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KINDERNOTHILFE-BLOG

Wir informieren Sie über unsere Projekte und teilen Alltagsgeschichten und persönliche Erfahrungen der Kinder und ihrer Familien. Ausserdem berichten wir über Themen wie Kinderarbeit, Kinderrechte und Kindesschutz sowie aktuelle Trends in der Entwicklungszusammenarbeit.

Viel Spaß beim Lesen!

So hat Ihre Spende 2018 in Moro, Peru geholfen

Peru wurde im März 2017 wochenlang von Unwettern mit nie dagewesenen Regenmassen heimgesucht. Im ganzen Land wurden Häuser von 72.000 Menschen zerstört, insgesamt litten etwa 600.000 Peruaner unter den Folgen des Unwetters: Hunger, Durst, zerstörte Infrastruktur und mangelnde Hygiene. Zehntausende Menschen wurden infolge dessen obdachlos und standen vor dem Nichts.

So konnten wir dank Ihrer Spende helfen:

Peru: Wiederaufbau nach den verheerenden Überschwemmungen (Foto: Jürgen Schübelin).

Im ländlichen Distrikt Moro im Norden Perus konnten durch Soforthilfemaßnahmen 600 Familien mit dem Notwendigsten wie Nahrungsmittel, Wasser, Hygieneartikel und Medikamente versorgt werden.

In der Folge konnten 43 der zerstörten Häuser, die aufgrund ihrer traditionellen regionstypischen Lehmziegelbauweise den Überschwemmungen und Schlammlawinen nicht Stand halten konnten, wiederaufgebaut werden.

Peru wurde im März 2017 wochenlang von Unwettern mit nie dagewesenen Regenmassen heimgesucht. Im ganzen Land wurden Häuser von 72.000 Menschen zerstört, insgesamt litten etwa 600.000 Peruaner unter den Folgen des Unwetters: Hunger, Durst, zerstörte Infrastruktur und mangelnde Hygiene. Zehntausen[...]

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So hat Ihre Spende in Sulawesi, Indonesien geholfen

Die indonesische Insel Sulawesi wurde heuer von einem verheerenden Tsunami und Folgeerdbeben heimgesucht und hinterließ gravierende Spuren: 300.000 Überlebende ohne Obdach, 67.000 unbewohnbare Häuser, 2.700 beschädigte Schulen und 20 wichtige Gesundheitseinrichtungen. Auch die Wasserversorgung war tagelang außer Funktion.

Zurück blieben Tausende von Menschen schwer traumatisiert, darunter rund 50.000 Kinder, die dringend Hilfe und besondere Unterstützung benötigten.

So konnten wir dank Ihrer Spende helfen:

Indonesien: In Child Friendly Spaces können Kinder nach der Katastrophe einfach nur Kind sein (Foto: Karl Andersson).

Durch Soforthilfemaßnahmen konnte ein provisorisches Kinderzentrum, ein sogenannter Child Friendly Space, errichtet werden, in dem 40 Kindern unmittelbare Unterstützung durch fachkundiges Personal ermöglicht wurde. So konnte den Mädchen und Buben ein geschützter Raum geboten werden, den sie brauchen, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Sie erhielten psychosoziale Unterstützung, regelmäßige Mahlzeiten und die Möglichkeit eines halbwegs geregelten Tagesablaufes, der dabei hilft, ihre Ängste durch gemeinsames Spielen zu überwinden.

Zudem wurde im krisengebeutelten Palu-Distrikt ein 2-Tages-Traumaworkshop zu Kinderrechten, Einführungen zum Thema Trauma, Selbstversorgung und behutsamen traumalösenden Übungen für 565 Pädagogen abgehalten.

Die indonesische Insel Sulawesi wurde heuer von einem verheerenden Tsunami und Folgeerdbeben heimgesucht und hinterließ gravierende Spuren: 300.000 Überlebende ohne Obdach, 67.000 unbewohnbare Häuser, 2.700 beschädigte Schulen und 20 wichtige Gesundheitseinrichtungen. Auch die Wasserversorgung w[...]

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Jungunternehmer in Lima

Was möchte ich verkaufen, wie präsentiere ich es am besten, und wie funktioniert eigentlich eine Kostenkalkulation? Klingt trocken, so ein Workshop für Jungunternehmer. Den Teilnehmern unseres peruanischen Partners Aynimundo hat’s trotzdem Spaß gemacht, wie Kursleiterin Ilse Kreiner berichtet.

Lima: Ilse Kreiner bei der Arbeit mit den Workshop-Teilnehmern (Foto: Ilse Kreiner)

Mein Name ist Ilse Kreiner, ich melde mich aus Lima, aus dem Projekt, das von der Kindernothilfe seit langem unterstützt wird. Der Fokus von Aynimundo liegt auf Familien mit behinderten Kindern.

Die Kurse für all jene, die ein eigenes Unternehmen starten wollen, stehen aber allen Menschen mit geringem Einkommen offen. Ein solcher Kurs startete Anfang November. Glücklicherweise gibt es eine Vereinbarung mit einem Ausbildungsinstitut, sodass wir deren Räumlichkeiten nützen können.

Ab Anfang November pilgerten also Christian, ein Mitarbeiter von Aynimundo, und ich zwei Mal pro Woche in dieses Institut. Dort weihten wir insgesamt 17 Teilnehmer in zwei Kursen in die Geheimnisse des Unternehmertums ein.

Lima: Jhonatan mit seinen Arepas (Foto: Ilse Kreiner)

Da macht selbst die Kostenkalkulation Spaß

Geschäftsideen waren genügend vorhanden. Die reichten vom Eventmanagement über den Verkauf von Torten bis zu Produktion und Verkauf von Damenunterwäsche. Insbesondere die letztgenannte Idee sorgte für Heiterkeit. Jhonatan, unser einziger männlicher Teilnehmer und seines Zeichens Verkaufsgenie hatte uns nämlich gerade erklärt und vor allem demonstriert, auf welche Art er Hemden und Parfum verkaufen würde. Da liegt die Frage in der Luft, ob er denn auch Damenunterwäsche präsentieren würde.

Lima: Projektpläne und Budgets werden erarbeitet (Foto: Ilse Kreiner)

Christian ist mit unglaublichem Enthusiasmus bei der Sache. Seine Energie und seine Begeisterung übertrugen sich auf die Teilnehmer und so machte selbst die ungeliebte Kostenkalkulation Spaß.

Vorbereitung für den Schritt in die Selbstständigkeit

Als Kursabschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Geschäftsstrategie sowie ihre Produkte vorzustellen. Es war sehr erfreulich zu beobachten, wie sehr nicht nur ihr Wissen sondern auch ihre Selbstsicherheit gestiegen ist.

Ich selbst bin voller Bewunderung für den Mut, den die Damen aufbringen. Schließlich haben etliche von ihnen kaum die Pflichtschule absolviert, und auch das ist schon einige Zeit her.

Lime: Yolanda verkauft Torten (Foto: Ilse Kreiner)

Drei der Teilnehmer haben bereits die ersten Schritte in die Selbständigkeit getan indem sie einen zugkräftigen Namen für ihr Unternehmen gewählt und den Auftritt im Internet eingerichtet haben. Eine der Damen bietet hochqualitative Kuchen und Torten auf Bestellung an. Sie interessiert sich für meine österreichischen Rezepte. Aber das ist eine andere Geschichte….

Damit verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüße aus Lima

Ilse

Was möchte ich verkaufen, wie präsentiere ich es am besten, und wie funktioniert eigentlich eine Kostenkalkulation? Klingt trocken, so ein Workshop für Jungunternehmer. Den Teilnehmern unseres peruanischen Partners Aynimundo hat’s trotzdem Spaß gemacht, wie Kursleiterin Ilse Kreiner berichtet.[...]

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5. Dezember 2018

Gewalt in Chile: Polizei ermordete jungen Mapuche

Am 14. November erschoss eine Spezialeinheit der chilenischen Militärpolizei den 24-jährigen Camilo Catrillanca. Er gehörte der ethnischen Minderheit der Mapuche an und engagierte sich schon als Jugendlicher gegen die Unterdrückung der Mapuche-Gemeinden und den Verlust ihres Landes an Großgrundbesitzer. Seine Ermordung löste in ganz Chile eine Welle von Protesten aus. Der Chef der Regionalverwaltung der Region Araukanien, in der Camilo Catrillanca lebte, musste nach Falschaussagen bereits zurücktreten. Demonstranten fordern nun auch den Rücktritt von Innenminister Andrés Chadwick. Bewirkt Catrillancas Tod endlich ein Umdenken in Chile?

Claudia Vera von unserer Partnerorganisation ANIDE und Guillermo López, der einen von uns finanzierten Bericht zur Situation der Mapuche in Chile schreibt, erinnern im folgenden Beitrag an Catrillanca und seine Teilnahme an einem ANIDE-Seminar vor sieben Jahren.

Camilo Catrillanca ist das jüngste Opfer der Polizeigewalt gegen Mapuche in Chile. Das Bild zeigt ihn bei einem Seminar unseres Partners ANIDE im Jahr 2011 (Foto: Anide).

Wer die Geschichte von Camilo Catrillanca verstehen will, muss über eine zutiefst beeinträchtigte Kindheit und Jugend sprechen. Es geht um systematische Gewalt gegen Mädchen, Jungen und Heranwachsende, die gemeinsam mit den Gemeinden, in denen sie leben, Gebietsansprüche auf ihren angestammten Lebensraum erheben. Es geht um Biographien, die auf verschiedene Weise von Gewalt geprägt sind – physische Gewalt durch die Polizei bei Razzien, aber auch symbolische Gewalt, wirtschaftliche Gewalt, institutionelle Gewalt.

Die Region Araucanía ist nach jüngsten sozioökonomischen Studien (Casen Survey 2017) die ärmste des Landes. Auch dies ist zweifellos eine Verletzung der Rechte der Bewohner, weil Armut immer weitere Benachteiligungen mit sich bringt. Die Menschen dort erleben aber auch andere Formen der Gewalt, z.B. wenn Kindern die Eltern weggenommen werden, weil sie entweder auf unabsehbare Zeit in „Untersuchungshaft“ geraten oder in unfairen Gerichtsverfahren zu langen Haftstrafen verurteilt werden. Internationale Menschenrechtsorganisationen haben mehr als einmal angeprangert, dass die chilenische Justiz gegen Grundrechte verstößt.

Schon als Teenager prangerte Camilo staatliche Gewalt an

Camilo Catrillanca (vorne re.) mit Mitstreitern bei einer Podiumsdiskussion 2011 (Foto: Anide).

Camilo war politisch sehr aktiv. Er war Studentenführer und gehörte als 16-Jähriger zu den Aktivisten, die die Gemeinde Ercilla besetzten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. 2011 nahm er an einem von ANIDE organisierten Seminar über staatliche Gewalt gegen Mapuchekinder teil. In der damaligen Pressemitteilung hieß es:

„Camilo Catrillanca, Sprecher der Besetzer der Gemeinde Ercilla, verurteilte den Rassismus und die Diskriminierung von Jugendlichen in Bildungseinrichtungen, die Polizeikontrolle, die sie daran hindert, sich frei in ihren Gemeinden zu bewegen, und die Unterdrückungsmethoden der staatlichen Institutionen. ‚In der Gemeinde von Temucuicui, zu der ich gehöre, gibt es ständig Razzien, wir sind nicht mehr frei, wir können nicht mehr in die Berge gehen und uns um unsere Tiere kümmern, die Repressionen lassen das nicht zu. Der Staat ist der Hauptverantwortliche. Er schickt Carabineros, um uns zu töten, ohne dass wir etwas dagegen tun können – sie erschießen uns aus nächster Nähe.‘ Er prophezeite auch, dass ’sich nach unserem Bericht hier sicherlich nichts ändern wird‘ und dass sie trotz allem weiterhin ihre angestammten Gebiete fordern werden, ‚weil es der einzige Weg für uns ist, uns als Mapuche, als Kultur zu entwickeln‘.“

Am 14. November 2018 dringt eine polizeiliche Sondereinsatzgruppe in das Dorf Temucuicui ein. Camilo Catrillanca, 24 Jahre alt, Vater eines kleinen Mädchens und in Erwartung eines Sohnes, ist mit einem Traktor auf dem Gemeindeland unterwegs, neben ihm sitzt ein 15-jähriger Teenager. Als die Schießerei beginnt, sagt Camilo dem Jungen, er solle sich ducken. Sie werden von hinten beschossen. Camilo stirbt wenige Stunden später an den Folgen eines Kopfschusses. Sein Tod erzeugt Bestürzung, Wut und Ohnmacht und macht die Willkür überdeutlich. Wieder einmal ist der Staat Chile für den Tod eines jungen Mapuche verantwortlich.

Am 14. November erschoss eine Spezialeinheit der chilenischen Militärpolizei den 24-jährigen Camilo Catrillanca. Er gehörte der ethnischen Minderheit der Mapuche an und engagierte sich schon als Jugendlicher gegen die Unterdrückung der Mapuche-Gemeinden und den Verlust ihres Landes an Großgrund[...]

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Chile: Martina – eine starke Frau

La Victoria, ein Armenviertel in Santiago, ist in ganz Chile und darüber hinaus bekannt – als Schauplatz der ersten organisierten Landnahme in Lateinamerika. Martina ist eine der starken Frauen von La Victoria. Sie stemmt ihr Leben.

Martina, eine starke Frau (Quelle: Katrin Weidemann)

Für sie ist La Victoria Chile – ihr ganzes Leben hat sie in der Siedlung verbracht. Auch ihre Großmutter und Mutter waren 1957 unter den ersten Landbesetzern. Sie selbst ist im Kindergarten, später im Hort von La Victoria großgeworden. Jetzt sitzt sie in ihrem winzigen Wohnraum, der ausgefüllt ist mit einer zerschlissenen Couch, einem fadenscheinigen Sessel und zwei Stühlen. Auf einem sitzt Martina und erzählt ihre Geschichte.

Eine Kindheit in Chile: Trotz Armut bin ich „gewachsen als Mensch“

„Alles was ich weiß und was wichtig ist, habe ich im Centro gelernt“, beginnt sie. Mit Centro meint sie die Kindernothilfe-Tagesstätte „Nuestra Senora de La Victoria“. Sie schildert die Armut, in der sie aufgewachsen ist, den täglichen Kampf um Essen, um Sicherheit. Und immer wieder, welch große Rolle die Gemeinschaft im Zentrum La Victoria für sie spielte.

Es sind kostbare Erinnerungen an das Chile ihrer Kindheit, die sie mit mir teilt. „Nach der Schule haben wir im Centro Aufführungen gemacht. Ich habe getanzt und einmal auch Flöte gespielt. Und meine Mutter kam extra hin und sah mir zu.“ Ihre Augen leuchten.

Jetzt ist sie selbst Mutter. „Ich konnte nicht studieren,“ meint sie und zupft an ihrem Pullover. „Aber ich bin gewachsen als Mensch.“ Was wichtig ist für ein gutes Leben, die Werte, wie man als Menschen miteinander umgehen soll und zusammenlebt, all das habe sie von Valentina, Alicia und den anderen im Zentrum gelernt. „Sie haben auf mich aufgepasst und mir Liebe gegeben.“

Medizinstudium statt Drogenkarriere – eine Zukunft für die Kinder

Die Liebe, die sie als Kind empfangen hat, gibt sie nun genauso ihren eigenen Kindern mit. Zwei Töchter und einen Sohn hat sie, sie sind 8, 11 und 17 Jahre alt. „Von Valentina habe ich gelernt, wie man seine Kinder erziehen soll“. Darum hat sie sie alle auch ins Centro geschickt. „Hier“, sie zeigt auf den 17jährigen Tomas und die 8jährige Daniela. „Das sind gute Kinder.“

Martina zieht sie alleine auf. Der Vater der Kinder sei drogensüchtig erzählt sie. Genau wie all seine Freunde. Die Drogen hätten, wie anderswo in Chile auch, in den letzten Jahren vieles im Viertel verändert. Da brauche man einen starken Willen, um nicht mitzumachen.

Das Capoeira-Training ist eines der Angebote für Kinder und Jugendliche in der Kindernothilfe-Tagesstätte „Nuestra Senora de La Victoria“ (Quelle: Katrin Weidemann)

Ihr Sohn hat diesen Willen. Tomas will Medizin studieren. Heute geht er deshalb nicht zum Capoeira-Training in Zentrum. Er will sich ganz auf die Schule konzentriert. Denn auch in Chile gilt: Um ein Stipendium für das Studium zu bekommen, braucht es gute Noten.

Das Capoeira-Training ist eines der Angebote für Kinder und Jugendliche in der Kindernothilfe-Tagesstätte „Nuestra Senora de La Victoria“.
Hobby: Gewichtheben
Martinas Tage sind ausgefüllt. Tagsüber hat sie eine Putzstelle bei einer Familie, dann kümmert sie sich um ihre Kinder, hat ein Unterstützungsnetz mit ihren Nachbarn geknüpft. „Wir helfen uns gegenseitig.“ Für sich selbst bleibt da nicht mehr viel Zeit. Nur eines macht sie, ganz für sich allein: Gewichtheben.

Martina ist eine der starken Frauen von La Victoria. Sie stemmt ihr Leben.

La Victoria, ein Armenviertel in Santiago, ist in ganz Chile und darüber hinaus bekannt – als Schauplatz der ersten organisierten Landnahme in Lateinamerika. Martina ist eine der starken Frauen von La Victoria. Sie stemmt ihr Leben. Martina, eine starke Frau (Quelle: Katrin Weidemann) Für [...]

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