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Zerstörung nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen. (Quelle: Jakob Studnar)

Klimawandel: Es trifft die Ärmsten der Armen

Der Klimawandel ist da. Überschwemmungen, Dürren und heftige Hurrikane bedrohen immer mehr Menschen in Entwicklungsländern. Also jene Menschen, die am wenigsten beigetragen haben zum Klimawandel. Kinder leider unter den Folgen am meisten. Wenn Hochwasser, Wirbelstürme oder Dürren die Ernährungsgrundlage nehmen, ist ihre Entwicklung gefährdet.

Doch was genau heißt ein Wandel des Klimas für uns? Ein Gremium internationaler Wissenschaftler (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) geht davon aus, dass bis zum Jahr 2100 die globale Durchschnittstemperatur um 1,1 °C bis 6,4 °C ansteigt. Wieso? Eine Ursache des Temperaturanstiegs sind die hohen CO2-Emissionen. Das Kohlendioxid entsteht beispielsweise bei Verbrennungsvorgängen in Anlagen und Motoren, bei der Wärmegewinnung, Müllverbrennung oder auch im Straßenbau und Flugverkehr. Die Industrieländer verursachen den größten Anteil der weltweiten CO2-Emissionen. Zum Vergleich: Ein Deutscher verursacht 9 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr, ein Bangladeschi dagegen nur 380 Kilogramm. Grundsätzlich sind Treibhausgase wie Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid oder Methan nicht schädlich für die Erde. Im Gegenteil. Ohne sie wäre ein Leben nicht möglich, denn sie schützen unseren Planeten und sorgen wie das Glas eines Treibhauses dafür, dass wir eine Durchschnittstemperatur von etwa 15° Grad Celsius haben. Ohne diese Gase wäre es für jegliches Leben zu kalt. Die steigende Konzentration der Treibhausgase durch die genannten Prozesse sorgt jedoch auch für einen Anstieg der Durchschnittstemperatur auf der Erde. Mit gravierenden Folgen:

Kinder und Familien im Überschwemmungsgebiet.
Mutter und Kind warten auf Rettung vor dem Hochwasser.
  • Das arktische Eis schmilzt und durch die erhöhte Wassertemperatur dehnt sich das Wasser aus, was zu einer Erhöhung des Weltmeerspiegels von bis zu 59 cm führen könnte. Mehr als doppelt so viele Menschen wie heute wären von Überschwemmungen bedroht.
  • Der Anstieg der Temperaturen sorgt auch für stärkere Verbreitung von Wärme liebenden Schädlingen und Krankheitserregern (z.B. Malaria). Epidemien nehmen zu.
  • Das Wetter ändert sich. Einige Regionen werden in Zukunft mit größeren Dürren zu kämpfen haben (z.B. der Osten Afrikas), andere müssen immer häufiger mit Überschwemmungen fertig werden (z.B. Südasien).

Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht in den Jahren 2013 und 2014 den Fünften Sachstandsbericht. Er besteht aus den Beiträgen der drei IPCC-Arbeitsgruppen und einem übergreifenden Synthesebericht. Der nun veröffentlichte Teilbericht 1 widmet sich den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels.

  • Kinder und Jugendliche trifft es besonders hart

    Kinder trifft der Klimawandel besonders hart. Ihnen drohen Hunger und Krankheiten, oft gefährden die Folgen des veränderten Klimas die Lebensgrundlagen ganzer Familien. Eine Studie aus Uganda belegt, dass wirtschaftliche Not durch Dürren z.B. das Problem früher Heirat verschärft. In Dürreperioden verheiraten Familien ihre minderjährigen Töchter, um die Anzahl der zu ernährenden Familienmitglieder zu reduzieren und mit Hilfe des Brautpreises die übrigen Kinder durchzubringen.

    Ein Mangel an sauberem Trinkwasser führt bei vielen Kindern zu Erkrankungen. An Durchfallerkrankungen sterben jedes Jahr rund 1,1 Millionen Kinder. Eine Krankheit, die in Industrieländern problemlos heilbar ist. Unreines Wasser führt darüber hinaus zu Behinderungen oder Erblindung. Durch Überschwemmungen in Verbindung mit steigenden Temperaturen breiten sich Moskitos rasant aus, Malariaepidemien sind die Folge und kosten vielen Kindern das Leben.

    Auch die steigende Zahl der Naturkatastrophen in Folge des Klimawandels trifft Kinder hart. Gegenwärtig werden jedes Jahr schätzungsweise 250 Millionen Menschen Opfer von Naturkatastrophen. Bedingt durch den Klimawandel rechnen Experten bis zum Jahr 2016 mit einem weiteren Anstieg auf 350 Millionen Betroffene jährlich. Allein 175 Millionen davon werden Kinder sein. Der Großteil von ihnen lebt in Armut.

  • Was bedeutet Klimawandel für die Entwicklungszusammenarbeit?

    Die größten Verursacher des Klimawandels sind die Industriestaaten, aber die Folgen bekommen vor allem die Entwicklungsländer zu spüren. Sie können sich kaum schützen vor Überschwemmungen und Dürrewellen. Da sie schon mit Armut, Krankheiten und bewaffneten Konflikten zu kämpfen haben, trifft sie eine Naturkatastrophe besonders hart. Zum Beispiel bei Überschwemmungen: Hütten aus Holz oder Pappe klappen wie Kartenhäuser zusammen, es gibt in armen Ländern kaum Notunterkünfte, in die sich die Menschen retten können, die Fluten nehmen den Menschen die Lebensgrundlage. Keine Versicherung springt ein, niemand hat Sparkonten oder andere Rücklagen.

    Die Industrieländer tragen die Hauptverantwortung dafür, die Folgen des Klimawandels zumindest zu mildern. Es ist wichtig, die CO2-Emission weltweit zu verringern und eine klimaverträgliche Energieversorgung auszubauen, um so die Ursachen des Klimawandels zu verringern. Gleichzeitig müssen die Industriestaaten die ärmeren Länder bei ihrer Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Nur so wird es diesen Ländern möglich sein, sich an veränderte klimatische Bedingungen, wie häufige Dürren oder Überschwemmungen z.B. durch den Anbau dürreresistenter Pflanzen oder Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser, anzupassen. Auch müssen ärmere Staaten direkt auf Umweltschonende und lokal angepasste Energiequellen setzen können.

  • Kindernothilfe: Aktiver Klimaschutz in Nord und Süd

    Die Kindernothilfe und ihre Partner berücksichtigen bei ihren Projektplanungen die Veränderungen in den betroffenen Regionen. Außerdem fördert sie Projekte, die die Menschen vor den Bedrohungen des Klimawandels schützen und in denen Präventivmaßnahmen durchgeführt werden. Zum Beispiel lernen die Menschen in Ruanda in Selbsthilfegruppen mit Energie-Spar-Öfen zu kochen. Somit sind vor allem Frauen und Kinder weniger dem gefährlichen Rauch ausgesetzt und es wird weniger Holz zum Verbrennen benötigt. Gleichzeitig pflanzen sie auch Bäume, die sie als Brennholz benutzen. Wie in vielen anderen Ländern Afrikas schwand der Baumbestand rapide. Wind und Regen sorgten dafür, dass der Boden abgetragen und Felder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Aufforstung und die Energie-Spar-Öfen kommen damit sowohl der Umwelt als auch den Menschen zu Gute. Im Hochland von Bolivien gibt es sogar Baumbeschützer in einem Kindernothilfeprojekt: die Sach'a q'ahuadores sind Kinder, die sich zum Ziel gesetzt haben, das karge Hochland von Tacopaya wieder mit Bäumen zu füllen. Sie pflanzen junge Setzlinge ein, schützen sie mit Plastikhüllen und halten gefräßige Ziegen ab. Gleichzeitig sorgen sie für Aufklärung in der Dorfgemeinschaft. Auch in Indien sind Kinder dabei, wenn es um ihre Zukunft geht. Bei einem Klimakongress in Chennai, Indien, kamen 2009 rund 1000 Kinder aus Nord- und Südindien zusammen, zeigten die spürbaren Folgen des Klimawandels für ihre Dörfer auf und suchten gemeinsam nach Lösungen.

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