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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

1. Mai 2021

Klimawandel: Mehr als nur ein Umweltproblem

Für Millionen von Menschen weltweit ist der Klimawandel keineswegs nur ein Umweltproblem. Denn wenn Lebensunterhalt, oder gar Überleben, von Land und natürlichen Ressourcen abhängig sind, wird er auch zu einem sozioökonomischen und politischen Problem. Wie im Zentralamerikanischen Trockenkorridor (CADC).

Armut verschärft die Folgen von immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen. (Foto: Jürgen Schübelin)
Armut verschärft die Folgen von immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen. (Foto: Jürgen Schübelin)

Zentralamerika gehört zu jenen Regionen der Welt, die am stärksten den Risiken von Naturkatastrophen und Klimaschwankungen ausgesetzt sind. Der sogenannten Dry Corridor (CADC) mit fast 30 Prozent der Gesamtfläche und auch der größten Bevölkerungsdichte des Subkontinents ist besonders betroffen. Wiederkehrende Dürreperioden in Verbindung mit übermäßigen Regenfällen und schweren Überschwemmungen beeinträchtigen die Lebensgrundlagen der ländlichen, vorwiegend indigenen Einwohnern erheblich. Ernährungsunsicherheit, unzureichendes Einkommen, Rückgang der lokalen Nahrungsmittelproduktion, fehlende Beschäftigung und erzwungene Migration sind einige der negativen Folgen. Diese treffen vor allem die oft bereits marginalisierten Gruppen, die aufgrund ihrer prekären sozioökonomischen Bedingungen ohnehin schon verwundbar sind, unverhältnismäßig stark. Besonders Frauen, Mädchen und Buben zählen zu den Leidtragenden und bekommen die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Oft bleibt kein anderer Ausweg als die Flucht.

In dieser Region gibt es auch eine andere Art von Konvergenz: extreme Klimaereignisse wie die jüngsten Hurrikane Eta und Iota, tropische Stürme und Dürre, die die Region, ihre Menschen und letztlich auch ihre Volkswirtschaften sozial, wirtschaftlich, ökologisch und politisch verwundbar machen. Die Ausdehnung von Mega-Entwicklungsprojekten, extraktiven Industrien auf meist indigenem Land und die Landrechte von Kleinbauern, Hand in Hand mit Bandengewalt, sind ebenfalls nicht zu vernachlässigende Faktoren, die zur Vertreibung beitragen.

Dies unterscheidet sich kaum von den nur allzu bekannten, traditionellen Flüchtlingssituationen, in denen Konflikte die vorherrschende Armut, Ausgrenzung und Marginalisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen verschlimmern und die Menschen zur Flucht zwingen.

Klimamigration ist für viele Menschen im Zentralamerikanischen Trockenkorridor der einzige Ausweg. (Foto: Jakob Studnar)
Klimamigration ist für viele Menschen im Zentralamerikanischen Trockenkorridor der einzige Ausweg. (Foto: Jakob Studnar)

Die anhaltenden Klimaveränderungen und die daraus resultierenden Herausforderungen werden von Migranten oft als Grund für ihre Vertreibung genannt. Denn wenn Ernteausfälle, die durch immer kleiner werdende Parzellen nicht wettgemacht werden können, zu nachhaltigen Verlusten führen, schrumpft ihre Existenzgrundlage. Bis nichts mehr da ist.

Klimamigration

So viel über „Klimamigration“ auch bekannt ist, ist doch eigentlich immer noch sehr wenig. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es keinen einzelnen Treiber für die Bewegung gibt, der allein dem „Klimawandel“ zugeschrieben werden kann. Stattdessen verschärft der Klimawandel die zugrunde liegenden Spannungen und trägt zu sozialen Verwerfungen bei.

In akuten Katastrophensituationen können Menschen aus der Gefahrenzone gebracht werden, um ihr Leben zu retten. Aber es sind ihre Schutzbedürfnisse angesichts der erhöhten Häufigkeit von Katastrophen sowie vor, während und nach einer Katastrophe, die zu einer veränderten Migrationsdynamik geführt haben. Und Länder und ihre rechtspolitischen Systeme weltweit vor neue Herausforderungen stellt.

Denn viele Migranten, die aus dem mittelamerikanischen Trockenkorridor fliehen, sind wahrscheinlich sowohl Asylsuchende im Sinne des internationalen Flüchtlingsrechts als auch durch den Klimawandel vertriebene Personen – eine Kategorie, die in diesem Rechtsbereich nicht geschützt ist.

Klimagerechtigkeit – soziale Gerechtigkeit

Zentralamerikas Ärmste, Marginalisierte und Indigene sind sinnbildlich für ein globales Phänomen, das der Klimawandel darstellt: die Überschneidung von Klimawandel und ethnische Zugehörigkeit.

Die Klimakrise wirkt sich unverhältnismäßig stark auf marginalisierte Bevölkerungsgruppen aus, von denen viele vertrieben oder zur Migration gezwungen werden. Sie hatten jahrelang ungleichen Zugang zu Chancen und litten unter den Lücken in den Menschenrechten.

Philip Alston, der UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte, stellte in seinem Bericht über Klimawandel und Armut fest, dass die Entwicklungsländer 75 bis 80 Prozent der finanziellen Kosten und Verluste im Zusammenhang mit der Klimakrise tragen werden. Und das, obwohl sie nur 10 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen verursachen. Das führt dazu, dass diejenigen, die in extremer Armut leben, nun auch unter extremen Wetterbedingungen leben.

Vor allem für die indigene Bevölkerung in Guatemala und Honduras ist der Klimawandel mehr als nur ein Umweltproblem. (Foto: Jakob Studnar)
Vor allem für die indigene Bevölkerung in Guatemala und Honduras ist der Klimawandel mehr als nur ein Umweltproblem. (Foto: Jakob Studnar)

Er warnte auch vor einer zunehmenden Spaltung, dem Risiko einer „Klima-Apartheid“. Dabei entgehen die Wohlhabenden den negativen Auswirkungen des Klimawandels während die Folgen unverhältnismäßig von ausgegrenzten Gruppen getragen werden müssen. Neu ist das nicht. Schon jetzt müssen schwarze Gemeinden in den USA häufiger mit höheren Risiken durch Luftverschmutzung leben. Auch schwarze Mütter sind stärker von den mit dem Klimawandel verbundenen Schwangerschaftsrisiken betroffen.

Umweltrassismus

Diese Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass ein stärkerer Zusammenhang zwischen ethnischer Zugehörigkeit und Umweltschadstoffen als zwischen Armut und Umweltschadstoffen besteht. Aktivisten für Umweltgerechtigkeit und indigene Rechte artikulieren diese systemische Natur des Umweltrassismus schon seit längerem. Sie waren es auch, die die internationale Thematisierung der Verflechtung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Faktoren am Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro, Brasilien, auslösten. Und letztendlich dazu beitrugen, die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen zum Klimawandel (UNFCCC) zu gründen.

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der Welt im November zu einer weiteren UNFCCC-Vertragsstaatenkonferenz – COP 26 – in Glasgow, Schottland, versammeln, werden sie wahrscheinlich sagen, dass der Klimawandel alle betrifft, und dabei Gefahr laufen, zu vergessen, dass er nicht alle gleichermaßen betrifft. Sie mögen von Lösungen sprechen, die den Betroffenen der Welt „Würde“ geben, als ob Würde etwas wäre, was sie nie hatten. Sie mögen Bilder von kriegsversehrten Flüchtlingen projizieren, als ob dies eine akkurate Darstellung der Überschneidung von Klima und Vertreibung wäre. Sie mögen von klimabedrohten Bevölkerungsgruppen als arm und mittellos sprechen, wenn in Wirklichkeit arm relativ ist und diejenigen, die Optionen haben, erschöpft sind und ihnen schnell der Kampf und die Lösungen ausgehen.

Dabei versäumen sie allerdings, die Auswirkungen des Klimas auf ganze Gesellschaften zu verstehen. Die Armen, die Verwundbaren, die Marginalisierten sind in Wirklichkeit die, die systematisch zurückgelassen werden, die Unterdrückten und die Entrechteten. Da die Emissionen weiterhin ungebremst sind, der Planet sich erwärmt und die Auswirkungen diese Gruppen von Menschen unverhältnismäßig bestrafen, bleibt nicht viel Zeit, dass die Führer der Welt das richtig machen.

Für Millionen von Menschen weltweit ist der Klimawandel keineswegs nur ein Umweltproblem. Denn wenn Lebensunterhalt, oder gar Überleben, von Land und natürlichen Ressourcen abhängig sind, wird er auch zu einem sozioökonomischen und politischen Problem. Wie im Zentralamerikanischen Trockenkorrid[...]

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24. April 2021

Malaria – die verborgene Pandemie

Malaria, laut Weltgesundheitsorganisation eine der ältesten und tödlichsten Krankheiten der Welt, gefährdet besonders Kleinkinder: Mehr als zwei Drittel der Todesopfer sind Kinder unter 5 Jahren! Aber es gibt Fortschritte: Nach über einer Million Malariatoten im Jahr 2000 ist die Opferzahl im letzten Jahr auf 408.000 zurückgegangen. Umgekehrt heißt das: Gezielte Behandlungen, flankiert von der Verteilung vorbeugender Moskitonetze, haben seit 2004 etwa 7,6 Millionen tödliche Infektionen verhindert. Außerdem stehen immer neue Länder auf der Liste der malariafreien Gebiete. Trotzdem sind wir noch weit vom UN-Ziel #zeromalaria bis 2030 entfernt.

Der größte Fortschritt

600.000 Menschen sterben heute jährlich weniger an Malaria als vor 20 Jahren. Großen Anteil daran hat der systematische Aufbau nationaler Aktionspläne mit lokalen Gesundheitsstationen zur Diagnose und Behandlung der gefährlichen Kankheit. Aber auch vorbeugende Maßnahmen spielen eine wichtige Rolle. Die Trockenlegung malariaverseuchter Feuchtgebiete gehört ebenso dazu wie Aufklärungskampagnen zum Schutz von Kleinkindern vor Infektionen.

Besondere Bedeutung kommt außerdem dem massenhaften Einsatz von insektizid-behandelten Moskitonetzen zu. Allein zwischen 2004 und 2020 hat der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids zwei Milliarden Netze verteilt. Dadurch sind 1,5 Milliarden Menschen gar nicht erst erkrankt.

Mit Insektiziden eingesprühte Moskitonetze sind ein wichtiges Vorsorgemittel im weltweiten Kampf gegen Malaria.
Mit Insektiziden eingesprühte Moskitonetze sind ein wichtiges Vorsorgemittel im weltweiten Kampf gegen Malaria.

Die wichtigsten Meilensteine im Kampf gegen Malaria

Im Jahr 2000 gehört Malaria zu den tödlichsten Pandemien weltweit. Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind daran, so die schreckliche Bilanz. Zwei Jahre später beschließen die Vereinten Nationen den Aufbau des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Mit den Mitteln dieses Fonds beginnt 2004 die breit angelegte Aufklärung zum Schutz vor Malaria, die systematische Einrichtung eines Netzwerks von Diagnose- und Behandlungszentren und ein Programm zur Verteilung von vorbehandelten, Insekten abweisenden Moskitonetzen.

Um die Weltöffentlichkeit auf die tödliche Seuche aufmerksam zu machen, führen die Vereinten Nationen am 25. April 2007 den jährlichen Welt-Malaria-Tag ein. Seitdem gibt es auch das Amt des UN-Sonderbeauftragten zur Bekämpfung von Malaria. Die ersten Erfolge der globalen Gesundheitskampagne lassen nicht lange auf sich warten. 2010 können bereits drei Viertel der Malariafälle weltweit diagnostiziert werden – nach nur fünf Prozent zehn Jahre zuvor. Seit 2013 setzt die WHO erfolgreich auf Artemisinin-haltige Präparate für die Akutbehandlung der Malaria. Die Wirksamkeit dieses natürlichen Pflanzenstoffes verdankt die Welt der chinesischen Wissenschaftlerin Tu Youyou – 2015 erhält sie dafür den Nobelpreis für Medizin.

Im selben Jahr verabschieden die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 mit dem ambitionierten Ziel, den drei tödlichen Krankheiten Tuberkulose, Malaria und Aids bis zum Jahr 2030 ein Ende zu setzen. Die auf dieser Grundlage für 2020 gefassten Zwischenziele – darunter eine Senkung der Opferzahlen um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000 – werden allesamt erreicht oder sogar übertroffen.

Gesundheitspersonal in Kenia gibt Medikamente zur Malariavorsorge aus.
Gesundheitspersonal in Kenia gibt Medikamente zur Malariavorsorge aus.

Die größten Herausforderungen 2020

Die Covid-19-Pandemie droht diese Fortschritte zunichte zu machen. Die Diagnose und Behandlung von Malaria in Ländern mit geschwächten Gesundheitssystemen ist unterbrochen, weil nicht genug Geld vorhanden ist. Allein in diesem Jahr fehlen 2,6 Milliarden US-Dollar für die Malaria-Bekämpfung. Deshalb müssen die Geberländer Malaria wieder ganz oben auf die Agenda setzen, etwa auf dem Weltgesundheitsgipfel am 21. Mai in Rom und beim G20-Treffen ebendort Ende Oktober.

Dringender Bedarf herrscht zum Beispiel an der Erforschung und kostengünstigen Bereitstellung neuer Behandlungsmöglichkeiten. Der Grund: Die Erreger sind zunehmend resistent gegen die aktuellen Malaria-Wirkstoffe. Hier hinkt die Pharmaindustrie hinterher, weil Malaria vor allem Menschen in einkommensschwachen Ländern betrifft. Dringend benötigte Forschungsmittel fließen stattdessen in Krankheiten, die kaufkräftigere Patienten betreffen und daher höhere Profite versprechen.

Der Kampf gegen Malaria ist aber genauso eine globale Aufgabe wie die gemeinsamen Anstrengungen gegen die Covid-19-Pandemie. Deshalb dürfen Investitionen zur Malaria-Bekämpfung nicht zugunsten von Corona-Maßnahmen gekürzt, sondern müssen im Gegenteil erhöht werden. Das gilt ausdrücklich auch für den Ausbau des Gesundheitspersonals. Sonst wird die Weltgemeinschaft an dem gemeinsam beschlossenen Ziel – #zeromalaria bis 2030 – krachend scheitern.

Malaria, laut Weltgesundheitsorganisation eine der ältesten und tödlichsten Krankheiten der Welt, gefährdet besonders Kleinkinder: Mehr als zwei Drittel der Todesopfer sind Kinder unter 5 Jahren! Aber es gibt Fortschritte: Nach über einer Million Malariatoten im Jahr 2000 ist die Opferzahl im le[...]

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15. April 2021

Das brasilianische Drama

Vor nicht allzu langer Zeit galt Brasilien als siebtstärkste Wirtschaftskraft in der Weltgemeinschaft als gefragter internationaler Partner. Der damalige Präsident Lula da Silva engagierte sich zudem für die Armutsbekämpfung im eigenen Land sowie für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den demokratischen Prozessen: Brasilien konnte sehenswerte Erfolge aufweisen. Mehr als ein Jahrzehnt später, nach der bislang zweijährigen Amtszeit des ultrarechten Staatschefs Jair Bolsonaro, ist davon nicht viel übriggeblieben.

Indigener Häuptling mit Mundnasenschutz – es scheint, als würde Brasilien derzeit seine indigenen Völker zum Schweigen bringen. (© Kanaytô Xakriabá)
Indigener Häuptling mit Mundnasenschutz – es scheint, als würde Brasilien derzeit seine indigenen Völker zum Schweigen bringen. (© Kanaytô Xakriabá)

Heute ist die Arbeitslosigkeit in Brasilien so hoch wie nie zu vor, die einheimische Wirtschaft befindet sich im freien Fall. Trotz der inzwischen mehr als 330.000 Covid-19 Toten hält die populistische Regierung weiter an ihrer Politik der Verharmlosung und des Nicht-Hinsehen-Wollens fest. Bei so viel Ignoranz und Starrköpfigkeit wundert es kaum, dass das südamerikanische Land inzwischen auf Platz zwölf der Rangliste der führenden Volkswirtschaften abgerutscht ist (Quelle Austin Rating). Auch in anderen Statistiken zeichnen sich erschreckende Entwicklungen ab: Im HDI, dem Index für die Einhaltung von Menschenrechten, ist Brasilien auf Platz 84 zurückgefallen, im Gini-Koeffizienten, der die Einkommensgleichverteilung misst, befindet sich das Land nur noch auf Platz 150 von 159 erfassten Staaten. Das einst gepriesene brasilianische Gesundheitssystem ist in Corona-Zeiten aufgrund der kopflosen Führung des Staatschefs und seiner Marionetten als Minister weitgehend zusammengebrochen. Statt Empathie für die Millionen Infizierten und Tausenden Hinterbliebenen von Covid-19 Opfern demonstriert der Präsident immer wieder seine Gefühlslosigkeit mit Sprüchen wie „Ich bin doch kein Bestatter“ oder „Wie lange wollen Sie noch weinen?“.

Indigene vor selbst errichteter Covid 19-Absperrung. So versuchen sie, sich selbst gegen, das Virus zu schützen. (© Agoho Pataxo)
Indigene vor selbst errichteter Covid 19-Absperrung. So versuchen sie, sich selbst gegen, das Virus zu schützen. (© Agoho Pataxo)

Management des Hasses

„Psychoanalytiker sehen in seiner knallharten Haltung ein politisches Kalkül und ein Management des Hasses“ schreibt Brasiliens größte Tageszeitung „Folha de São Paulo“ auf ihrer Titelseite der Ostersonntagsausgabe. Die Journalistin Eliane Brum von „El Pais“ geht sogar noch einen Schritt weiter: „Bolsonaro macht aus dem brasilianischen Volk menschliche Versuchskaninchen“. Und auch der Leiter der Pastoral für Obdachlose, Pater Julio Lancellotti, geht in einem offenen Brief hart mit der aktuellen Regierung ins Gericht und schreibt: „Brasilien ähnelt einer Gaskammer, es ist wichtig, dass sich Organisationen und Bewegungen für das Leben und gegen einen Völkermord einsetzen“.

Es war Leonardo Ulreich Steiner, der deutschstämmige Franziskaner, Erzbischof von Manaus und ehemalige Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz, der das Drama von Brasilien in einem Live-Interview an das Onlineportal „Tutameia“ auf den Punkt brachte: „Dem Präsidenten (Bolsonaro, Anm. d.Red.) ist seine Menschlichkeit verloren gegangen“. Mit diesem einen Satz sprach er Millionen von Brasilianerinnen und Brasilianern aus der Seele. Neben der Pandemie ist es die zunehmende Armut, die der brasilianischen Bevölkerung immer mehr zusetzt. Laut Untersuchungen der Getulio-Vargas-Stiftung befanden sich im Monat Januar 2021 ca. 12,8 % der Bevölkerung, in etwa 27 Millionen Brasilianern, mit einem Einkommen von 1,30 Euro pro Tag an der absoluten Armutsgrenze. In einer Onlinekonferenz zwischen der brasilianischen Bischofskonferenz und europäischen Hilfswerken berichteten Bischöfe aus allen Landesteilen von einer bisher ungekannten Hungerkrise.

Leonardo Ulrich Steiner, deutschstämmiger Franziskaner, Erzbischof von Manaus und ehemaliger Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz. (Umweltminister Salles überfliegt Goldmine im Territorium der Munduruku. (© CC BY 3.0)
Leonardo Ulrich Steiner, deutschstämmiger Franziskaner, Erzbischof von Manaus und ehemaliger Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz. (Umweltminister Salles überfliegt Goldmine im Territorium der Munduruku. (© CC BY 3.0)

Illegale Goldgräber“ von der Regierung nicht verurteilt

In einer Zeit, in der ein Teil der Bevölkerung ums nackte Überleben kämpft, dringen im Schatten der Dunkelheit und des Lockdowns immer mehr illegale Siedler und Goldgräber in die brasilianischen Schutzgebiete ein. Dort brandroden sie, um im Boden nach Gold graben zu können und richten schwere Verwüstungen an. Das Institut für Weltraumforschung INPE verzeichnete im Pandemiejahr 2020 insgesamt 89.602 Brandherde, das sind sogar noch mehr Feuerausbrüche, als in dem uns allen in Erinnerung gebliebenen Vorjahr. Dass bei den Bränden Brasilliens Feuchtbiotop des Pantanals zu einem großen Teil von den Flammen verschlungen wurde, hat die Weltpresse in Corona-Zeiten größtenteils übersehen.

Auch die Gewalt gegen die Bewohner in diesen ländlichen Gebieten nimmt laut Landespastoral der CPT zu, Misereors langjähriger Projektpartner gilt hier als Brasiliens zuverlässigste Informationsquelle. CPT registrierte im Jahr 2020 insgesamt 178 Angriffen auf indigene und andere traditionelle Gebiete: ein neuer Höhepunkt an Gewalt. Besonders hart getroffen von den illegalen Angriffen ist das indigene Volk der Yanomami in Nordbrasilien. Nach Berichten der „Indigenen-Pastoral Boa Vista“ sollen sich mehr als 20.000 Goldgräber im Gebiet der Yanomami aufhalten. Unter Einsatz großer Mengen an Quecksilber verseuchen sie das Fluss- und Grundwasser in dem Tausende Quadratkilometer großen Gesamtgebiet und verursachen dadurch in der Region nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine ökologische Tragödie. Etwa 1.500 Kilometer weiter südöstlich, in der Kleinstadt Jacareacanga, griffen unmittelbar vor Ostern illegale Goldgräber den Sitz der Wakoborûn an, so nennt sich der Frauenverband der Munduruku, und plünderte dessen Büros. Misereor-Bischof Stefan Burger und Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel hatten dem indigenen Volk der Munduruku während der Fastenkampagne im Jahr 2016 einen Besuch abgestattet.

Auch Brasiliens Umweltminister Ricardo Salles reiste im vergangenen Jahr in diese Region. Statt mit den Munduruku zu sprechen, flog Salles in einer Nacht- und Nebelaktion mit einer Militärmaschine direkt zu den illegalen Goldgräbern, die im Territorium der Munduruku Rohstoffe und sonstiges plündern. Dort hinderte er zunächst die Umweltpolizei IBAMA daran, die schweren Gerätschaften der Eindringlinge zu konfiszieren. Anschließend soll Salles die Goldgräber in die Hauptstadt geflogen haben. Gegen den Vorfall läuft derzeit ein Verfahren auf Bundesebene. Allerdings ist kaum mit schwerwiegenden Konsequenzen für den „Anti-Umweltminister“ zu rechnen.

Umweltminister Salles überfliegt Goldmine im Territorium der Munduruku. (© ISA)
Umweltminister Salles überfliegt Goldmine im Territorium der Munduruku. (© ISA)

Bedrohliche Gesetzesvorlage für Indigene

Ebensowenig wird erwartet, dass der Angriff der Goldschürfer auf die Munduruku-Frauen größere Konsequenzen nach sich zieht: Wie bei so vielen anderen Gewalttaten gegen Indigene wird er wohl als Bericht auf einem Blatt Papier in Aktenordnern verschwinden. Gleichzeitig droht sich die Lage der indigenen Völker um ein Vielfaches zu verschlechtern, wenn in den Unterausschüssen des Parlaments in Kürze der von Bolsonaro priorisierte und von Menschenrechtsorganisationen scharf verurteilte Gesetzesentwurf PL 191/2020 behandelt wird: Die umstrittene Gesetzesvorlage sieht vor, Energie- und Bergbaukonzernen einen freien Zutritt zu den indigenen Schutzgebieten zu verschaffen, indem sie den indigenen Völkern ihre Vetorechte beziehungsweise ihre Mitspracherechte entzieht.

„Der Gesetzesentwurf PL 191 verstößt gegen die brasilianische Verfassung. Es ist der Versuch von Politikern und Wirtschaftsbossen, sich die Bergbaureichtümer des Landes anzueignen und die nationale Souveränität Brasiliens in Gefahr zu bringen“, erklärt der Präsident des Indigenenmissionsrats CIMI, Erzbischof Roque Paloschi. Und weiter: „Unsere größte Sorge ist die Zerstörung des Planeten, dem sogenannten Gemeinsamen Haus. Eine Freigabe der indigenen Gebiete für den Bergbau würde die Invasion in indigene Gebiete, die Zerstörung des Waldes und die Vernichtung ganzer indigener Gemeinden mit sich bringen“.

In den brasilianischen Parlamenten macht sich unterdessen neben dem Bolsonaro-Clan auch der frisch gewählte Präsident des brasilianischen Unterhauses, Arthur Lira, für den Gesetzentwurf stark. Es besteht die Gefahr, dass sowohl das Unterhaus als auch der Senat den Entwurf annehmen. Bei so viel Druck auf indigene Territorien scheint es nur eine Frage der Zeit, bis die Hüter des Waldes dem Druck auf ihre Gebiete nicht mehr standhalten. Schon jetzt strömen jährlich immer mehr indigene Familien aus purer Not in städtische Randgebiete.

Neben so vielen schlechte Nachrichten, zum Schluss auch noch eine gute Meldung: Denn während Sie diesen Artikel lesen, bewegen sich in ganz Brasilien unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer kirchlicher Einrichtungen und Basisbewegungen in Elendsvierteln und auf unwegsamen Straßen. Selbstlos und risikobereit kümmern sie sich mit Lebensmittelpaketen, Hygienemitteln und Medikamenten um jene Menschen, die ohne Hilfe von außen in den Abgrund stürzen würden. Neben den unermüdlichen medizinischen Kräften sind diese Freiwilligen die wahren Helden Brasiliens, in einem Kampf, den die Bolsonaro-Regierung nie angenommen hat.

Vor nicht allzu langer Zeit galt Brasilien als siebtstärkste Wirtschaftskraft in der Weltgemeinschaft als gefragter internationaler Partner. Der damalige Präsident Lula da Silva engagierte sich zudem für die Armutsbekämpfung im eigenen Land sowie für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger[...]

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11. April 2021

Maruya: Rezept für gebratene Bananen

Eine der am häufigsten angebauten Früchte auf den Philippinen sind Bananen – in ganz vielen verschiedenen Sorten. Kein Wunder also, dass sie die Hauptzutat vieler Meriendas (Nachspeisen) sind. Maruya, gebratene Bananen, sind bei den Kindern in unseren Projekten besonders beliebt und in der Zubereitung ganz einfach.

Maruya
Maruya
Zutaten:
  • 10 harte Bananen
  • 1 Tasse Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • etwas Salz
  • 2 Eier
  • 1 Dose Kondensmilch
  • etwas Öl
  • etwas Zucker
Zubereitung:
  • Die Bananen längs durchschneiden,
  • Mehl, Backpulver und 1 Messerspitze Salz in einer Schüssel mischen,
  • Eier mit ½ Tasse Kondensmilch mixen und langsam unter das Mehl mischen,
  • Öl in einer tiefen Pfanne/im Wok erhitzen,
  • Bananenhälften in den Teig tauchen und braten oder frittieren, bis sie goldbraun sind,
  • auf Küchenpapier abtropfen lassen,
  • in Zucker wälzen und heiß servieren.

Eine der am häufigsten angebauten Früchte auf den Philippinen sind Bananen – in ganz vielen verschiedenen Sorten. Kein Wunder also, dass sie die Hauptzutat vieler Meriendas (Nachspeisen) sind. Maruya, gebratene Bananen, sind bei den Kindern in unseren Projekten besonders beliebt und in der Zuber[...]

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5. April 2021

Corona und die Kinder der Armut

Die Corona-Pandemie trifft weltweit die Kinder am härtesten, die ohnehin schon in großer Armut leben. Die Zahl der Hungernden wächst und die Situation von Kinderarbeitern verschlechtert sich.

Maria träumt von einem kleinen Laden, sie möchte Wassereis verkaufen, philippinische Süßigkeiten und Pommes Frites – „um meiner Familie zu helfen, besonders in der Pandemie“. Die 15-Jährige von den Philippinen hat ihren Traum aufgezeichnet, so ist er greifbarer – in einer Zeit, in der gar nichts mehr greifbar, nichts mehr planbar ist. „Ich wünschte, ich könnte mit dem Verkauf dieser Dinge Geld verdienen, um meiner Familie zu helfen.“

Maria von den Philippinen hat ihren Traum gezeichnet: einen kleinen Laden, um Geld zu verdienen und „meiner Familie zu helfen, besonders in der Pandemie“.
Maria von den Philippinen hat ihren Traum gezeichnet: einen kleinen Laden, um Geld zu verdienen und „meiner Familie zu helfen, besonders in der Pandemie“.

Corona hat Kinder auf der ganzen Welt in große Not gestürzt – vor allem die, die schon vorher in extremer Armut gelebt haben. „Die Covid-19-Pandemie hat starken Einfluss auf das Leben von Kindern und Jugendlichen weltweit und wirkt sich negativ auf Grundrechte wie das Recht auf Bildung, Gesundheit und Nahrung aus.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Kindernothilfe, die 2020 in Zusammenarbeit mit sechs lokalen Kinderrechtsorganisationen aus Bolivien (PASOCAP), Guatemala (CEIPA), Indonesien (PKPA), Kenia (WCY), den Philippinen (Kaugmaon) und Sambia (JCM) umgesetzt wurde. Mittels Befragungen, Zeichnungen – wie eben der von Maria – und Texten wurden über mehrere Monate hinweg Ansichten, Erfahrungsberichte und Botschaften von arbeitenden Kindern und Jugendlichen und ihren Familien zusammengetragen.

In vielen Ländern gelten Lockdowns und Ausgangssperren – und das schon seit vielen Monaten. Die dramatische Folge: In den ohnehin schon von großer Armut betroffenen Familien ist das Einkommen weiter gesunken. Einige Eltern hatten zuvor mehr als eine Einkommensquelle, doch die Pandemie hat dazu geführt, dass sie entweder arbeitslos geworden sind oder ihr Einkommen um bis zu 50 Prozent geschrumpft ist. Für die Familien bedeutet das vor allem eines: Sie haben nicht mehr genug zu essen.

Der Hunger ist allgegenwärtig

„Ich habe Angst, Corona zu bekommen und zu verhungern, weil es kein Essen gibt“, schreibt eine 15-jährige Haushaltshilfe aus Kenia im Rahmen der Studie. „Wenn wir Arbeit haben, haben wir gutes Essen. Aber wenn nicht, dann essen wir einfach alles, was wir kriegen können oder lassen Mahlzeiten aus“, berichtet ein 16-jähriger Müllsammler von den Philippinen. Und eine elfjährige Haarflechterin aus Sambia lässt ihre Verzweiflung durchklingen: „Das wenige Geld, das wir hatten, haben wir schon immer für Essen ausgegeben. Jetzt aber sind wir komplett von meinem Onkel abhängig, der nicht einmal seine eigenen Grundbedürfnisse abdecken kann.“

Laut Welternährungsprogramm besteht für mindestens 346 Millionen Kinder weltweit, für die zuvor Mahlzeiten in der Schule eine verlässliche tägliche Nahrungsquelle waren, aufgrund der Coronakrise jetzt große Gefahr für Mangelernährung und andere Erkrankungen. Zentrale Erkenntnis der Kindernothilfe-Studie: Die Ernährung arbeitender Kinder und ihrer Familien hat sich durch die Pandemie wesentlich verschlechtert. Kindernothilfe-Partnerorganisationen berichten von Kindern, die wochenlang nur Reis zu sich nehmen oder Gemüse von Plantagen stehlen, um etwas zu essen zu haben.

Die Seele leidet

Dazu mischt sich bei vielen Jugendlichen das schlechte Gewissen: „Seit Corona arbeite ich nicht mehr. Ich kann nicht helfen, meine Familie zu versorgen und kann nicht kaufen, was wir daheim brauchen“, bringt ein 15-jähriger Grabsteinreiniger von den Philippinen seine Sorgen auf den Punkt.

Die Pandemie hat zu einem drastischen Anstieg der häuslichen Gewalt geführt. (© Lars Heidrich)
Die Pandemie hat zu einem drastischen Anstieg der häuslichen Gewalt geführt. (© Lars Heidrich)

Durch die Pandemie leiden auch die Seelen der Kinder. In Kenia wird ein Anstieg der Suizidrate bei arbeitenden Kindern und Jugendlichen wahrgenommen. Viele der Befragten müssen noch schwerere Arbeit leisten und sind von ausbeuterischer Kinderarbeit bedroht. Von den Philippinen häufen sich Berichte über Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung werden. Und aus Bolivien meldet der Kindernothilfe-Projektpartner PASOCAP einen Anstieg häuslicher Gewalt. „Ich höre meine betrunkene Mutter und wie meine Großeltern mit ihr streiten, weil sie nicht aufhört zu trinken“, erzählt ein elfjähriger Feldarbeiter aus Guatemala. Vor der Pandemie waren alle Familienmitglieder durch Arbeit, Schule oder andere auswärtige Verantwortungen eingespannt. Durch die viele Zeit zu Hause steigt auch die Gefahr der Konflikte.

Keine Schule mehr

„Ich habe aufgehört, zur Schule zu gehen. Man ist einfach die ganze Zeit daheim“, schreibt eine elfjährige Straßenverkäuferin aus Sambia die Situation auf den Punkt. Nach offiziellen Angaben sind etwa 1,6 Milliarden schulpflichtige Kinder in mehr als 190 Ländern von den Schulschließungen durch die Corona-Pandemie betroffen. Unter ihnen ein hoher Anteil von Mädchen, die vielleicht nie mehr in ihre Klassen zurückkehren werden.

Diese Entwicklung bestätigt auch die Kindernothilfe-Studie. Durch fehlende technische Möglichkeit haben viele Kinder kaum Zugang mehr zu Bildung. Distanzunterricht ist gerade in den ärmsten Regionen der Welt schlicht unmöglich. „Beim Homeschooling geben uns die Lehrer unsere Hausaufgaben übers Internet. Leider haben meine Eltern und ich kein Geld für mobile Daten. Deshalb gehe ich zu einer Bäckerei in der Nachbarschaft, um vom Parkplatz aus das kostenlose WLAN zu nutzen“, berichtet ein 16-jähriges Mädchen aus Indonesien. Computer, Smartphones oder Internetanschluss können sich viele Familien nicht leisten – wenn es sie denn überhaupt gibt. „Wir bekommen keinen Unterricht, weil die Gemeinde keinen Computer hat“, klagt ein 12-jähriger Textilarbeiter aus Guatemala. Und ein Bäckergehilfe aus seinem Nachbarort ergänzt: „Meine Arbeit hat wenigstens geholfen, die Schulgebühren zu zahlen.“ Viele Eltern können dieses Geld nun nicht mehr aufbringen.

Die weltweiten Schulschließungen betreffen 1,6 Milliarden Kinder. (© Kindernothilfe-Partner)
Die weltweiten Schulschließungen betreffen 1,6 Milliarden Kinder. (© Kindernothilfe-Partner)

Tatsächlich schätzt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, dass mittlerweile mehr als 463 Millionen Kinder weltweit für schulische Bildung nicht mehr erreichbar sind. Ein Teufelskreis: Denn ohne einen Schulabschluss bleibt nur die Arbeit in ausbeuterischen Verhältnissen. „Wir gehen jetzt täglich mit meiner Mutter zur Arbeit. Sie ist Maurergehilfin und ich arbeite mit ihr. Wir nehmen auch meinen achtjährigen Bruder mit, weil er nicht alleine zu Hause bleiben kann“, erzählt eine Zehnjährige aus Guatemala. So sind alle Tage gleich. Und abends sei sie dann immer „sehr müde“.

Hier versucht die Kindernothilfe, die größte Not zu lindern. Mit Lebensmittelpaketen, medizinischer Versorgung, Hygieneschulungen und Hausbesuchen, die unter strengen Corona-Vorschriften möglich sind, werden die Familien in den Projektgebieten betreut. Um den Weg durch diese Pandemie zumindest ein wenig zu erleichtern.

Die Corona-Pandemie trifft weltweit die Kinder am härtesten, die ohnehin schon in großer Armut leben. Die Zahl der Hungernden wächst und die Situation von Kinderarbeitern verschlechtert sich. Maria träumt von einem kleinen Laden, sie möchte Wassereis verkaufen, philippinische Süßigkeiten [...]

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