltbevölkerung ohne digitalen Zugang, und das in einer Zeit, in der genau dieser für Kommunikation mit anderen essentiell ist. Darüber hinaus wird ihnen durch das Fehlen die Möglichkeit auf Bildung, Gesundheitsinformationen und Telemedizin erheblich erschwert.