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Mädchen mit Mikrofon fordern ihre Rechte ein. Foto: Jürgen Schübelin

Lernen fürs Leben

Mädchen aus Bahia blickt in Kamera. Foto: Jürgen Schübelin
Das Mädchen Maria aus Bahia.

Mein Name ist Maria und ich bin 11 Jahre alt. Ich wohne mit meiner Familie im Hinterland von Bahia, im Norden Brasiliens. Unsere Vorfahren sind vor langer Zeit aus ihrer Gefangenschaft als Sklaven hierher geflohen. Wir gehören zur Gruppe der Quilombola und versuchen, unsere kulturellen Traditionen zu bewahren. Leider sind wir oft mit Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung konfrontiert. Das Leben in unserem Dorf ist von Armut und großer Sorge um die Zukunft bestimmt. Die meisten Erwachsenen verdienen nur sehr wenig oder haben überhaupt keine Arbeit. Immer wieder vernichten Dürren die Ernten auf unseren kleinen Feldern. Dann wissen wir oft nicht, wie wir satt werden sollen. Mein Vater meint, dass uns der Staat vergessen hat. In der Schule lernen wir hauptsächlich Dinge, die wir für unser Leben am Land eigentlich nicht brauchen können. Oft denke ich, dass es besser wäre, in die Stadt zu ziehen. Dort würde ich vielleicht Arbeit finden und hätte ein besseres Leben.

Maria ist eines von 220 Patenkindern in unserem Projekt in Retirolândia und Santaluz im Landesinneren des brasilianischen Bundesstaates Bahia, etwa 200 km von dessen Küstenhauptstadt Salvador entfernt. Hier erhalten Familien der Quilombolas und ehemals landlose Arbeiter, die erst vor einigen Jahren kleine Landparzellen erhielten, Unterstützung.

Niedergang eines landwirtschaftlichen Zweigs

Die sogenannte „Sisalregion“ - benannt nach ihrem früheren landwirtschaftlichen Haupteinnahmezweig - erlebte seit den 1970ern einen langsamen Niedergang des Sisal-Anbaus. Heute sind Viehwirtschaft und kleinbäuerlicher Anbau zur Selbstversorgung die wichtigsten Einkommensquellen der Familien vor Ort. Die für das Überleben notwendigen Ernten werden jedoch immer wieder von Dürreperioden bedroht.

Schlechte Schulen tragen zur Landflucht bei

Die Sorgen und Nöte der Landbevölkerung geraten leicht aus dem Fokus der Politik, denn in Brasilien leben die meisten Menschen in den Städten. Die Stimmen der zahlenmäßig unterlegenen Familien am Land werden oft nicht gehört. So werden dringend benötigte Investitionen nicht getätigt oder staatliche Angebote nicht an die Bedürfnisse der Landbevölkerung angepasst. Das ist vor allem auch in den Schulen spürbar. In schlecht ausgestatteten Schulgebäuden werden den Kindern Inhalte vermittelt, die mit den Lebensrealitäten der Schüler und ihrer Familien nur sehr wenig zu tun haben. Die Botschaft lautet im Gegenteil: „Wer etwas aus seinem Leben machen möchte, muss die ländliche Region verlassen!“ Zweifellos vorhandene Potenziale in den Dörfern werden nicht erkannt und genutzt. Die Folge dieser fehlenden Identifikationsmöglichkeit der Kinder ist, dass sie mit ihrem Lebensumfeld unzufrieden werden. Immer mehr brechen die Schule verfrüht ab und versuchen, in größeren Städten Arbeit und damit ein besseres Leben zu finden.

In drei Etappen zur Veränderung

In den vier Projektdörfern liegt der Fokus auf ganzheitlicher und nachhaltiger Entwicklung. So werden Kleinbauern in ökologischem Anbau geschult und technisch unterstützt, um bessere Ernten zu erzielen. Die Mitarbeit der Mädchen und Buben bei den Projektaktivitäten ist von besonderer Bedeutung. Sie führen Umfragen in der Gemeinde durch, die zunächst helfen, vorhandene Probleme zu erkennen. Etwa dass der Umgang mit der knappen Ressource Wasser nicht sorgsam genug ist. Die Ergebnisse aus den Umfragen werden dann fächerübergreifend im Schulunterricht analysiert und mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sowie anderen Quellen, etwa literarischen Texten zum Thema, unterfüttert. In selbst gestalteten Radiobeiträgen, die über Lautsprecher auf der Straße ausgestrahlt werden, machen die Kinder auf kreative Art und Weise auf Missstände aufmerksam. So können sie lautstark für Verbesserungen eintreten und ihre Rechte einfordern. Die dritte Stufe soll zu den nötigen Veränderungen führen. Die erarbeiteten Lösungen werden in Gemeindeversammlungen diskutiert. Gemeinsam mit Politikern können auf diese Weise Entwicklungspläne für die Gemeinde erstellt werden.

Projekt 94552

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    • Mindestens einmal pro Jahr einen persönlichen Brief von Ihrem Patenkind

    • Einen Jahresbericht über die Fortschritte im Projekt

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