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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

15. August 2021

Locro de papa: Kartoffelsuppe aus Ecuador

Suppen werden in Ecuador zu fast jeder Mahlzeit serviert. Die klassische ecuadorianische Kartoffel-Käse-Suppe locro de papa ist vor allem in der Andenregion und der Hauptstadt Quito sehr beliebt. Von manchen wird sie sogar locro quiteño genannt. Wie bei vielen ecuadorianischen Gerichten variieren die Zutaten und die Zubereitung von einer Stadt zur anderen. Bei einigen Varianten der locro de papa wird frischer Mais in die Suppe gegeben, bei anderen wird gehackter Kohl oder Blattgemüse hinzugefügt. Es gibt sogar eine Variante mit Blutwurst namens yaguarlocro.

Die typische Kartoffelsuppe schmeckt nicht nur den Ecuadoriner*innen. (© RitaE auf Pixabay)
Die typische Kartoffelsuppe schmeckt nicht nur den Ecuadoriner*innen. (© RitaE auf Pixabay)

(für 4 Personen)

Dafür brauchen wir:

1 kg Kartoffeln
1 reife Avocado
1 mittlegroße Stange Lauch
2 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
200 ml Milch
500 ml Gemüsebrühe
1 TL Paprikapulver edelsüß
Salz
Pfeffer
2 EL Olivenöl
100 g Sauerrahm
125 g Schafkäse oder Mozzarella
Zum Garnieren: 1/2 TL Kreuzkümmerl

Und so wird’s gemacht:

Kartoffeln schälen und würfeln.

Fett in einem Topf erhitzen und die Kartoffeln darin 10 Minuten dünsten.

Zwiebel klein schneiden und zu den Kartoffeln in den Topf geben. Unter mehrmaligem Umrühren 5 Minuten weiterdünsten, ohne dass die Kartoffeln und Zwiebeln braun werden.

Paprikapulver, Pfeffer und Salz hinzufügen und mit Gemüsebrühe und Milch aufgießen. Alles aufkochen und bei schwacher Hitze 25 Minuten köcheln lassen.

Käse und Avocado-Fruchtfleisch würfeln und in die Suppe geben.
Lauch in kleine Ringe schneiden, anbraten und ebenfalls zur Suppe geben.
Den Sauerrahm dazugießen und noch ein paar Minuten köcheln lassen.

Die Ecuadorianer*innen streuen gerne noch ein bisschen Kreuzkümmel darüber und reichen gerösteste Maiskörner dazu.

Suppen werden in Ecuador zu fast jeder Mahlzeit serviert. Die klassische ecuadorianische Kartoffel-Käse-Suppe locro de papa ist vor allem in der Andenregion und der Hauptstadt Quito sehr beliebt. Von manchen wird sie sogar locro quiteño genannt. Wie bei vielen ecuadorianischen Gerichten variieren [...]

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9. August 2021

Bildung für indigene Bevölkerungsgruppen in Peru

Die Coronapandemie traf die Welt wie eine Bombe: Sie veränderte plötzlich unsere Lebenswirklichkeit, zerstörte vieles und ließ die Staaten ratlos, wie mit der Krise umzugehen sei. Zusätzlich legte sie schon bestehende Probleme offen oder verschlimmerte gar. Was die Bildung betrifft, haben Kinder weltweit unter der Umstellung auf digitalen Unterricht leiden müssen. Wie geht es da Bevölkerungsschichten, die nicht digital aufwachsen – zum Beispiel Menschen aus indigenen Bevölkerungsgruppen?

Ohne Internet Wie geht es indigenen Bevölkerungsgruppen während der Pandemie. (© Kindernothilfepartner)
Ohne Internet Wie geht es indigenen Bevölkerungsgruppen während der Pandemie. (© Kindernothilfepartner)

Nicht nur am Tag der indigenen Bevölkerung machen die Vereinten Nationen wie jeden 9. August auf Gemeinschaften aufmerksam, deren Identität stark von kulturellen Traditionen geprägt wird. Rund 370 Millionen Menschen weltweit zählen schätzungsweise zu indigenen Bevölkerungsgruppen. Sie alle sind sehr unterschiedlich und haben eine weitreichende Geschichte wie auch eine vielfältige Kultur. Was sie aber alle verbindet, ist, dass sie in ihren Heimatländern vielen Formen von Unterdrückung und Diskriminierung ausgesetzt sind: Ihre Lebensgrundlage – etwa die Regenwälder – wird zerstört, ihre Rechte beschinitten, ihre Sprachen fehlen in den Lehrplänen. Das Fortbestehen ihrer Kultur ist damit bedroht. In ihrem Kampf für ihre Rechte unterstützt die UN sie dabei.

Projekt Rimanasqa für das Quechua-Volk in Apurimac

Auch die Kindernothilfe setzt sich für die Rechte der indigenen Gruppe ein. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Rimanasqa“, das seit Januar in Peru läuft. In der Region Apurimac gehört ein Großteil der Bevölkerung der Quechua-Gruppe an. Das ist eine vielschichtige indigene Bevölkerungsgruppe, die in Südamerika verbreitet ist – besonders in Peru. Wichtigstes Kulturmerkmal ist die gleichnamige Sprache Quechua als Muttersprache. Das ist wiederum die am weitesten verbreitete indigene Sprache des amerikanischen Kontinents und war einst auch die Sprache der Inka. Sie ist nach Spanisch und Portugiesisch die meist gesprochene Sprache in Südamerika. An der Sprache haftet aber auch eine lange Geschichte der Unterdrückung. Nicht alle Quechua-Sprecher*innen sind deswegen stolz auf ihre Sprache, denn sie wird mit Armut und Rückständigkeit verbunden. Viele indigene Gemeinden sind arm und haben kaum Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung.

Keine guten Voraussetzungen für digitalen Unterricht

In den Gemeinden der Hochanden ist das der Fall. Die Stadt Andahuaylas in der Region Apurimac hat eine schlechte und teure Internetversorgung und auch das Fernsehsignal ist nicht kostenlos und für alle erhältlich. Das macht den Unterricht in der Coronapandemie für indigene Kinder schwierig: Die Schulen bieten nur noch Fernunterricht. In manchen Bezirken werden Arbeitsblätter zum Lernen ausgehändigt, andere Bezirke lassen die Kinder den Unterricht übers Radio oder Handy verfolgen. Arme Haushalte können sich die Mittel wie technische Geräte oder Internet nicht leisten.

Nicht alle Menschen können sich technische Geräte wie Handys leisten. (© Kindernothilfepartner)
Nicht alle Menschen können sich technische Geräte wie Handys leisten. (© Kindernothilfepartner)

Ebenso fehlt die Kommunikation mit den Lehrer*innen. Viele Schülerinnen und Schüler sind mit dem Lernmaterial überfordert und brauchen ausführlichere Erklärungen sowie den Austausch mit Gleichaltrigen. Digitale Kommunikationsplattformen könnten bei diesem Problem helfen, aber die meisten Familien haben, wenn überhaupt, nur ein Handy pro Familie – oft in unzureichender Qualität. Außerdem wissen die Eltern nicht genug über die Möglichkeiten von Handys, da sie es nur für Anrufe benutzen. Sie können ihren Kindern nicht zeigen, wie sie die Kommunikationsplattformen nutzen können. Viele Familien sind wegen des schlechten Lernfortschritts verzweifelt und lassen ihre Kinder den Unterricht aufgeben und die Schule abbrechen.

Handys und digitale Kompetenz für indigene Familien

Mit dem Projekt „Rimanasqa“ soll das geändert werden. 568 Kinder und Jugendliche, ihre Eltern, Lehrkräfte und die Gemeindeverantwortlichen in Andahuaylas unterstützt das Projekt, damit sie qualitativ hochwertigen Unterricht erhalten können. Besonders die indigenen Kinder sind oft von Armut betroffen. Ihre Eltern arbeiten meist in der Landwirtschaft und haben selbst keine Bildung genossen. Für ihre Kinder ist ein guter Unterricht besonders wichtig, um aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen. Mitarbeitende des Projekts haben die Gemeinden mit der technischen Ausstattung versorgt, d.h. mit Handys, einer stabilen und kostenlosen Internetverbindung und einem kostenlosem Fernsehsignal. So soll jedem Kind der Unterricht ermöglicht werden.

Das Projekt „Rimanasqa“ ermöglicht Bildung für Kinder in Peru. (© Kindernothilfepartner)
Das Projekt „Rimanasqa“ ermöglicht Bildung für Kinder in Peru. (© Kindernothilfepartner)

Die digitalen Kommunikationsplattformen ermöglichen auch eine Interaktion zwischen Lehrerkräften und ihren Schülerinnen und Schülern. Kinder und auch ihre Eltern bekommen Schulungen für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien, auch über die Gefahren im Netz. Die Kinder profitieren somit von einer höheren Qualität des Unterrichts. Eltern können ihre Kinder beim digitalen Unterricht betreuen und verhindern, dass sie die Schule abbrechen. Durch das Wissen haben sie zusätzlich auch den Vorteil, dass sie ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse nun besser vermarkten können. Dadurch ist für die indigenen Gemeinden in Andahuaylas eine nachhaltige und qualitative Bildung gewährleistet.

Die Coronapandemie traf die Welt wie eine Bombe: Sie veränderte plötzlich unsere Lebenswirklichkeit, zerstörte vieles und ließ die Staaten ratlos, wie mit der Krise umzugehen sei. Zusätzlich legte sie schon bestehende Probleme offen oder verschlimmerte gar. Was die Bildung betrifft, haben Kinde[...]

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2. August 2021

Große Pläne trotz Pandemie in Pakistan

Und plötzlich ist alles anders. Lange Zeit kann Adeel mit seinem Lohn als Arbeiter in einer Ziegelbrennerei für sich, die beiden Söhne Chanda und Vinod und seine Frau sorgen. Gesundheitliche Probleme und die Corona-Pandemie haben für die Familie aus der pakistanischen Provinz Punjab vieles verändert – und Mutter Roopa eine berufliche Perspektive eröffnet.

Die Selbsthilfegruppe ist eine Chance in eine bessere Zukunft. (Foto: Kindernothilfepartner)
Die Selbsthilfegruppe ist eine Chance in eine bessere Zukunft. (Foto: Kindernothilfepartner)

Roopas Familie muss sich neu erfinden

Die Arbeit und fehlende Schutzmaßnahmen in der Ziegelbrennerei haben Spuren hinterlassen. In Adeels Lungen und Roopas Gedankenwelt. Ihr Mann kann nicht mehr jeden Tag arbeiten gehen, was das Auskommen der Familie gefährdet. Ein Zustand, den Roopa nicht ohne Weiteres akzeptieren kann und will. Also wird sie aktiv.
Seit kurzem ist Roopa Mitglied einer Selbsthilfegruppe für Frauen der Society for Community Development. Für sie und die anderen Frauen geht es seitdem nicht mehr darum, kurzfristig auftretende Notsituationen zu überstehen, sondern die Situation ihrer Familie langfristig in die eigenen Hände zu nehmen. Von Kleinkrediten hat sie bis zu ihrem ersten Treffen der Selbsthilfegruppe noch nichts gehört. In einem von traditionellen Rollenbildern wie Pakistan geprägtem Land ist der Gedanke der arbeitenden Frau in vielen Köpfen schließlich noch nicht angekommen. In Roopas schon.

Von Sitten und Traditionen bestimmt

Im “Human Development Index” des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen belegt Pakistan Platz 147 von insgesamt 187 Nationen. Die Meinung von Frauen wird oft nicht gehört oder unterdrückt, nicht selten mit Gewalt. Zwangsverheiratungen und Ehrenmorde gibt es hier öfter als in vielen anderen Ländern. Alte Sitten und Traditionen werden weiterhin hochgehalten. Und das, obwohl die pakistanische Verfassung andere Zustände verspricht: Seit 1973 ist dort festgeschrieben, dass keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gemacht werden dürfen. Der Alltag ist trotzdem ein anderer.

Roopa nutzt ihre Chance

Roopa will sich damit nicht abfinden. Kann sie auch gar nicht. Die Krankheit ihres Mannes bringt sie in eine Lage, in der sie – im wahrsten Sinne – etwas unternehmen muss. Bei einem Treffen der Selbsthilfegruppe kommt sie mit zwei Frauen ins Gespräch. Die drei erfahren, dass in einem Haus im Dorf seit einiger Zeit ein Ladenlokal leer steht. Sie erkennen die große Chance, die der kleine Laden für sie bietet. Mithilfe der Mitarbeiter*innen unseres Projektpartners erarbeiten die Frauen einen Wirtschaftsplan und nehmen einen Kredit auf. Das Geld soll dabei helfen, ein eigenes Geschäft für Lebensmittel und Hygieneartikel aufzubauen. Eine Idee, die nicht nur ihnen selbst, sondern auch den Bewohnern im Dorf noch helfen wird.

Banger Blick nach Indien und Erliegen des öffentlichen Lebens

Denn die Corona-Pandemie hat die Lebenssituation im Distrikt Gujranwala der Provinz Punjab massiv verändert. COVID-19 hat auch Pakistan getroffen. Der von der Regierung angeordnete mehr als fünfmonatige Lockdown führte zu erhöhter Arbeitslosigkeit, Nahrungsmangel und einer erheblichen Beeinträchtigung im sozialen Miteinander. Zwar sind die offiziell gemeldeten Infektionszahlen vergleichsweise niedrig, die Dunkelziffer dürfte jedoch ungleich höher liegen. Speziell in den Metropolen Karachi, Lahore oder Islamabad hat sich das Virus flächendeckend ausgebreitet. Ein staatliches Sozial- und Gesundheitswesen gibt es in Pakistan nicht.
Die Provinz Punjab liegt im Osten des Landes, die Grenze zu Indien ist nur gut 50 Kilometer entfernt. Genau dorthin blickt die pakistanische Bevölkerung mit großer Sorge: In Indien wütet Corona seit Monaten in deutlich dramatischeren Ausmaßen. Die pakistanische Regierung will seine Bevölkerung davor schützen und verhängt immer wieder strenge Auflagen. Vor dem muslimischen Eid-al-Fitr-Fest wurden die Maßnahmen noch einmal verschärft. Viele Geschäfte und Märkte wurden geschlossen und auch öffentliche Verkehrsmittel vorübergehend stillgelegt.
Nicht nur Roopa kann sich wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht mehr zum Einkaufen in die etwa fünf Kilometer entfernte Stadt aufmachen. Das Dorf ist gefordert: Der Bedarf mit Nahrungsmitteln muss in unmittelbarer Nähe gedeckt werden. Die drei Frauen wollen ihren Teil dazu beitragen.

Vom Bankkonto zum Businessplan

Wie das funktionieren kann, lernen Roopa und ihre beiden Mitstreiterinnen in den Trainings der Selbsthilfegruppe. 44 Frauen in der Region haben so die Möglichkeit bekommen, kleine Unternehmen zu gründen. Die Trainings beginnen dort, wo die Frauen stehen: ganz am Anfang. Wer ein Unternehmen führen will, braucht vor einem detaillierten Businessplan erst einmal ein Bankkonto. Wer ein Bankkonto nutzen will, braucht Grundwissen rund um das Thema Finanzen. Das zu vermitteln, hat die Corona-Pandemie allerdings deutlich erschwert. Die Lebenssituation vieler Menschen hat sich seit COVID-19 spürbar verschlechtert, ihr Zugang zu Hilfsangeboten ist komplizierter geworden. Unzählige Familien sind in Armut geraten.
Zahl und Größe der Trainings unserer Partnerorganisation Society for Community Development (SCD) mussten deutlich verringert werden. Das Projektteam vor Ort war dennoch gefordert, schnell Mittel und Wege finden, um den betroffenen Frauen zu helfen. Unsere Partner und Projekte versuchen alles menschenmögliche, Kindern und ihren Familien schnellstmöglich und langfristig zu helfen.

Asmas Weg in die Selbstständigkeit

Zu ihnen gehört auch Asma aus dem Distrikt Jatoi Muzaffar Garh, 550 Kilometer entfernt von Gujranwala. Von Roopas Weg in die Selbstständigkeit hat Asma natürlich noch nie gehört. Und trotzdem ist sie ein gutes Vorbild für Asmas eigenen Weg. Denn auch sie will ihren Teil zu einem besseren Leben für sich und ihre Tochter Sany beitragen. Ihren Kleinkredit will Asma nutzen, um künftig eigenständig Stickarbeiten zu verkaufen. Die Arbeit vor Ort hilft der Familie nicht nur lang-, sondern auch kurzfristig. Asma hat in der Selbsthilfegruppe gelernt, wie eine ausgewogene Ernährung ihr Immunsystem und das ihrer Kinder stärken kann. Hatte ihnen die Pandemie zu Beginn sehr viel Angst gemacht, sind sie heute froh und blicken zuversichtlich in die Zukunft. „Wir haben viele Pläne für die Zukunft“, sagt Sany. Asma ergänzt: „Und wir lassen sie uns nicht nehmen.“

Ein Kleinkredit ist der Anfang, nicht das Ende

Große Pläne sind auch aus dem Kleinkredit der drei Frauen aus Gujranwala entstanden. Ihr Lebensmittel-Geschäft ist nach der Eröffnung innerhalb kurzer Zeit gut angelaufen. Mit ihrem Angebot helfen sich die Frauen nicht nur selbst, sondern vor allem ihren Mitmenschen im Dorf. Roopa und ihre Mitstreiterinnen planen bereits, ihr Angebot zu erweitern. Ihr Mann und die Kinder müssen sich jetzt keine Sorgen mehr um ihre finanzielle Zukunft machen.

Und plötzlich ist alles anders. Lange Zeit kann Adeel mit seinem Lohn als Arbeiter in einer Ziegelbrennerei für sich, die beiden Söhne Chanda und Vinod und seine Frau sorgen. Gesundheitliche Probleme und die Corona-Pandemie haben für die Familie aus der pakistanischen Provinz Punjab vieles verä[...]

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24. Juli 2021

Chile: Pastelera (Mais-Auflauf)

Ein aromatisches Gericht, dass den ausgewogenen Geschmack Südamerikas in die heimische Küche bringt. Gleichzeitig würzig und süßlich durch den frischen Mais, bei dem der Zucker noch nicht in Stärke umgewandelt wurde. Dadurch bekommt der Auflauf auch seine einzigartige, cremige Konsistenz. Authentische, schmackhafte Küche aus der chilenischen Anden-Region.

Pastelera: Mais-Auflauf aus Chile (Foto: Ximena Galleguillos)
Pastelera: Mais-Auflauf aus Chile (Foto: Ximena Galleguillos)

(für 4 Personen)

Dafür brauchen wir:

5 mittelgroße Dosen Gemüsemais (340 g Füllmenge)
1 Bund frisches Basilikum
100 g Butter
1/4 l Vollmilch
1 TL Salz
3 EL Zucker

Und so wird’s gemacht:

Mais abtropfen lassen, Basilikumblätter abzupfen und waschen.

Mais und Basilikum in der Küchenmaschine zerkleinern – WICHTIG: nicht zu sehr zerkleinern, es darf kein Maisbrei entstehen!

Auflaufform mit Butter einfetten, Mais-Basilikum-Masse hineingeben, Milch, Salz und 1 EL Zucker hinzugeben, gründlich mischen.

Für die Kruste 2 EL Zucker über den Teig streuen.

Auflaufform auf die mittlere Schiene stellen. Bei 200 Grad backen, bis die Kruste braun und hart ist. Stecht einen Zahnstocher in den Auflauf: Bleibt Teig daran kleben, ist der Auflauf noch nicht fertig!

Dazu schmeckt Tomatensalat mit Olivenöl, Balsamico-Essig, Pfeffer, Salz und Basilikum-Blättern. Chilenische Kinder streuen noch einmal reichlich Zucker über die Pastelera auf ihrem Teller.

Ein aromatisches Gericht, dass den ausgewogenen Geschmack Südamerikas in die heimische Küche bringt. Gleichzeitig würzig und süßlich durch den frischen Mais, bei dem der Zucker noch nicht in Stärke umgewandelt wurde. Dadurch bekommt der Auflauf auch seine einzigartige, cremige Konsistenz. Auth[...]

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15. Juli 2021

Eswatini: Mit Gewalt gegen Demokratie-Anhänger

Ende Juni eskalierten die Pro-Demokratie-Proteste in Eswatini. Die Sicherheitskräfte antworteten mit Gewalt. Die Regierung bagatellisierte, der König schwieg. Die Menschen sind schockiert und aufgebracht, aber hoffen nach wie vor, dass die Proteste einen echten Wandel bewirken können. Die Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) versucht, bei der Wiederherstellung des Friedens im Land zu helfen.

Eswatini im Ausnahmezustand (Peterson)
Eswatini im Ausnahmezustand (Peterson)

In den letzten Wochen kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern des Royal Swazi Police Service und der Umbutfo Eswatini Defence Force (UEDF) und pro-demokratischen Demonstranten. Dabei wurden angeblich mehr als 60 Aktivisten getötet, gefoltert und entführt. Die zunächst unbestätigten Videos in den Sozialen Netzwerken zeigten, wie Polizei und Soldaten mit Gewalt gegen die Protestierenden vorgingen, Menschen aus ihren Häusern zerrten und verprügelten. Mittlerweile haben lokale Bürgerjournalisten das Ausmaß der Brutalität offiziell aufgedeckt.

Sicherheitskräfte reagieren auf Proteste mit brutaler Gewalt

Die Regierung in Eswatini leugnet das Ausmaß der Toten und Verletzten. Das Staatsoberhaupt König Mswati III. schweigt. Die Regierung Südafrikas hingegen äußerte sich in einer Erklärung ihres Außenministeriums besorgt über die Gewalt im Nachbarland. Auch die Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) für Politik, Verteidigung und Sicherheit war alarmiert. Botswanas Minister für internationale Angelegenheiten und Zusammenarbeit Lemogang Kwape leitete die Delegation, die am 4. Juli eintraf. „Sie seinen auf der Suche nach Frieden in Eswatini.“ Pro-demokratische Anhänger kritisierten jedoch die von der eswatinischen Regierung entsandten Teilnehmer. Die SADC betonte inzwischen, dass ihre Delegation bald für eine weiteres Treffen nach Eswatini zurückkehren würde. Diesmal mit einer größeren Gruppe von Akteuren, darunter auch junge Menschen.

Ausgangssperre und Internetsperre zur Verweigerung der Meinungsfreiheit genutzt

Drei pro-demokratische Parlamentsabgeordnete sprachen sich kürzlich offiziell für eine demokratischen Regierung aus. Zumindest aber für die Wahl des Premierministers, den bis dato der König ernennt. Premierminister Ambrose Dlamini war im Dezember 2020 verstorben. Nach deinem positiven COVID19-Test. Außerdem plädierten sie für eine konstitutionelle Demokratie ohne politischen Einfluss des Königs. Dies löste eine Bürgerbewegungen im ganzen Land aus. Mittels Petitionen forderten sie auch andere Abgeordnete auf, diese Themen zu diskutieren. Die zunehmende Dynamik veranlasste das Parlament, solche Bürgerinititaiven zu verbieten. Dieses Verbot der freien Meinungsäußerung führte in den letzten Wochen zu Demonstrationen. Am 28. Juni eskalierten die Situation. Unzählige Demonstranten waren in den beiden größten Städten, Mbabane und Manzini, auf die Straße gegangen. Die Armee schritt ein, nachdem Lastwagen abgefackelt und Geschäfte geplündert worden waren. Es schien, dass zunächst Regierungseigentum und königsnahe Unternehmen betroffen waren.

Eine Nationalbibliothek in Nhlangano wurde verbrannt, da sie angeblich dem König gehörte. (Foto: Phil Donnell)
Eine Nationalbibliothek in Nhlangano wurde verbrannt, da sie angeblich dem König gehörte. (Foto: Phil Donnell)

Am 29. Juni verkündete der amtierende Premierminister eine tägliche Ausgangssperre von 18.00 bis 5.00 Uhr. Schulen wurden mit sofortiger Wirkung geschlossen. Die Öffnungszeiten von Geschäfte auf spätestens 15.30 Uhr beschränkt. Er mahnte zu Ruhe und hielt die Demonstranten an, sich schriftlich an die Regierung zu wenden. Außerdem wurde das Internet in Absprache mit den nationalen Mobilfunkanbieter MTN und Eswatini Mobile abgesperrt. Damit wurde es schwierig, verlässliche Nachrichten aus dem Land zu erhalten oder einfach nur mit anderen zu kommunizieren. Viele Bürger folgten dem Aufruf, ihrer Arbeit fernzubleiben.

Obwohl sich die Lage in Eswatini letzte Woche zu beruhigen schien, sind die Menschen immer noch voller Wut und Zorn, wie Aktivisten vermelden. Denn weder König Mswati III. noch der Premierminister haben sich zu den Forderungen der Demonstranten geäußert. Weitere Protestaktionen sind geplant.

Kindernothilfe-Partner berichten

Laut Ausagen der lokalen Partnerorganistionen war die Mehrheit der Demonstranten friedlich. Allerdings bestätigen sie, dass es Ende Juni vor allem in Mbabane und Manzini zu zahlreichen Plünderungen, Gebäudebränden und Einschüchterungen kam. Die Mitarbeiter selbst sind in der letzten Woche zu ihrer eigenen Sicherheit zu Hause geblieben. Es gibt so gut wie keine lokalen Taxis mehr und die Fahrt mit dem Auto ist unsicher. Einige Geschäfte öffneten wieder, aber es bildeten sich lange Schlangen, als die Bewohner versuchten, sich mit Lebensmitteln einzudecken. An mehreren Tankstellen was das Benzin ausgegangen.

Ein lokales Geschäft, das einem Ausländer gehört, wurde geplündert und verbrannt (Foto: Phil Donnell)
Ein lokales Geschäft, das einem Ausländer gehört, wurde geplündert und verbrannt (Foto: Phil Donnell)

Khulekani Magongo, Direktor von Young Heroes, teilte mit, dass drei ihrer Begünstigten in der letzten Woche angeschossen wurden. Einer von ihnen starb, die beiden anderen sind auf dem Weg der Besserung. Enock Dlamini, Direktor von ACAT Lilima mit Sitz in Mbabane, beschrieb die Situation so: „Es mag jetzt sehr normal scheinen. Aber ich bin mir bewusst, dass dem nur so ist, weil hinter den Kulissen so viel vor sich geht. Und man versucht, einen friedlichen Weg für unser Land zu finden. Ich weiß auch, dass die Menschen aufgrund der sehr offensichtlichen Verluste in den letzten zwei Wochen mit Schmerz und Wut dasitzen. Es ist alles innerhalb einer sehr kurzen Zeit passiert, nur zwei Nächten. Aber der Wiederaufbau und der Umgang mit dem Verlust des Lebens von geliebten Menschen wird definitiv Jahre dauern.“

Eine ungewisse Zukunft

Wie lange die aktuelle Situation noch andauern wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Es könnte Tage oder sogar Wochen dauern, bis Ruhe einkehrt und das „normale“ Leben wieder beginnt. Vieles wird von der Haltung und dem Vorgehen der Regierung gegenüber den Protestierenden abhängen. Das Schweigen des Königs ist nicht hilfreich für die Situation. Je länger jedoch die Ausgangssperre und der Internet-Blackout andauern, die Kinder nicht zur Schule gehen und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt werden, desto mehr wächst die Sorge um die Ernährungssicherheit der Schwächsten und die Sicherheit der Bürger von Eswatini. Ob die jüngsten Entwicklungen die Zahl der COVID19-Infektionen und Todesfälle verschlimmert haben werden, bleibt abzuwarten.

Ende Juni eskalierten die Pro-Demokratie-Proteste in Eswatini. Die Sicherheitskräfte antworteten mit Gewalt. Die Regierung bagatellisierte, der König schwieg. Die Menschen sind schockiert und aufgebracht, aber hoffen nach wie vor, dass die Proteste einen echten Wandel bewirken können. Die Entwick[...]

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